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feld72 architekten

Niederösterreich Haus Krems

Städtebauliche Struktur
Die Gesamtstruktur des NÖ Hauses gliedert sich in 3 Baukörper. Durch diese Gliederung ist das Haus in seiner Größe der Umgebung angepasst. Durch die Anpassung untereinander und die verbindenden Brückenbauteile funktioniert das Gebäude aber doch als ein Ganzes.
Der Ringstraßentrakt schließt städtebaulich die Baulücke an der Ringstraße. Zugleich aber öffnet sich das Gebäude durch die Passage, den Innenhof und den ausladenden Seitentrakt nach hinten hin. Zwischen Innenhof und Drinkweldergasse liegt der mittlere Bauteil, der die Haupterschließung aufnimmt, zugleich aber auch als Vermittler zum hinteren Baukörper funktioniert.
Der Baukörper an der Stadtmauer ist vom „Hagen“ leicht abgerückt, sodass hier eine kleine Gasse als Fortführung der Passage den Bereich an der alten Stadtmauer zugänglich macht und in weiterer Folge eine durchgängige Verbindung von der Ringstraße bis zur Unteren Landstraße hin möglich ist.

Nutzung
Das Bürohaus lässt sich in 5 Nutzergruppen unterteilen:
Die Bezirkshauptmannschaft, die Dorf- und Stadterneuerung, die Straßenbauabteilung, das Gebietsbauamt und die Wirtschaftskammer.
Das gesamte Haus ist behindertengerecht erschlossen.
Das Bürohaus soll moderne, angenehme Raumqualitäten erhalten, indem sowohl Mitarbeiter als auch Besucher optimale Bedingungen vorfinden. Neben einer sehr guten Arbeitsplatzqualität wird auch auf besondere Qualitäten in den Nebenzonen geachtet.
Erschließungsbereiche am Innenhof, Brücken als Warte- und Kommunikationszonen und ein großzügiges Angebot an Freiräumen im und um das Haus herum, wie die Passage und verschiedenste Terrassen erhöhen den Nutzerkomfort und lockern die räumliche und atmosphärische Situation.

Neben dem Bürohaus ist auch ein Parkhaus mit 159 Pkw-Stellplätzen geplant. Das Parkhaus steht sowohl den  Mitarbeitern als auch der Öffentlichkeit zur Verfügung. Die Zufahrt erfolgt über die Drinkweldergasse.

Haustechnik- und Energieeffizienz – das Passivhauskonzept
Das Konzept zur technischen Gebäudeausrüstung dieses Passivhauses zielt auf größtmöglichen Nutzerkomfort und Behaglichkeit, bei gleichzeitig geringstem Energieeinsatz (LOW-EX_System) ab. Es ist ein Heizwärmebedarf von max. 10kWh/(m²a) angestrebt. Demzufolge ist eine „dichte“ Gebäudehülle vorgesehen mit einem Glasflächenanteil von ca. 25%.  Dreifachverglasung und thermisch optimierte Aufbauten mit ökologischen Materialien gehören zum Standard. Das Bürohaus wird kontrolliert gelüftet. Die Lüftungszentrale befindet sich im Untergeschoss. Auf eine garantierte Kühlung wird bewusst verzichtet, statt dessen wird eine ökologisch sinnvolle Lösung für eine „Erleichterungskühlung“ vorgesehen, bei der ein Erdfrischluftkollektor eingesetzt wird, als auch Grundwasser für Kühlungszwecke verwendet wird. Das Grundwasser wird zusätzlich für die Nutzwasserversorgung verwendet.
Dachgärten sorgen für eine Verbesserung des Mikroklimahaushaltes.
Damit beschreitet der Bauherr neue richtungsweisende Wege im „öffentlichen Bau“.

Synergien
Das NÖ Haus profitiert an diesem Standort von der guten Erreichbarkeit und der guten Umgebungsqualität. Das Haus schließt eine städtebauliche Lücke und besetzt Grundstücke, die großteils momentan nicht adäquat genützt werden. Ein öffentliches Gebäude an diesem Standort belebt diesen Stadtteil und kann als Impulsgeber für die Umgebung funktionieren.
Die Fußgängerpassage, Innenhöfe, Überbrückungen, enge und breite Gassen  führen zu kremstypischen Motiven wie in der Altstadt, die bei einem Spaziergang durch und entlang des NÖ Hauses spannende und überraschende Momente zulassen.
Die Mitarbeiter und Besucher profitieren von den vielfältigen Situationen und Blicken im NÖ Haus, von den unterschiedlichen Aufenthaltsqualitäten am Arbeitsplatz, aber auch in den öffentlichen Bereichen wie den Erschließungszonen und den Brücken, Höfen und Terrassen.

Kennwerte
Gesamtgrundstücksfläche: 4.781 m²
Nettogrundfläche: 15.916 m²
Bruttogrundfläche: 18.142 m²
Stellplätze gesamt: 158
Mitarbeiter:     ca. 200
Fertigstellung:    2010

    
Bauherr:        NÖ Landesimmobiliengesellschaft mbH
Projektsteuerung:        Hans Lechner ZT GmbH
Generalplanung:        ARGE NÖHK AllesWirdGut-feld72-FCP