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Gerber Architekten

Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt

Die neue Hochschule für angewandte Wissenschaften liegt am Sanderheinrichsleitenweg in unmittelbarer Nähe zu den Universitätsgebäuden am Hubland. Die besondere, sehr schöne landschaftliche Situation des Grundstücks in seiner Hanglage ist Ausgangspunkt für den Dialog zwischen Architektur und Landschaft und bildet den wesentlichen Ansatz für das Entwurfskonzept.

Das Gebäudeensemble gliedert sich in zwei L-förmige Baukörper, die über einem zweigeschossigen Sockel in die Hanglandschaft eingebettet sind. Die Gebäudewinkel umschließen einen offenen Innenhof. Durch die Aufständerung des südlichen Gebäudewinkels, der die konstruktiv und haustechnisch aufwendigeren Hörsäle beherbergt, bietet sich ein Blick über den südlich gelegenen Talkessel in die Weite der Landschaft. Die Topographie erlaubt eine offene Garagenebene mit 163 PKW-Stellplätzen unter dem Gebäude, die Einheit von Gebäude und Landschaft wird nicht durch parkende Autos gestört. Die L-förmigen Baukörper sind gegenübergestellt und schaffen so einen Freiraum, der sich für eine übergreifende, fußläufige Durchwegung des Campus öffnet. Unterschiedlichste Raumangebote mit vielfältigen Verknüpfungen zwischen innen und außen tragen zum intensiven Kommunizieren bei, so dass ein attraktiver Ort für Lehre und Forschung, Kommunikation und Kreativität entstanden ist. Der aufgeständerte Winkel beherbergt die konstruktiv aufwendigeren Hörsäle, während der zweite, viergeschossige Trakt mit seiner kleinteiligen Struktur Übungs- und Seminarräume sowie die Büros der Professoren aufnimmt. Im Hofgeschoss sind beide Gebäude funktional und barrierefrei miteinander verbunden. Das weit über das Seminargebäude hinausragende Dach markiert mit seinen über drei Geschosse reichenden Stützen den Haupteingang.

Die Gebäudegestalt ist in Form eines gefalteten, geschlossenen Bandes entwickelt. Die offenen Außenwände der Südfassade sind im Gegensatz hierzu verglast und gegen die Sonne durch außenliegende Sonnenschutzlamellen geschützt. Alle Räume des Institutsgebäudes sind durch öffenbare Fenster natürlich be- und entlüftet. Das Dach ist als extensiv begrüntes Flachdach ausgeführt. Heller Sichtbeton und weiße Trockenbauwände kontrastieren mit anthrazitfarbenen Fassadenprofilen, Fußböden und Türen. Frühlingsgrüne Fensterflügel in fünf fein abgestimmten Nuancen und Handläufe aus Eichenholz ergänzen das zurückhaltende Farbspektrum. Die Fassaden sind in Sichtbeton, sowohl in Ortbeton als auch mit Betonfertigteilen, mit einer innenliegenden Kerndämmung ausgeführt. Die Anmutung des Betons mit seiner hellen Einfärbung ist eine regionale Referenz: Bei der Betonherstellung wurde ockerfarbener Mainsand als Zuschlag verwendet.