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Project GmbH

Wohnquartier Martinshöfe Ladenburg

Investorenwettbewerb 1. Preis 2012
Animation: BPD Immobilienentwicklung GmbH Stuttgart
Animation: BPD Immobilienentwicklung GmbH Stuttgart
Ort
Ladenburg
Gebäudekategorie
Wohn-, Geschäftshäuser
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2019
Material Fassade
Putz
Die städtebauliche Neuordnung des Stadteingangs an der Wallstadter Straße wird mit der Entwicklung auf dem Gelände der ehemaligen Martinsschule abgeschlossen. Das Areal liegt an der Nahtstelle zwischen dem Gewerbegebiet westlich der Bahn und der Altstadt. Die Strukturen der gewachsenen historischen Quartiere werden in einer lockeren Blockrandbebauung aufgenommen. Zur Wallstadter Straße hin fasst die klare Kante den Straßenraum und schirmt die dahinter liegenden Wohnhöfe vom Lärm ab. Die Topografie des Geländes ermöglicht die Aktivierung der Sockelzone an der Wallstadter Straße als großzügige Fußgängerachse mit Baumallee, die den „grünen Ring“ bis zum Stadteingang optisch fortsetzt. Die lange Straßenfront wird in 4, an die Maßstäblichkeit des Bestandes angepasste, Baukörper gegliedert, zwischen denen sich kleine Platzräume bilden, von denen aus die Häuser aber auch die straßenseitig ebenerdige Garage erschlossen wird. Von den Martinsgärten aus bildet die Dachfläche der Gewerbeeinheiten und der Garage die hier ebenerdig und barrierefrei erschlossene Gartenhofebene der Wohngebäude. Der Solitär an der Nordseite markiert den Stadteingang und bildet das „Kopfhaus“ der Wohnanlage. Ein weiterer Hochpunkt setzt ein Signal an der Blickachse zur Altstadt, gegenüber des historischen „Martinstors“.

Städtebau
Um die gewünschte anspruchsvolle Gestaltung an der sensiblen Lage des Stadteingangs zu sichern, wurde der prämierte Entwurf über den Bebauungsplan „Martinshöfe“ festgesetzt. Der vorliegende Bebauungsplan soll gemäß § 1(5)1 BauGB eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung am nördlichen Ortseingang von Ladenburg gewährleisten. Das Verfahren wird nach § 13 a BauGB (Verfahren der Innenentwicklung) durchgeführt, da es sich um eine Nachverdichtung von Flächen im Innenbereich handelt. Durch den Vollzug dieses Bebauungsplanes hat die Stadt das Angebot für Dienstleistung, nicht störendes Gewerbe und Wohnen, sowie betreutes Wohnen ergänzt

Architektur
Die klare Architektursprache mit glatten Baukörpern zur Straße und einer Lochfassade mit einheitlichen Fensterformaten ohne vorspringende Balkone, unterstützt die städtebauliche Figur. Die geschossweise versetzte Zusammenbindung der Fensterelemente lässt die Fassade, trotz Länge, lebendig erscheinen. Die gebäudehohe Verglasung zwischen den Baukörpern dient als Schallschutz und gleichzeitig als Freisitz Richtung Garten.
Die Auskragung über den transparent gestalteten Sockel erzeugt einen leicht schwebenden Eindruck über der von Laden- und Dienstleistungsflächen gesäumten, belebten Fußgängerachse. Sie ergänzen die bereits vorhandenen Handelsflächen auf der gegenüberliegenden Seite der Wallstadter Straße.
Als Gegenpol zu den kubischen Baukörpern an der Straße, sind die Häuser im Übergang zum bestehenden Wohngebiet kleinteiliger und wirken mit ihren großzügigen Eckbalkonen und zurückspringenden Dachgeschossen lebendig und aufgelockert. Die Gestaltung des Kopfbaus unterstreicht seine Sonderposition als Signalpunkt am Stadteingang. Als Wohnstandort zunächst aufgrund seiner Orientierung, Form und Lage an der lärmexponierten Ecke des Grundstücks wenig geeignet, wird durch die Auffächerung zur ruhigen Ostseite für nahezu alle Wohnungen die teilweise Süd-Orientierung und der unverbaute Blick in die Landschaft oder Richtung Altstadt ermöglicht. Die Tiefgarage wird direkt und ebenerdig von der Wallstadter Straße aus erschlossen. Das Wohnquartier ist somit komplett autofrei.

Freianlagen
Der „grüne Ring“, die Grünfläche entlang der historischen Stadtmauer auf der Fläche des ehemaligen Stadtgrabens, wird in der Baumreihe entlang der Wallstadter Straße optisch bis zum Stadteingang fortgesetzt. Neu gestaltete öffentliche Plätze markieren die Zugänge an den Schnittstellen zum Bestand und betten das neue Quartier in das Geflecht der vorhandenen Straßen- und Plätze ein.
Über eine neue großzügige Freitreppe wird die direkte Querung zu den Fachmärkten ermöglicht. Die ruhigen, grünen Gartenhöfe im Quartiersinneren sind den Bewohnern zugeordnete Freiräume mit hoher Aufenthaltsqualität. Sie sind abwechslungsreich mit Spielplätzen und Aufenthaltsbereichen gestaltet und erschließen alle Wohnhäuser von den Martinsgärten aus.

Auslober: Stadt Ladenburg
Bauherr: BPD Immobilienentwicklung GmbH Stuttgart

Projektdaten
Wohnbebauung mit 146 ETW, einschl. 32 WE betreutes Wohnen,
6 Gewerbeeinheiten, Tiefgarage mit 170 Stellplätzen und Außenanlagen

Wohnfläche: ca. 8.180 m²
Nutzfläche: 6.000 m²
Kubatur: ca. 62.940 m²

Bebauungsplan: Sabine Bockhacker
Entwurf: Birgit Lang und Carmen Nemenz
Projektleitung: Heinz Hofrichter
Planung: Claudia Feyrer und Steffen Gröber
Freianlagen: Cornelia Franke und Tim Kleinheins

Fertigstellung: 2019

Animation: BPD Immobilienentwicklung GmbH Stuttgart