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AWB ARCHITEKTEN

Technische Universität Dresden

Fotos: Michael Moser Images, Leipzig
Fotos: Michael Moser Images, Leipzig
Ort
Dresden
Gebäudekategorie
Labor-, Forschungsgebäude
Bauvorhaben
Umbau/Sanierung
Jahr der Fertigstellung
2012
Material Fassade
Glas
UMBAU CHEMISCHE INSTITUTE WALTHER-HEMPEL-BAU
Modernisierung und Umbau der chemischen Labore sowie Fassadensanierung des Institutsgebäudes
 
Das Gebäude Walther-Hempel-Bau wurde im Jahr 1962 als Experimentalbau in einer Frühform der Großtafelbauweise errichtet.
Ziel des Entwurfs war es, das Gebäude in seiner Grundsubstanz für die Zukunft zu erhalten. Es sollte nicht nur im Inneren heutigen Anforderungen an Arbeitsplatzqualität und Sicherheit genügen, sondern auch nach außen ein einer Technischen Universität angemessenes Bild eines modernen Laborgebäudes vermitteln. Dabei wurde der ursprüngliche innovative Entwurfsgedanke auf den Einsatz entwickelter Materialien übertragen. Besonderer Wert liegt auf der Nachhaltigkeit der eingesetzten Systeme und Konstruktionen. Damit konnte ein Gebäude geschaffen werden, dass es den Studierenden und Lehrenden ermöglicht, in einer angenehmen Umgebung zu lernen und zu forschen.

Die Fassadenflächen wurden vor dem Hintergrund kontinuierlich steigender Anforderungen an den Wärmeschutz völlig neu geplant. Wärmebrücken konnten so vermieden werden. Unter Betrachtung der Fassade aus energiewirtschaftlichen Gesichtspunkten wurde auf eine solaraktive Vorhangfassade abgestellt, die gleichermaßen die erhöhten Forderungen erfüllt und die Nutzung regenerativer Energien ermöglicht.
Gemeinsam mit dem Institut für Baukonstruktion – Konstruktiver Glasbau – Prof. Weller, TU Dresden, wurde für das Gesamtgebäude ein umfassendes Konzept zur Photovoltaik-Integration erarbeitet. Dabei kamen 3 verschiedene Systeme – von flachdachintegrierten Kunststoffdachbahnen bis zur Integration in die Hauptfassade – zum Einsatz. Durch das beteiligte Institut wird im Betrieb ein differenziertes Monitoring aller eingesetzten Komponenten durchgeführt.

Das Konzept beinhaltet sowohl bewährte Standardprodukte als auch neue Technologien. Unterschiedliche Einbau- und Verschattungssituationen ermöglichten die vielseitige wissenschaftliche Auswertung und die Einbindung in die Lehre. Das Gebäude wurde damit zu einem Pilotprojekt für gebäudeintegrierte Photovoltaik.
Die Ausführung der Südfassade erfolgte als vorgehängte, hinterlüftete Fassade ohne sichtbare Befestigungen. Integrierte Photovoltaik-Dünnschichtmodule in Kupfer-Indium-Diselenid Technologie (CIS) wechseln sich mit inaktiven Glasoberflächen ab und erlauben eine einheitliche Optik. Als größte Teilanlage mit 38 kWp Nennleistung ist die Südfassade gleichzeitig innovatives Photovoltaikschaufenster.
Die senkrechten Flächen auf der Südseite des Staffelgeschosses werden als Photovoltaik-Kaltfassade in einer Rahmen-Konstruktion ausgeführt. Hier kommen homogen schwarze Dünnschichtmodule zum Einsatz. Passend zum Achsmaß erhältliche PV-Module mit Solarzellen aus Kupfer-Indium-Sulfid (CIS) ergeben eine Leistung von 18 kWp.
Das Flachdach des Staffelgeschosses bot sich für eine Kunststoffdachbahn mit integrierten Dünnschicht-Solarzellen aus amorphem Silizium an (gleichzeitig Abdichtung). Das gewählte Produkt gewährleistet eine Photovoltaik-Nennleistung von etwa 16 kWp.

Auftraggeber
Sächsisches Immmobilien- und
Baumanagement NL Dresden II

Ansprechpartner Frau Kronsbein, T 0351/4735621
Standort Mommsenstraße 4, 01069 Dresden
Projektteam ARGE AWB Architekten + TSJ Architekten GmbH
Projektleitung Dipl.-Ing. Architekt Christian Wünning
Realisierungszeit 2009 - 2013
Leistungsumfang Architektur, Lph. 2-8

Kenndaten
HNF: 2.731 m²
BGF: 4.781 m²
BRI: 20.231 m³

Kosten brutto

KG 300: 7,10 Mio. €
KG 400: 6,30 Mio. €
KG 200-700: 16,46 Mio. €