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GERNER GERNER PLUS.

PUCH - Wohnbau Puchsbaumgasse

GERNER GERNER PLUS. | Zoltan Adorjani
GERNER GERNER PLUS. | Zoltan Adorjani
Ort
Wien
Gebäudekategorie
Geschosswohnungsbau
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2024
Material Fassade
Putz
BIENVENUE – EIN QUARTIER DER VIELFALT

Auf dem Areal neben der Ankerbrotfabrik im 10. Wiener Gemeindebezirk entstand im Auftrag der Bauträger WBV-GPA und EBG ein Quartier, das der Diversität seiner Bewohner*innen Ausdruck verleiht und leistbaren Wohnraum schafft. In Kooperation dreier Architekturbüros, sowie über den gesamten Projektverlauf in Zusammenarbeit mit sozialen Partner*innen wie dem Neunerhaus wurde ein städtebaulicher Entwurf entwickelt, der in sieben Bauteilen unterschiedlichste Wohnformen anbietet: Atelierwohnungen, Maisonettewohnungen, Microlofts sowie Wohneinheiten für Senior*innen und betreute Jugendliche.

BAUTEIL 4, 5 und 6 – OFFENHEIT TROTZ LÄRM

Die drei vom Architekturbüro GERNER GERNER PLUS. entworfenen Gebäude – das Heim (Bauteil 4) sowie die angrenzenden Wohnhäuser (Bauteil 5 und 6) – bilden die städtebauliche Spange des Quartiers mit jeweils einer Fassade zum ruhigen Hof orientiert und einer Fassade zur teils lauten Umgebung. Statt sich nach außen abzuschotten, wurde bei diesen Gebäuden bewusst auf Offenheit gesetzt: In Bauteil 5 schafft eine Laubengangtypologie mit erweiterten, vorgelagerten gemeinschaftlichen Sonnenplätzen hohe Wohnqualität. Bauteil 6 präsentiert sich mit einem lebendigen Fassadenspiel und einem mehrgeschossig begrünten Sockel zum angrenzenden Platz. Im Heim wurde in eine kontrollierte Wohnraumlüftung investiert, die auch in Richtung der angrenzenden, stark befahrenen Süd-Ost-Tangente großzügige Verglasungen ermöglicht.

In Bauteil 5 und 6 finden sich Wohnungen verschiedener Größen und Typologien, die den Ansprüchen des geförderten Wiener Wohnbaus entsprechen. Alle Wohnungen sind mit privaten Freiräumen ausgestattet, denen aufgrund des städtebaulichen Verdrehens der Baukörper zueinander immer wieder Blickachsen in die Ferne und ein angemessenes Maß an Privatheit ermöglicht wird.

BAUTEIL 4 – DAS DORF IM GEBÄUDE

Das Heim (Bauteil 4) setzt die Leitgedanken des vielfältigen Quartiers fort und ergänzt es um ein spezielles Angebot: 183 Microapartments mit rund 22 m² Wohnfläche bieten Studierenden und anderen Interessent*innen ein gemeinsames Zuhause. Ziel war es, innerhalb der Rahmenbedingungen der Wiener Wohnbauförderung nicht nur leistbaren, sondern auch gemeinschaftsfördernden Wohnraum zu schaffen – mit Raum für Begegnung ebenso wie für Rückzug.

Die Architektur fördert eine abgestufte soziale Kommunikation: Private Zimmer sind zu kleinen Wohngemeinschaften zusammengefasst, die einen erweiterten Wohnbereich teilen. Mehrere dieser Einheiten gruppieren sich um halböffentliche Sozialräume, die Austausch über die Wohngemeinschaft hinaus ermöglichen. Die Grundidee war die soziale Struktur eines Dorfes innerhalb des Gebäudes. Großzügige Gemeinschaftsbereiche und ein Sportplatz am Dach schaffen zusätzliche Orte der Begegnung – eingebettet in das städtebauliche Gefüge des Quartiers.