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DOHSE UND PARTNER ARCHITEKTEN

Gymnasium Alstertal

Sanierung der Gebäudehülle und denkmalgeschützte Innensanierung mit Umbaumaßnahmen
Foto: Dorfmüller | Klier
Foto: Dorfmüller | Klier
Ort
Hamburg
Gebäudekategorie
Schulen
Bauvorhaben
Umbau/Sanierung
Jahr der Fertigstellung
2016
Material Fassade
Mauerwerk
Architektenpreis
Fassadenpreis 2012 Landesinnung und Denkmalschutzamt Hamburg - lobende Anerkennung Sanierung der äußeren Hülle
Historie
Das Gymnasium Alstertal wurde nach dem Entwurf des Architekten Fritz Schumacher gebaut. Der denkmalgeschützte Altbau wurde 1929 in moderner Bauweise mit Flachdach und horizontalen Fensterbänken errichtet. Das kompakt liegende Bestandsgebäude besteht aus drei Baukörpern: einem 5-geschossigen Aula- und Turnhallenbau quer zum 4-geschossigen Klassentrakt und einem 2-geschossigen Anbau.

Neustrukturierung der historischen Klassenräume
Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurde überprüft, wie sich die heutigen Anforderungen an ein Gymnasium in dem bestehenden Schulgebäude umsetzen lassen. Mit Hilfe einer umfassenden Bestands-Analyse wurde die Neustrukturierung des Gymnasiums geplant. Die Studie schloss mit dem Vorschlag nach einer Vergrößerung der Klassenräume und der Ergänzung erforderlicher Fachräume und einer 1-Feld-Sporthalle in einem Neubau.

Grundsanierung der Hülle und Umbaumaßnahmen
Die energetische Grundsanierung der Gebäudehülle konnte als Erstes umgesetzt werden. Alle Dächer inkl. Entwässerung wurden erneuert. Die Flachdächer erhielten eine zusätzliche Wärmedämmung. Die Fassaden wurden gereinigt. Steine wurden ausgetauscht und fehlende Steine ergänzt. Die zweifarbigen Mauerwerksfugen wurden saniert und die Betonbauteile instand gesetzt. Im Rahmen der energetischen Sanierung wurden alle Fenster nach historischem Vorbild neu hergestellt.
Fassadenpreis 2012

Die innere Grundinstandsetzung umfasste eine Neuordnung der Klassenräume mit einer kompletten denkmalgerechten Brandschutz-und Schadstoffsanierung. Im denkmalgeschützten Bestandsgebäude wurden die Klassenräume vergrößert und Fachklassen wurden neu aufgeteilt. Die historischen Treppenhäuser und Flure mit Erker und Trinkbrunnen, der Musiksaal und die Aula wurden nach den Bestandsplänen und Originalfotos wieder hergestellt.

Umgang mit denkmalwürdiger Bausubstanz

Die denkmalgeschützte Sanierung des Fritz-Schumacher-Baus erforderte einen sensiblen Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz und erfolgte in enger Absprache mit dem Denkmalschutzamt und der Fritz-Schumacher-Gesellschaft.  Die vorhandenen und wieder frei gelegten Spuren des Originals verbinden sich heute harmonisch mit neu gestalteten Elementen und Farben zu einem Ganzen.  Der Cafeteria-Anbau (Dohse + Stich Architekten; Miturheberin Franzis Stich, Dipl.-Ing. Architektin) und der Klassen-Neubau fügen sich behutsam in die städtebaulich historische Umgebung und in das denkmalgeschützte Ensemble ein.  Das Raumprogramm des Gymnasiums wurde mit der vorhandenen Gebäudestruktur an die Anforderungen eines modernen Schulkonzeptes angepasst.  Die behutsame Restaurierung der zweifarbigen Backsteinfugen, die denkmalgerechte Erneuerung der Holzfenster sowie die Restaurierung der Treppenhausfenster standen bei der Fassadensanierung im Fokus. Die Wiederherstellung der Aula und des Musiksaales sowie einzelner Details des Fritz-Schumacher-Baus waren bei der Innensanierung von großer Bedeutung.