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Pichler & Traupmann Architekten

Überbauung Pfauengarten

Bauen im UNESCO Weltkulturerbe
Paul Ott, Graz
Paul Ott, Graz
Ort
Graz
Gebäudekategorie
Wohn- und Geschäftshäuser
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2018
Material Fassade
Metall
Architektenpreis
Nomination for the European Union Prize for Contemporary Architecture – Mies van der Rohe Award 2017
Das Projekt „Pavoreal“ für den Grazer Pfauengarten versucht die Frage der Einfügung neuer Volumina in ein sensibles Altstadtgefüge grundsätzlich und exemplarisch zu beantworten.
Einfache Schritte rufen überraschende und komplexe Wirkungen hervor:
Das bestehende Niveau, das unter der Krone der historischen Befestigungsmauer liegt, wird mit einem neuen Plateau überbaut.
Dieses Plateau wird zwar einerseits mit einer deutlichen Fuge von der Stadtmauer - deren Charakter dadurch massiv gestärkt wirkt - abgerückt, erlaubt aber andererseits einen ungehinderten Blick in und über den Stadtpark, wie er in dieser Form bisher nicht möglich war.
Das städtebaulich attraktive Programm wird in drei einzeln stehende Häuser gegliedert: in ein Hotel und zwei Wohngebäude. Diese Strategie erlaubt eine sensible Gliederung und Einbettung der Gesamtbaumasse in das historische Stadtgefüge. Das Projekt wird als städtische Komposition dreier einzelner Häuser erlebt. Jedes der Häuser nimmt unterschiedliche städtebauliche Bezugslinien auf und reagiert unterschiedlich auf die jeweiligen stadträumlichen Situationen.
Am wesentlichsten erscheint jedoch, dass alle bisherigen Blickbezüge nach wie vor möglich sind: der Blick vom Stadtpark zum Grazer Uhrturm, der Blick vom Stadtpark auf das Dach des Landesarchivs mit dem dahinter liegenden Schlossberg und der Blick vom Karmeliterplatz in die Baumkronen des tiefer liegenden Stadtparks.
In der sensiblen Zone des Übergangs von Altstadt zu Stadtpark, die trotz ihrer Lage innerhalb der Befestigungsmauern nie bebaut war, werden rautenförmige Grundrisse entwickelt, die weniger auf klassische Gebäudetypologien Bezug nehmen als vielmehr auf die geknickten, polygonalen Verläufe der ehemaligen Befestigungsanlagen. Vom Stadtpark aus erscheinen die Baukörper daher äußerst schlank sowie zurückweichend und belassen der historischen Stadtmauer ihre Dominanz. Der Karmeliterplatz hingegen wird nach Osten hin geschlossen bei gleichzeitigem Erhalt seines Bezugs zum Stadtpark.
Sowohl Fassaden- als auch Dachflächen werden farblich an die charakteristische ziegelrote Dachlandschaft der Grazer Altstadt angeglichen.
Ein Wasserbecken zieht sich in Reminiszenz an den historischen Burggraben entlang der gesamten Länge der historischen Stadtmauer. Die Uferkante zum Park bildet Buchten zum Verweilen und wurde durch den Schattenwurf der neuen Gebäude gebildet. So wird zweimal im Jahr der Schatten exakt auf die Wasseroberfläche treffen: Die Architektur der Gebäude tritt in Bezug zur Architektur der Landschaft.

Bauherr:
PG Liegenschafts- Verwaltung GmbH, Graz
Fleissner + Partner Ges.m.b.H., Graz

Leistungsumfang:
Entwurfs-, Einreich-, Ausführungs- und Detailplanung

Projektteam: Pichler & Traupmann Architekten ZT GmbH
Milan Suchánek (Projektleiter)
Guillermo Alvarez
Luca Baumgartner
Gabriele Bruckmayer (WB)
Christoph Degendorfer (WB)
Karin Drexler (WB)
Clemens Hasler
Kaja Nowatorska
Norbert Peller
Jürgen Schneeberger
Bengt Stiller (WB)
Wolfgang Windt

Planungsbeginn: 2008
Baubeginn: 2013
Fertigstellung: Bauteil C 2015 (Bauteile A und B 2018)
Wohn-/Büronutzfläche: 12.054 m²
Nutzfläche: 15.953 m²
Bruttogeschossfläche: 18.983 m²
Bebaute Fläche: 5.319 m²

Auszeichnung:
1. Preis (EU-weiter, zweistufiger WB)
Nominierung EU Mies Award 2017

Fotos: Paul Ott, Graz

Statik und Projektsteuerung:
Wendl ZT GmbH, Graz
di bauer und di resch werkraum zt gmbh, Wien (WB)

Bauphysik:
VATTER & Partner ZT-GmbH, Graz

Geotechnik:
3P Geotechnik ZT GmbH, Wien (WB)

Haustechnik:
Pechmann GmbH, Graz
ZFG Projektplanungs- und Beratungsgesellschaft m.b.H., Baden (WB)

Elektrotechnik:
Busz GmbH, Graz
Kubik Projekt Ges.m.b.H., Gießhübl (WB)

Brandschutz:
Norbert Rabl ZT GmbH, Graz

Fassadenplanung:
SFL , Stallhofen
FIBAG, Stallhofen