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WESTPHAL ARCHITEKTEN BDA

Showcase Factory

Neubau eines Produktions- und Verwaltungsgebäudes
Olaf Mahlstedt
Olaf Mahlstedt
Ort
Nordhorn
Gebäudekategorie
Produktion, Lager
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2024
Material Fassade
Metall
In Nordhorn ist nach gewonnenem Architekturwettbewerb eine neue Produktions- und Verwaltungsstätte für den Objekteinrichter Rosink entstanden. Die zeitgemäße Produktionswelt bietet einen identifikationsstiftenden Arbeits- und Aufenthaltsort für die mehr als 65 Mitarbeitenden. Das spitzwinklig nach Norden zulaufende Grundstück befindet sich direkt an der B 213. Unbedingter Anspruch an den neuen Unternehmenssitz seitens der Firma Rosink war es, ein wirksames bauliches Zeichen nach innen wie auch nach außen zu setzen. Der Neubau verläuft parallel zur Straße „Wehrmaate“ wie auch zur viel befahrenen B 213, so dass die Sicht auf den Neubau für Fahrzeuge, die aus dem Norden die Bundesstraße befahren, bereits in Gänze freigegeben ist. Dabei ermöglicht die großmaßstäblich gegliederte Fassade mit ihren Fassadeneinschnitten einen großzügigen Einblick in das Halleninnere.

Die ausdrucksstarken Fassaden stiften Identität und sorgen für Identifikation. Eloxiertes Aluminium-Trapezblech mit individueller Kantung hüllt die gesamte Produktions- und Verwaltungsstätte in ein champagnerfarbenes Kleid, das je nach Lichtsituation schimmert und changiert. Anthrazite Aluminiumfenster, die in der Verwaltung vorrangig als liegende Formate zum Einsatz kommen und teilweise geschossübergreifend über Blindfelder verbunden wurden, fügen sich harmonisch in das Fassadenbild ein. Im Bereich der Produktion betonen die großformatigen Pfosten-Riegel-Konstruktionen vor jedem neuen Sheddachabschnitt mit ihrer konisch zulaufenden Form die Hallendachkonstruktion einmal mehr.

Während der Verwaltungsbereich auf einem klassisch rechteckigen Grundriss mit zwei Geschossen und Flachdach daherkommt, zeichnet die unmittelbar angebundene Produktion, welche nach Süden hin in Reihe hinter die Verwaltung geschaltet ist, ein dynamischeres Bild – insbesondere durch die Sheddachkonstruktion, über welche unmittelbar und eindeutig gekennzeichnet wird, in welchen Gebäudeteilen sich die Produktion befindet. Dabei entwickelt sich das Sheddach aus der Konstruktion des Stützenrasters.
Eine offene Erschließungsachse, die auch zu Ausstellungszwecken und als Ort der Kommunikation dient, der so genannte Rosinkhof, verbindet Produktion und Verwaltung dabei zu einer starken Einheit, die jederzeit systemisch vergrößert werden kann. Ein dialogisches Verhältnis zwischen Produktion und Bürowelt prägt das Raumangebot und damit die gesamte innenräumliche Gestaltung. So haben wir viel Wert auf die Entwicklung von Blickbeziehungen zwischen den unterschiedlichen Funktionsbereichen gelegt. Das Verständnis von Mitarbeitenden beider Professionen wird auf diese Weise fundamental gestärkt. Die Innenraumkonzeption kommt mit flexiblen wie auch transparenten Strukturen, einer positiven Arbeitsatmosphäre und der Option, jederzeit auf wachsende wie auch schrumpfende Arbeitsbereiche reagieren zu können, daher. Die moderne Büroarbeitswelt setzt sich unter anderem aus Kombibüros, Coffee-Points, Kurzbesprechungszonen und High-Meeting-Points zusammen. Dabei ermöglicht die großzügige Verglasung stets den Blick in die umgebende Landschaft. Nach Süden entwickelt sich eine raumhohe Verbindung über den Roskinkhof in die Produktion, in der die Anlagensteuerung nun vollständig digital in einem neuen Maschinenpark mit vernetzten und verketteten Maschinen erfolgt. Rosink verkürzt darüber die Durchlaufzeiten bei der Herstellung von Objekteinrichtungen enorm. An der Nahtstelle von Verwaltung und Produktion befindet sich ein großzügiger Aufenthalts- und Mehrzweckraum.

In Bezug auf Nachhaltiges Bauen sind es bereits simple Details, die eine große Wirkung entfalten in der neuen Showcase Factory. So wurden die freien Dachflächen der Produktionshalle vollständig mit PV-Modulen belegt. Durch die Ausrichtung der Sheddach-Flächen Richtung Süden ergibt sich ein hohes Potential für solare Gewinne. Ferner gewährleistet die Sheddach-Technologie mit dem hohen Anteil transparenter Fassadenflächen eine maximale Tageslichtausnutzung. Das weitspannende Tragwerk erlaubt insbesondere in der Produktion eine langfristige Nutzungsflexibilität, so dass etliche Produktionsszenarien und einer späteren möglichen Umnutzung nichts im Wege steht. Die Wärmeerzeugung erfolgt im Sinne des Kreislaufgedankens ausschließlich durch die Verwertung der produktionseigenen Holzabfallstoffe. So werden Abfälle vermieden und sinnvoll genutzt. In der Verwaltung erlaubt eine mechanische Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung außerdem eine effiziente Raumluftverbesserung ohne Lärmbelästigung durch die nahegelegene Bundesstraße.