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wulf architekten

Museum Historische Oberamteistraße in Reutlingen, Neubau

Reparatur einer Stadtlücke im historischen Ensemble
Brigida González für wulf architekten
Brigida González für wulf architekten
Ort
Reutlingen
Gebäudekategorie
Museen, Galerien
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2025
Material Fassade
Glas
Architektenpreis
Bundeswettbewerb HolzbauPlus 2025 (Sonderpreis)
Holzbaupreis Baden-Württemberg 2026 (Auszeichnung)
Detail Construction Award 2025 (Gewinner Kategorie Fassade) Deutscher Ingenieurbaupreis 2026 (Nominierung) DAM Preis 2027 (Nominierung)
Beispielhaftes Bauen Landkreis Reutlingen 2020-2026
Die historische Häuserzeile Oberamteistraße 28 – 32 und der Keller des 1972 abgebrochenen »Steinernen Hauses« auf dem Grundstück Nr. 34 zählen zu den ältesten Fachwerkhäuserzeilen Süddeutschlands und spiegeln die Bau- und Wohnkultur seit dem Mittelalter authentisch wider. Die denkmalgerechte Sanierung umfasst die Instandsetzung der Altbauten sowie einen Neubau an der Stelle des nicht mehr vorhandenen Eckhauses. Das Ensemble dient als Museum, wobei die Altbauten selbst das Exponat sind. Der 2025 fertiggestellte Neubau stützt die angrenzende, umsturzgefährdete Häuserzeile ab, ermöglicht die barrierefreie Erschließung der Altbauten und bietet Raum für verschiedene Veranstaltungsformate, Begegnungen, Kreativität und Austausch.
Die innere Struktur besteht aus einem mit heimischem Weißtannenholz gefertigten Fachwerk, das das verlorene Volumen des historischen Hauses nachbildet. Die Dach- und Fassadenflächen sind mit einer homogenen Schicht aus gussgläsernen Biberschwanzziegeln bekleidet. Je nach Lichteinfall, Reflexion und innerer Beleuchtung ist das dahinter liegende hölzerne Fachwerk mehr oder weniger sichtbar, das Gebäude wirkt durchscheinend oder glitzernd wie eine Chimäre. Der Neubau zeichnet sich durch ein geometrisch-hochkomplexes Tragwerk aus. Die Tragstruktur wurde so entwickelt, dass architektonische Anforderungen und konstruktive Logik präzise ineinandergreifen und folgt einer klaren funktionalen Gliederung: Eine dreischichtige, graduell abnehmende Unterkonstruktion aus diagonal und horizontal überlagernden Holzstreben trägt die gläsernen Biberschwanzziegeln als Witterungsschutz. Dabei kommt der Neubau ohne thermische Dämmung und Klimatisierung aus und dient auch als Schutzbau für den historischen Keller. Die natürliche Belüftung und Entrauchung des Gebäudes erfolgt ausschließlich über die offenen Fugen der gesamten Gebäudehülle, ohne mechanische Unterstützung.