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landau + kindelbacher

Unesco Weltnaturerbe Besucherinformationszentrum

Ort
Messel
Gebäudekategorie
Museen, Galerien, Kunsthallen, Dokumentationszentren
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2010
Material Fassade
Beton
Architektenpreis
* Nominierung Detail Preis 2012 * Nominierung Architekturpreis Farbe
Struktur
Oberfläche 2012 * best architects award 12 – Auszeichnung * Vorbildliche Bauten im Land Hessen – Auszeichnung * Nominierung MIESARCH PRIZE 2011
Grube Messel

Mit der Aufgabenstellung ein Besucherinformationszentrum für die in der Liste der Unesco Weltnaturerbe aufgenommene Fossiliengrube Messel zu entwerfen, galt es zunächst sich intensiv mit der bewegten Geschichte dieses Ortes auseinanderzusetzen. Sowohl in deren naturwissenschaftlicher Entstehung als auch mit der wechselhaften Historie des Grundstücks selbst.

Die Schichtung des Ölschiefers als Genius Loci bildet die grafische Grundidee des Gebäudeentwurfs. Wie eine Erdscholle bricht sich das Gebäude von der bestehenden Winkelstützwand los und orientiert sich mit seinen signifikanten monolithischen Wandscheiben zur Grube – dem eigentlichen Höhepunkt des Ortes. Diese Bewegung gipfelt in dem auskragenden Aussichtssteg, von welchem aus man einen Überblick über das Forschungsgelände erhält. Der Besucher durchwandert sinnbildlich die Erdschichten und betritt ein einmaliges Raumgefüge, dass keine Analogie zu herkömmlichen Gebäudetypen aufkommen lässt.

Der Bau selbst ist exakt auf die Ausstellung mit ihren spezifischen Anforderungen zugeschnitten. So stimmen die jeweiligen Ausstellungsräume in ihrem Gesamterscheinungsbild sofort auf die dort erläuterte Thematik ein. Erreicht wird dieses durch einfache aber wirkungsvolle Mittel der Architektur wie Enge-Weite, Hell-Dunkeleffekte, hohe oder geringe Raumhöhen. Die Wahl der Materialien erfolgt bewusst schlicht und zurückhaltend, um einer freien Bespielbarkeit durch wechselnde szenografische Einbauten nicht im Wege zu stehen. Gleichzeitig ist dabei ein Gebäude entstanden, welches durch seine Gestalt und die geschaffenen Atmosphären den Alltag ausblendet und nachhaltig in Erinnerung bleibt.

Bauherr: Land Hessen, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
vertreten durch das Hessische Baumanagement Regionalniederlassung Süd
Nutzer: Welterbe Grube Messel gGmbH, Messel
Architektur: landau + kindelbacher architekten – innenarchitekten GmbH, München (Generalplanung)

Landschaftsarchitektur: Keller & Damm Landschaftsarchitekten Stadtplaner Partnerschaft, München
Szenographie: Holzer Kobler Architekturen, Szenographie, Zürich
Wettbewerb: 2006
Fertigstellung 2010
HNF 870 m2
BGF 2.060 m2
BRI 7.211 m3