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PUR+ Architekten

Haus Südeifel

Behutsame Weiterentwicklung eines typischen Eifeler Einhauses
Dominic Kummer
Dominic Kummer
Ort
Südeifel
Gebäudekategorie
Einfamilien-, Reihen-, Wochenendhäuser
Bauvorhaben
Sanierung
Jahr der Fertigstellung
2026
Material Fassade
Putz
Architektenpreis
2026 Häuser des Jahres - Callwey Awards - Longlist
Inmitten den gewachsenen Strukturen eines Südeifeler Dorfes befindet sich das klassische Einhaus. In regionaltypischer Bauweise vereint es einen um 1700 entstandenen Wohntrakt mit der angrenzenden Scheune zu einem denkmalgeschützten Ensemble.

Der ursprüngliche Charakter dieses Ensembles wurde in den 1970er Jahren jedoch durch starke Überformungen überdeckt: Fliesensockel, veränderte Fensteröffnungen, eine Asbestfassade, Nachtspeicheröfen und zahlreiche Eingriffe im Inneren ließen die historische Struktur kaum noch erkennen.

Die Bauaufgabe bestand darin, diesen Kern freizulegen und die architektonische Qualität wieder sichtbar zu machen. Die überformenden Schichten wurden entfernt, die Sandsteinwände freigelegt und der historische Dachstuhl sichtbar integriert.

Dieses dunkle Eichenholztragwerk bildet heute das räumliche Rückgrat im Inneren und verleiht den Wohnbereichen in Kombination mit den raumgliedernden Brettsperrholzelementen sowie den hohen und offenen Räumen eine zeitlose Qualität.

Äußerlich orientiert sich die neue Dacheindeckung an der unmittelbaren Umgebung. Die wieder eingesetzte Klöntür – zweigeteilt und funktional – interpretiert ein traditionelles Element der Region zeitgemäß. Das erneuerte Scheunentor betont die ländliche Typologie des Ensembles. Die große Öffnung zur rückwärtigen Gartenseite bringt viel Tageslicht in den Koch‑ und Essbereich und verknüpft den historischen Bestand mit einem neu definierten Außenraum.

Die Scheune wurde als Ergänzung zum Wohnhaus neu interpretiert. Sie nimmt heute eine Kombination aus Pool, Bar und Werkstatt auf und bleibt damit ihrer ursprünglichen Rolle als funktionaler, offener Baukörper treu. Auch hier bleibt der Dialog zwischen alt und neu dank freigelegter Sandsteinwände, warmen Holzoberflächen zusammen mit moderner Innenarchitektur überall erhalten.

So entstand ein Haus, das nun nach außen seinen historischen Ursprung wieder zeigt, im Inneren jedoch eine architektonische Gegenwart präsentiert. Nachhaltige Transformation liegt hier nicht in der musealen Wahrung des Vorhandenen, sondern seiner behutsamen Weiterentwicklung basierend auf der Identität des Ortes.