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DOHSE UND PARTNER ARCHITEKTEN

Neues Bestattungsforum Ohlsdorf

Grundinstandsetzung des denkmalgeschützten Neuen Krematoriums in Abstimmung mit paralleler Neubauplanung
Foto: Dorfmüller | Klier
Foto: Dorfmüller | Klier
Ort
Hamburg
Gebäudekategorie
Friedhöfe, Krematorien
Bauvorhaben
Umbau/Sanierung
Jahr der Fertigstellung
2011
Material Fassade
Mauerwerk
Architektenpreis
Preis für Denkmalpflege 2015
Plakette der Patriotischen Gesellschaft von 1765 Hamburg
Winner Gold - Fritz Höger Preis 2014 Bauen mit Backstein
Bauwerk des Jahres 2011 - Architekten- und Ingenieurverein Hamburg e.V.
Das Neue Krematorium Ohlsdorf in Hamburg, 1932 von Fritz Schumacher gebaut, ist geprägt durch seine hoch aufragende Feierhalle. Freitreppen verbinden den Bau mit dem Friedhof. Das denkmalgeschützte Ensemble befand sich in einem schlechten Zustand. Der Bauherr beabsichtigte, mit modernem Bestattungs-Konzept ein Bestattungsforum zu eröffnen. Dafür wurde ein Neubau an den Altbau gesetzt und das Gesamtgebilde neu organisiert.

Dohse Architekten erstellte ein umfassendes Bausubstanzgutachten und eine Sanierungsplanung für den denkmalgeschützten Bau. Ein wichtiger Bestandteil der Planung war die Wieder-Herstellung des großen zwischenzeitlich mit Kupferblech versehen Backsteindaches. Schumacher verfolgte die Absicht eine monolithische Anlage mit dem "durchs Feuer gegangenen Stein" zu erstellen.
Außerdem wurden die große Feierhalle einschließlich Wartebereiche und ein Kolumbarium nach den Plänen von Dohse Architekten denkmalgerecht aus- und umgestaltet.
Die Planung erfolgte in enger Abstimmung mit dem Generalübernehmer und dessen Architekten, tsj Architekten, die nach gewonnenem Wettbewerb für die Gesamtmaßnahme mit Ergänzungs-Neubau verantwortlich zeichneten.

Die Innenausstattung erfolgte unter Verwendung originaler aufgearbeiteter Materialien, sowie behutsam eingesetzter moderner Materialien. Besonderes Augenmerk erhielt die Gestaltung der großen Feierhalle (Fritz-Schumacher-Halle).

Die große Feierhalle war ursprünglich mit Klinkern gedeckt. Schumacher verfolgte die Absicht, eine monolithische Anlage mit dem "durchs Feuer gegangenen Stein" zu erstellen. 1966 wurde eine erste Sanierung des Daches ausgeführt, mit Aufbringung einer Kupferbekleidung auf das Dachmauerwerk. Diese Sanierung war jedoch nicht von Dauer. Durchfeuchtungen versetzten das Gebäude fast in einen baufälligen Zustand. So war zu Planungsbeginn offen, ob das Denkmal überhaupt erhalten werden kann. Nachdem man sich grundsätzlich für die Sanierung entschieden hatte, stand die Gestaltung der Dachsanierung im Mittelpunkt der Diskussionen.

Zur Wiederherstellung des originalen Backsteindaches entwarf unser Büro ein Konzept für ein zweischaliges Dach mit Abdichtungsebene als wasserführende Schicht und einer Bekleidung mit eigens entwickelten Beton-Mauerwerk-Fertigteilelementen. Ziel war, eine konstruktiv einwandfreie Abdichtungsebene mit allen Anschlüssen zu entwickeln und gleichzeitig durch eine detaillierte Planung von Beton-Fertigteilen mit fest einbetoniertem Mauerwerk die Optik des Schumacher-Dachs wieder herzustellen.

Die Fertigteile wurden vor Ort verfugt, die Anschlüsse der Verglasung schlagregendicht ausgeführt. Sehr komplex erwies sich die Ausführung von Lüftungsschlitzen, als Zwischenraum zwischen Schutz- und Bleiverglasung und zur Versorgung der Halle mit Frischluft.

Der umgestaltete Warteraum gliedert sich in zwei Bereiche. Stark reduzierte Farbigkeit erhöht den Kontrast zu der durch farbige Bleiverglasungen geprägten Halle. Die Fenster erhielten rekonstruierte Vergitterungen. Die entnommenen Bleiverglasungen wurden im Kolumbarium eingesetzt, die Fenster an der Südseite ergänzt.