Zurück zum Profil
SCOPE Architekten

SAP AppHaus Walldorf

Co-Creation und Design Thinking im Bestand
Philip Kottlorz
Philip Kottlorz
Ort
Walldorf
Gebäudekategorie
Büro und Verwaltung
Bauvorhaben
Umbau
Jahr der Fertigstellung
2026
Material Fassade
Beton
Mit dem neuen SAP AppHaus am Headquarter in Walldorf transformieren SCOPE Architekten in Zusammenarbeit mit SAP eine bestehende Fläche im ersten Obergeschoss des SAP Learning Center WDF05 zu einem offenen Innovationsraum für Workshops, Design Thinking und Co-Creation. Auf rund 350 Quadratmetern entsteht eine flexible Arbeitsumgebung, die unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit unterstützt und als Teil der Campusinitiative „Fit for Future“ die Innovationslandschaft des Headquarters erweitert.

Im Zentrum des Entwurfs steht die Idee der „Drafting Hall“ – eines Ortes, an dem Ideen durch Zusammenarbeit, Experimentieren und Iteration Form annehmen. Das Gestaltungskonzept greift die Identität und Erfahrungen des ehemaligen SAP AppHauses in Heidelberg auf und entwickelt sie für den Standort Walldorf weiter. Statt einzelner abgeschlossener Räume entsteht eine großzügige, zusammenhängende Fläche, die Offenheit und konzentriertes Arbeiten gleichermaßen ermöglicht. Raumhohe Verglasungen öffnen den Blick in den angrenzenden Wald und verankern den Innenraum in seiner Umgebung.

Eine Welcome Area mit Kitchenette, High Table und Stauraum bildet den Übergang zwischen Ankommen und Arbeiten. Ein geschwungener Empfangstresen aus Eichenholz markiert den Auftakt, während eine strukturierte Glasfolierung eine transparente, zugleich blickgeschützte Trennung zu den Workshopbereichen schafft. Daran schließen der offene Design-Thinking-Bereich, eine Lounge, die Locker Zone sowie eine flexibel nutzbare Speaker- und Präsentationsfläche an.

Die offene Struktur lässt sich abhängig von Workshopformat und Gruppengröße verändern. Blickdichte Vorhänge teilen die Fläche bei Bedarf in konzentriertere Arbeitsbereiche. PET-Filzpaneele mit integrierten Magnetleisten dienen zugleich der Akustik und als Arbeitsflächen für Skizzen, Gedanken und Prototypen. Mobile Loungemöbel ermöglichen weitere räumliche Konfigurationen und unterstützen den Wechsel zwischen konzentrierter Arbeit, Präsentation und informellem Austausch.

Auch die Deckengestaltung unterstützt die Zonierung des offenen Grundrisses. Geradlinige Akustiklamellen treffen auf einen geschwungenen Deckenkoffer, der weichere, organische Bereiche definiert, ohne die räumliche Großzügigkeit zu unterbrechen. Gebäudetechnik und Lüftung bleiben in Teilen sichtbar. Linienleuchten und Deckenspots ergänzen die Struktur um eine flexible Beleuchtung für unterschiedliche Arbeits- und Veranstaltungsformate.

Materialien und Farben differenzieren die einzelnen Bereiche zusätzlich. Eichenparkett kennzeichnet den Arbeitsbereich, während salbeigrüner Teppich Lounge- und Atriumzonen fasst. Petrol, gedecktes Rosé und Salbeigrün treffen auf Eichenholz und helle Naturtöne; hellblaue Vorhänge setzen gezielte Akzente. Die Kombination aus Holz, Textilien und recycelten PET-Oberflächen schafft dabei eine warme Materialität innerhalb der offenen Arbeitslandschaft.

Der Entwurf versteht die Neugestaltung zugleich als Weiterentwicklung des Bestands. Anstatt die vorhandene Fläche vollständig neu aufzubauen, werden bestehende räumliche Qualitäten aufgenommen und für die neue Nutzung transformiert. Recycelte PET-Akustikpaneele, langlebige Naturmaterialien und eine flexibel nutzbare Raumstruktur ergänzen diesen Ansatz. So entsteht kein statischer Workshopraum, sondern eine anpassungsfähige Plattform, die auf unterschiedliche Co-Creation-Formate und zukünftige Anforderungen reagieren kann.