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SCOPE Architekten

Infrastrukturgebäude N1 - Grünbeck Campus

Low-Tech-Neubau als Auftakt der Campusentwicklung
Markus Guhl
Markus Guhl
Ort
Höchstädt an der Donau
Gebäudekategorie
Büro und Verwaltung
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2026
Material Fassade
Metall
Mit dem Infrastrukturgebäude N1 realisiert SCOPE Architekten den ersten Baustein einer langfristigen Entwicklung des Firmencampus von Grünbeck in Höchstädt. Der Neubau bündelt unterschiedliche betriebliche Funktionen in einem kompakten Gebäude und bildet zugleich den Auftakt für eine übergeordnete architektonische Identität des Standorts.

Auf zwei Ebenen vereint das Gebäude Verwaltung, Werkstätten und Lagerflächen für die betriebliche Instandhaltung. Im Erdgeschoss gruppieren sich Werkstätten, Garagen und eine Fahrzeugwaschanlage um einen zentralen Betriebshof. Das Obergeschoss nimmt die Büroarbeitsplätze für rund 40 Mitarbeitende auf. Die unterschiedlichen Anforderungen von gewerblichen und administrativen Nutzungen werden damit innerhalb eines klar gegliederten Baukörpers zusammengeführt.

Die Architektur folgt einem bewusst reduzierten Ansatz. Vorgefertigte Bauteile, eine einfache Konstruktion und ein Low-Tech-orientierter Ausbau ermöglichen robuste und langfristig nutzbare Strukturen. Sichtbeton, großflächige Verglasungen und eine zurückhaltende Materialpalette prägen das Gebäude. Auf zusätzliche Ausbauschichten wurde weitgehend verzichtet; stattdessen bleiben Materialien und Konstruktion unmittelbar ablesbar. Langlebige und wartungsarme Oberflächen sowie Akustikelemente aus recyceltem PET unterstützen den ressourcenbewussten Ansatz.

Auch die Fassade macht die unterschiedlichen Nutzungen des Gebäudes sichtbar. Das Erdgeschoss bildet mit seiner dunklen Metallfassade einen robusten Sockel. Eine unregelmäßige Profilierung verleiht der Oberfläche Tiefe und verändert ihre Wirkung abhängig von Blickwinkel und Lichteinfall. Schmale Öffnungen mit perforierten Metallpaneelen reagieren auf die funktionalen Anforderungen der dahinterliegenden Werkstattbereiche.

Das Obergeschoss setzt sich davon durch großzügige Verglasungen deutlich ab. Die transparente Fassade bringt viel Tageslicht in die Büroflächen und verleiht dem oberen Gebäudeteil eine leichtere und offenere Wirkung. Der Kontrast zwischen geschlossenem, widerstandsfähigem Sockel und transparentem Obergeschoss übersetzt die unterschiedlichen Funktionen in eine klar lesbare architektonische Gliederung.

Im Innenraum wird die reduzierte Haltung konsequent fortgeführt. Sichtbeton und offen belassene konstruktive Elemente treffen auf eine präzise Lichtplanung und wenige gezielt eingesetzte Materialien. Dezente Grüntöne nehmen Bezug auf die Corporate Identity von Grünbeck, ohne den Raum visuell zu dominieren. So entsteht eine funktionale Arbeitsumgebung, in der technische Anforderungen und gestalterische Identität miteinander verbunden werden.

Die kurze Bauzeit von nur einem Jahr war ein weiterer bestimmender Faktor für Planung und Konstruktion. Durch den hohen Vorfertigungsgrad und die bewusste Reduktion des Ausbaus konnte das Gebäude innerhalb des engen Zeitrahmens umgesetzt werden. Gleichzeitig bildet die robuste und flexible Struktur eine langfristige Grundlage für die Nutzung.

Als erster realisierter Baustein der von SCOPE entwickelten Vision für den Standort übernimmt das Infrastrukturgebäude damit eine über seine unmittelbare Funktion hinausgehende Aufgabe: Es definiert wesentliche Prinzipien für die zukünftige architektonische Entwicklung des Grünbeck Campus und verbindet funktionale Anforderungen, Ressourcenschonung und eine eigenständige gestalterische Identität.