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BEHF Architects

Hotel das Triest, Porto Bar

Rupert Steiner
Rupert Steiner
Ort
Wien
Gebäudekategorie
Cafés, Bars, Restaurants
Bauvorhaben
Umbau
Jahr der Fertigstellung
2019
Material Fassade
Werkstein
Architektenpreis
BIG SEE Interior Design Award - Winner
Das Hotels DAS TRIEST, eines der ersten Boutique Design-Hotels von Wien, das bis heute berühmte internationale Künstler und Schauspieler beherbergt, erstrahlt nach einer großzügigen Revitalisierung und Erweiterung im neuen Licht.
Durch die Einbindung des Nachbargrundstückes wurde eine Neugliederung der öffentlichen Zonen im Erdgeschoss möglich. Mit direktem Blick auf den Stephansdom wird dieser Bereich zum Hotel-Attraktor.
BEHF Architects wurde für das Interior Design der Bar- und Restaurantbereiche beauftragt.

Über einen maßstäblich engen kubisch in Kupfer gefassten Eingang betritt man den Hauptraum der Porto-Bar vom Rilkeplatz. Eine schlichte und ruhige, aber sehr wertige umlaufende Travertinverkleidung schließt zur Decke ab mit einem Spiegelfries, der im Schimmer eine historische Fotografie des Triestiner Hafenbeckens zeigt. Die zur Verbesserung der Akustik perforierte Decke glänzt in tiefem schwarz und ist durch längsverlaufende Balken gegliedert. Ein die beachtliche Höhe des Raumes betonendes Kupferregal hängt frei von der Decke, seine technische Kreuzverspannung ist offen sichtbar.

Der Raum wird bestimmt durch den Körper des Bartresens, ein einfacher Travertin-Sockel mit Kupferabschluss. Hier werden und sollen die Spuren des Gebrauchs, die Ränder von Gläsern, Flecken und Spritzer durchmischt von zahllosen Fingerabdrücken Patina und Leben einer Bar und ihres Lebens spiegeln. Je älter dieser Bartresen wird, umso selbstverständlicher und schöner wird er.

Rechts vom Hauptraum betritt man durch das an ein Regal erinnernde Kupfergitter den hohen Gastraum, der einlädt auf lederbezogenen Bänken und Stühlen aus Nussholz an Tischen zu sitzen. Marmorverkleidungen an den Wänden erinnern an die zeitlose Kultur eines italienischen Lokals, hier kann eine Kleinigkeit gegessen und in der Zeitung gelesen werden. Im anschließenden Extrastüberl mit gediegener Wandverkleidung aus teilweise vergoldeten Eichenholzkassetten senkt sich die Decke deutlich ab zu einer gemütlichen Nischen- und Logengruppe, die für größere Runden oder für eigene Veranstaltungen reserviert sind.

Links vom Hauptraum befinden sich zwei Nischen, die Captains-Tables. Von hier aus hat man trotz dezentem Rückzug auf weichen grün-samten schimmernden Sofa-Bänken einen charmant versteckten Blick auf die Bar.

Von hier erreicht man durch eine Messing-Regalstruktur die ehemalige „Küche“, einen einfachen Essbereich, der auf „knirsch“ hell verfliest wurde und anhand eines dunklen Spiegelfrieses im Bronzeton den Raumhorizont gekonnt erweitert. Bodentiefe Fenster lassen Ein- und Ausblicke in das gastronomische Leben der Wiedner Hauptstraße zu.

Durch alle Räume zieht sich wie selbstverständlich ein einfacher grau-schwarzer Terrazzoboden.