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zanderroth architekten

Christinenstraße 39, Berlin

Fotos: Simon Menges
Fotos: Simon Menges
Ort
Berlin
Gebäudekategorie
Wohnen
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2014
Material Fassade
Beton
Architektenpreis
Architekturpreis Beton 2014
BDA Preis 2015
ch39

Bauvorhaben Neubau eines Wohnhauses

Lage und städtebauliche Situation
Der 7-geschossige Neubau befindet sich in der Christinenstraße 39 in Berlin Mitte und wurde als Blockrandbebauung zwischen den Brandwänden der Nachbarhäuser (Christinenstraße 38 und 40) eingefügt.
Die historische Gegend ist überwiegend durch Wohnnutzung geprägt und für ihre dichte städtebauliche Struktur bekannt. Die Grundstücke in der Spandauer Vorstadt sind weitgehend mit 5- bis 7-geschossigen Vorderhäusern
überbaut.

Der Monolith

Das Wohngebäude in der Christinenstraße ist ein Monolith aus vor Ort gegossenem Beton. Die geschossweise Gliederung des Baukörpers nimmt Elemente der Umgebung auf und verleiht dem Haus zugleich einen
besonderen und selbstbewussten Ausdruck. Aus dem unregelmäßigen Zuschnitt des Grundstücks sind spannungsreiche Innenräume und die äußere Gestaltgebung entwickelt. Durch seine dezente Farbigkeit fügt sich
der Neubau wie selbstverständlich in die gründerzeitliche Bebauung ein. Gleichzeitig grenzt er sich durch seine breiten Fensteröffnungen und die sichtbare Massivität des Materials ab.
Bei der Ausbildung der Fassaden (zur Straße und Gartenseite) kam ein moderner Leichtbeton – Liapor – zum Einsatz, der sowohl tragende als auch hochwärmedämmende Funktion hat – zwei Eigenschaften die sich scheinbar widersprechen. Die zwei Fassaden sind als Liapor-Betonmassivwände erstellt, wodurch eine separate Wärmedämmung wegfällt. Die Einschichtigkeit der Außenwände erforderte eine intensive Zusammenarbeit mit
einem Betontechnologen, um die sich widersprechenden Eigenschaften in einem Material zu vereinen. Weitere Bausteine der energetischen Nachhaltigkeit sind die sehr kompakte Gebäudeform, hochwärmedämmende Verglasungen und ein eigenes Blockheizkraftwerk im Keller.
Die Detaillierung des Gebäudes ist minimalistisch und reduziert: jedes Geschoss hat ein großzügiges Fenster aus Lärchenholz mit einer transparenten Beschichtung, dass sich zur Straße hin öffnet und die Betonfassade
gliedert. Die Fenster bestehen aus einem mittleren festverglasten Feld und zwei Schiebefenstern links und rechts davon. Die hochwertige Sichtbetonoberfläche entstand auf Basis des festgelegten Schalungsrasters einer
Systemschalung. Der geschossweise leichte Versatz der Schalung erlaubte, neben der feinen plastischen Akzentuierung des Baukörpers, die Arbeitsfugen der Betonierabschnitte unauffällig zu integrieren.
So ist ein Sichtbeton zu adäquaten Kosten im Wohnungsbau entstanden. Nachhaltigkeit bedeutet in diesem Fall nicht Technik, sondern Einfachheit und Dauerhaftigkeit.

Bauherr privat
Architekten zanderrotharchitekten gmbh
Team Architekten Christian Roth, Sascha Zander, Nils Schülke, Annette Schmidt,
Jana Klingelhöffer
Planung / Realisierung 2010 - 2015
Leistungsphasen 1- 7
Wohneinheiten 5
Geschosse 7
Stellplätze 2
GF 941 qm
Wohnfläche 601 qm
GRZ / GFZ 0,64 / 4,26
Kosten / KG 100 - 700 incl. MwSt. 2 Mio. EUR
Kosten / KG 300 - 400 o. MwSt. 1.638 EUR/qm