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WESTPHAL ARCHITEKTEN BDA

Neues Wohnen am Buchholzer Grün

26 Wohneinheiten in Hannover
Olaf Mahlstedt
Olaf Mahlstedt
Ort
Hannover
Gebäudekategorie
Geschosswohnungsbau
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2022
Material Fassade
Mauerwerk
Mit dem Wohnensemble, dessen Entwurf aus einem Architekturwettbewerb hervorging, wurden die städtebaulichen Vorgaben des Bebauungsplans zu zwei eigenständigen, aufeinander bezogene Gebäudetypologien weiterentwickelt: eine kleinteilig gegliederte Reihenhauszeile und ein ruhiger, viergeschossiger Geschosswohnungsbau. Gemeinsam fassen sie den Wohnanger und verleihen ihm durch ihre unterschiedlichen Maßstäbe ein prägnantes räumliches Profil.

Die Reihenhäuser bilden eine zusammenhängende Zeile, lassen dabei aber nicht an Varianz vermissen. Variierende Gebäudebreiten und Attikahöhen erzeugen eine differenzierte Silhouette. Obleich Grundlage der Fassaden ein einheitliches System aus wiederkehrenden Fensterformaten und -anordnungen war, gruppieren unterschiedlich ausgebildete Sichtbetonfaschen die Öffnungen jedoch jeweils neu und verleihen den Häusern individuelle Fassadenbilder. Wechselnde Ziegeltöne innerhalb eines abgestimmten Farbspektrums verstärken diese Differenzierung. Eine dunklere, profilierte Ziegelfläche fasst die Townhouses im Erdgeschoss zu einer gestalterischen Einheit zusammen. Die leicht zurückversetzten, wind- und wettergeschützten Eingänge gliedern den Sockel und schaffen einen räumlichen Übergang zwischen dem öffentlichen Anger und den privaten Wohnbereichen.

Als Gegenüber der kleinteiligen Reihenhauszeile wurde der Geschosswohnungsbau als kompakter, viergeschossiger Baukörper ausgebildet. Er vereint geförderte und frei finanzierte Wohnungen unter einem Dach. Zum südlich gelegenen Anger öffnen sich die Obergeschosse in einem gleichmäßigen Raster aus plastisch ausgebildeten Ziegelrahmen. Jeder Rahmen markiert eine Wohnung, fasst deren Freiraum und gewährleistet zugleich Sichtschutz.

Die Balkone verlaufen zunächst als schmale Austritte entlang der gesamten Wohnungsbreite und kragen vor den Wohnbereichen weiter aus. Der wechselnde Schattenwurf verleiht der streng gegliederten Südfassade räumliche Tiefe. Auch hier setzt sich das zurückversetzte Erdgeschoss durch eine dunklere Ziegelfarbe und eine profilierte Oberfläche als Sockel ab. Großzügig eingeschnittene Eingänge bilden klar erkennbare Adressen. Sämtliche Wohnungen werden über zwei Aufzüge barrierefrei erschlossen. Natürlich belichtete und belüftete Treppenhäuser ergänzen das Erschließungskonzept.

Die kompakten Baukörper und das günstige Verhältnis von Gebäudehülle zu Volumen bilden die Grundlage für eine wirtschaftliche und energieeffiziente Konstruktion. Übereinanderliegende Tragstrukturen und Sanitärbereiche reduzieren technische Verzüge und aufwendige Abfangungen. Die Orientierung der Fensterflächen, außenliegender Sonnenschutz, Dreifachverglasungen und die auskragenden Balkone unterstützen den sommerlichen Wärmeschutz. Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, extensive Dachbegrünungen und die Anbindung an das örtliche Fernwärmenetz vervollständigen das auf den Passivhausstandard ausgerichtete Energiekonzept.