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limbrock · tubbesing

Wohnen im Hinterhof

Klopstockhöfe
Sebastian Glombik
Sebastian Glombik
Ort
Hamburg
Gebäudekategorie
Geschosswohnungsbau
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2018
Material Fassade
Holz
Architektenpreis
2020 BDA Hamburg Architektur Preis 2. Rang // 2020 WohnbauPreis Hamburg 1. Preis // 2020 best architects award // 2020 DAM Preis Shortlist // 2017 WohnbauPreis Hamburg Ideenpreis
In einem kleinen Hamburger Hinterhof, in Nähe des Rathaus Altona, wurde ein dreigeschossiger Wohnriegel mit einem Staffelgeschoss von limbrock tubbesing Architekten und Stadtplaner fertiggestellt. Herausforderung war hierbei der Umgang mit der schmalen Grundstücksfläche und dem geringen Abstand zu den hohen Nachbarbebauungen sowie eine im Süden gelegene, direkt angrenzende, viergeschossige Brandwand, die dem Riegel ausschließlich eine Öffnung nach Norden erlaubt.

Über eine Hofeinfahrt gelangt man auf das Gelände und zur Einfahrt der Tiefgarage, die über einen Autoaufzug erschlossen wird. Auf rund 3.600 Quadratmetern entstanden 23 Wohnungen sowie eine Tiefgarage mit 44 Stellplätzen und einem großen Fahrradkeller. Zwei Drittel der Wohnungen befinden sich im Eigentum, ein Drittel wird sozial gefördert. Die Apartments variieren von Ein- bis Vierraumwohnungen – die Erdgeschosswohnungen sind zudem barrierefrei nutzbar. Die Erschließung der Wohnungen im Erd- und den beiden Obergeschossen erfolgt als Zweispänner. Im Dachgeschoss werden die Wohnungen über einen offenen Laubengang erschlossen.

Da das Grundstück im Süden durch eine viergeschossige Brandwand begrenzt wird, galt es hierbei eine Gebäudetypologie zu ermitteln, die trotz der Nordlage optimale Lichtverhältnisse in den Wohnungen schafft. Durch das Platzieren von drei Atrien mit den Maßen 5x10 Meter in den Riegel, ordnen sich geschossweise zwei Wohnungen U-förmig um die Innenhöfe an. Mit baulichen Rücksprüngen wird zudem auf die punktuelle nördliche Nachbarbebauung reagiert, wodurch die Wohnungen zusätzlich von vier Seiten belichtet werden können.

Die Wohn- und Essbereiche mit offenen Küchen orientieren sich mit geschosshohen Verglasungen zum Innenhof, während sich die Schlafräume sichtgeschützt mit großzügig gestalteten Balkonen Richtung Norden öffnen. Im südlichen Bereich wurden die dienenden Räume (Bad, WC, Hauswirtschaftsraum) sowie die Treppenhäuser zur Erschließung der Wohnungen positioniert. Im Staffelgeschoss entstehen zusätzliche Dachterrassen. Bei der Konstruktion handelt es sich um einen Massivbau mit Stahlbetonwänden.

Um die Nachbarbebauung in Material und Farbe auszugreifen, wurde eine helle, lichtreflektierende Putzfassade mit gliedernden Fenster- und Paneelfeldern aus thermisch behandeltem Buchenholz gewählt. Im Inneren setzt sich die Holzthematik in Böden und Fensterrahmen fort.