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WESTPHAL ARCHITEKTEN BDA

Schuppen Eins, Bremen

Denkmalgerechter Umbau
Conné van der Grachten
Conné van der Grachten
Ort
Bremen
Gebäudekategorie
Gemeinde-, Kulturzentren, Mehrzweckhallen
Bauvorhaben
Umbau
Jahr der Fertigstellung
2013
Material Fassade
Mauerwerk
Architektenpreis
BDA-Preis Bremen 2014 Nike des BDA – „Nike für Fügung“ 2016 ICONIC Award 2015 Gestaltungspreis der Wüstenrot Stiftung 2017 Bremer Wohnbaupreis 2018
Der Umbau von Schuppen Eins in der Bremer Überseestadt stellt ein exemplarisches Projekt für den sensiblen Umgang mit historischer Hafenarchitektur dar. Das ehemalige Lagerhaus aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ursprünglich Teil der Bremer Hafeninfrastruktur, wurde von uns zu einem öffentlichen Ort für Automobilkultur, Ausstellungen und Veranstaltungen transformiert. Ziel des Projekts war es, die robuste industrielle Identität des Bestands zu bewahren und gleichzeitig eine zeitgemäße Nutzung zu ermöglichen, die den städtebaulichen Wandel des Quartiers unterstützt.

Der Entwurf folgt dem Prinzip der Weiterverwendung statt Überformung. Die charakteristische Tragstruktur, die großzügigen Hallenräume sowie die rohe Materialität des Schuppens blieben weitgehend erhalten und wurden gezielt ergänzt. Neue Einbauten sind als klar ablesbare, zurückhaltende Interventionen ausgebildet, die sich bewusst vom Bestand absetzen. Durch präzise Einschnitte, neue Erschließungselemente und eine behutsame Öffnung der Fassade entstand eine funktionale und räumlich differenzierte Struktur, die Ausstellungsflächen, Werkstätten, Gastronomie und Veranstaltungsbereiche miteinander verknüpft.

Besonderes Augenmerk lag auf der Balance zwischen Denkmalpflege, Funktionalität und Atmosphäre. Technische Ertüchtigungen, Brandschutz- und Energiekonzepte wurden integrativ in die bestehende Architektur eingebunden, ohne deren Charakter zu beeinträchtigen. Der Umbau von Schuppen Eins verdeutlicht die Haltung von Westphal Architekten im Umgang mit dem baulichen Erbe: Architektur wird als fortschreibender Prozess verstanden, bei dem Bestand als Ressource genutzt und durch zeitgenössische Architektur qualifiziert wird. Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Revitalisierung der Bremer Überseestadt und zur nachhaltigen Entwicklung ehemaliger Industrieareale.