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Auer Weber

LILLIAD — Learning Center „Innovation“, Universität Lille, Villeneuve d’Ascq

Foto: Aldo Amoretti
Foto: Aldo Amoretti
Ort
Villeneuve d’Ascq
Gebäudekategorie
Bibliotheken
Bauvorhaben
Umbau/Sanierung
Jahr der Fertigstellung
2015
Material Fassade
Putz
Architektenpreis
Architizer Awards 2017
Universität Lille, Villeneuve d’Ascq

Eine zukunftsorientierte Bildungspolitik erfordert zeitgemäße Konzepte sowie Erneuerungen der universitären Infrastruktur. Das französische Bildungsministerium hat sich diesem Anliegen mit massiven Fördermaßnahmen verschrieben. Ein wichtiges Ziel dieser Reformen ist es, veraltete Bilder des Lernens zu überdenken. Sowohl der mediale technische Fortschritt als auch eine neue Art der Kommunikation zwischen angeschlossenen Lehrinstituten (Studenten und Lehrkörper) und Öffentlichkeit, stellen die tradierte Form der wissenschaftlichen Bibliothekslandschaft in Frage. Das neue Learning Center „Innovation“ ist Teil einer Reihe von gleichartigen Institutionen, die sich dieser neuen Herausforderung stellen und auf die Zukunft vorbereiten wollen. Der Architekt und Le Corbusier-Schüler Noël Le Maresquier entwarf Mitte der 60er Jahre den zentralen, Identität stiftenden Baustein des neuen Universitätscampus: Ein rundes Bibliotheksgebäude. Als Rückzugsort des Forschens und Lernens konzipiert, ist die Bibliothek nicht nur hinsichtlich der Bausubstanz in die Jahre gekommen. Der Bestand mit seiner für den Campus wichtigen Zeichenhaftigkeit sollte erhalten bleiben, musste aber räumlich und städtebaulich neu interpretiert und durch weitere Inhalte ergänzt werden. Die bestehende Nutzung des Gebäudes als Universitätsbibliothek wurde daher um einen Veranstaltungsbereich, eine Cafeteria und ein Experimentarium, das „Xperium“ – ein Ort, der aktuelle Forschungsergebnisse der Universität einem breiten Publikum präsentiert – erweitert. So wurde aus der Bibliothek im klassischen Sinn ein modernes Learning Center. Hierbei stellte sich die Frage des Umgangs mit der perfekten runden Form des bestehenden Gebäudes und seiner prägnanten Fassade, die es zu erhalten galt. Unser Wettbewerbsentwurf verzichtete zugunsten der Ausdruckskraft des Bestands auf einen klassischen Erweiterungsbau und schlägt eine topographische Lösung vor.