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HÄHNIG · GEMMEKE Freie Architekten BDA

Pflegeheim "Haus Eichholzgärten"

Pflegeheim der Württembergischen Schwesternschaft vom Roten Kreuz e.V.
Foto: Gudrun de Maddalena
Foto: Gudrun de Maddalena
Ort
Sindelfingen
Gebäudekategorie
Pflegestätten, Reha- und Kureinrichtungen
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2014
Ort: Sindelfingen
Entwurf: 2011
Auftraggeber: Württ. Schwesternschaft vom Roten Kreuz e.V.

Wettbewerb, 1. Preis und Auftrag

Der Neubau des Pflegeheims wird als solitärer Baukörper in den städtischen Park eingefügt, integriert. Der Landschaftsraum mit seinen, den Ort prägenden Großbäumen umspült das neue Pflegeheim. Eingerückt von der Wolfstraße im Norden und der Oberen Vorstadt im Osten wird der Park für die angrenzende Wohnbebauung erlebbar.
Die, vom Auslober vorgeschlagene Bauabschnittsgrenze wird berücksichtigt, sodass während der Bauphase 27 Pflegeplätze im Altbau erhalten bleiben.
Übergeordnete Entscheidung für den Entwurfsansatz ist, das Bauvorhaben nicht in zwei Bauabschnitten umzusetzen sondern als „Eine“ Baumaßnahme zu realisieren. Grundstück, Erschließung und Raumprogramm bieten diese Option, die dem Auslober einen zweiten Bauabschnitt und somit Interims-, Zwischenlösungen und Provisorien ersparen. Unter dem Gesichtspunkt einer wirtschaftlichen Nutzungs- und funktionsoptimierten Realisierung können nach Fertigstellung alle 96 Pflegeplätze und die Tagespflege sofort genutzt werden.
Die vorhandene Topografie wird im Entwurf aufgenommen, um den Baukörper in die Südhangsituation einzubinden. Auf der Park- und Gartenebene verzahnen sich Landschaftsraum und Gebäudefunktionen. Der Park durchströmt das Gebäude.
Das vielfältige Nutzungsangebot des Pflegeheims kann optimal umgesetzt werden. Die Nutzungs- Einstellungen in die Eingangshalle lassen Durchblicke zu, ermöglichen Orientierungen und bieten Raum für offene und geschützte Aktivitäten. Die Eingangshalle, als Gelenk zwischen öffentlichem und privatem Raum. Nahtstelle, Adresse im Park an der Oberen Vorstadt.
Niveaugleich schließt die erste Wohnbereichsebene im Norden an das umgebende Parkgelände an. In dieser Ebene sind die Wohnbereiche für dementiell erkrankte Bewohner geplant. Ein direkter geschützter Zugang in den „Garten“ wird ermöglicht. Auf je einer Ebene ist ein Wohnbereich mit 32 Plätzen in 2 Wohngruppen zu je 16 Pflegezimmern geplant. Die Aufenthaltsbereiche lassen sich gemeinsam oder getrennt nutzen, sodass für das Pflegepersonal Optionen von gemeinschaftlichen Aktivitäten gegeben sind.
Alle Zimmer orientieren sich nach außen in den Park. Die Erschließung erfolgt ringförmig, sodass Rundgänge,  „Spaziergänge“ um den grünen Innenhof, das Atrium möglich sind und Ausblicke, Begegnungsorte, Ruheorte angeboten werden.
Aufweitungen in den Erschließungsbereichen bilden die Zugangszonen für die Pflegezimmer. In diesen „Nischen“ entsteht durch Wechsel von Materialität und Farbgebung Orientierung und Vorfeld für das eigene Zimmer.
Nach Süden und Westen wird die Fassade geschichtet gestaltet. Durch die ablesbaren überkragenden Deckenebenen entsteht ein konstruktiver Sonnenschutz. Der Charakter der Fassade wird durch diese horizontale Gliederung, das Zurückspringen der Fensterelemente leicht und transparent.
Mit dem Neubau des Pflegeheims für die Württembergische Schwesternschaft vom Roten Kreuz entsteht an der Oberen Vorstadt eine neue Adresse, die den städtischen Park integriert, die nachbarschaftlichen Wohngebiete berücksichtigt und durch seine eigene Architektursprache Identifikation für die Menschen in Ihrem neuen Umfeld schafft.