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4a Architekten

Salinarium Therme in Bad Dürkheim

Erweiterung des Salinarium um eine Thermen- und Saunalandschaft unter laufendem Betrieb
Uwe Ditz
Uwe Ditz
Ort
Bad Dürkheim
Gebäudekategorie
Sport, Schwimmen, Wellness
Bauvorhaben
Erweiterung
Jahr der Fertigstellung
2026
Material Fassade
Glas
Architektenpreis
BIG SEE Architecture Award 2026
ICONIC AWARDS 2026
Das Salinarium liegt in unmittelbarer Nähe des Kurparks im Zentrum von Bad Dürkheim. Mit der Erweiterung des bestehenden Freizeitbads um einen Thermen- und Saunabereich haben 4a Architekten das Ensemble behutsam weiterentwickelt und architektonisch neu gefasst. Ziel war es, den Neubau präzise in die vorhandenen Strukturen von Freizeit- und Freibad einzubinden und dem Salinarium eine neue Identität zu verleihen – ohne den laufenden Betrieb zu unterbrechen.

Weiterbauen und neu verbinden
Den architektonischen Auftakt bildet ein neu gestalteter Eingangsbereich mit weit auskragendem Dach, der dem Ensemble eine klare Adresse verleiht. Von hier führt ein Erschließungsgang zum rückwärtig gelegenen Thermenbereich. Einblicke in die bestehende Badehalle sowie die Kunstinstallation „Wellengang“ von Ricarda Mieth begleiten den Weg und inszenieren den Übergang vom lebendigen Freizeitbad in die ruhigere Thermenwelt.

Geschwungene Formen prägen den Neubau und schaffen fließende Raumfolgen mit intuitiver Orientierung. Während sich das Badeangebot im Erdgeschoss nach innen und außen öffnet, entwickelt sich die Saunalandschaft als vertikale Raumsequenz über drei Ebenen. Gastronomie und Ruhebereiche mit Blick auf Park und Stadt ergänzen das Raumprogramm. Saunagarten, Freibereich und Dachterrasse schaffen auf allen Ebenen Bezüge nach außen und verknüpfen Architektur und Landschaft.

Material, Licht und Atmosphäre
Gestalterisch setzt sich die Therme bewusst vom lebhafteren Freizeitbad ab. Sichtbeton, Holzlamellen, Feinsteinzeug und keramische Beläge in gedeckten Farbtönen bestimmen die reduzierte Materialpalette und schaffen eine ruhige, zeitlose Atmosphäre. Grau geflieste Becken fügen sich in das zurückhaltende Farbkonzept ein. Großzügige Verglasungen bringen Tageslicht tief in die Räume, während präzise gesetzte Lichtlinien architektonische Elemente akzentuieren und die Orientierung unterstützen.

Nach außen erhält die Erweiterung einen eigenständigen Ausdruck. Umlaufende Fassadenbänder fassen den Thermenbereich zusammen und machen zugleich das Verhältnis von Bestand und Neubau ablesbar. Ihre goldene Tönung ist vom gereiften Riesling inspiriert und übersetzt die Weintradition Bad Dürkheims in eine zeitgemäße architektonische Sprache.

Transformation statt Ersatz
Alt und Neu sind konstruktiv klar getrennt, funktional und gestalterisch jedoch eng miteinander verbunden. Der Erhalt und die Weiterentwicklung des Freizeitbads reduzieren den Einsatz neuer Ressourcen und bewahren die im Bestand gebundene graue Energie. Langlebige Konstruktionen und robuste Materialien unterstützen diesen Ansatz. Eine energetisch optimierte Gebäudehülle, Wärmerückgewinnung, bedarfsgerechte Steuerungen, Photovoltaik sowie begrünte Dachflächen ergänzen das Konzept.

So entsteht aus dem bestehenden Freizeitbad und der neuen Therme ein Ensemble, das Vertrautes bewahrt und zugleich eine neue räumliche und atmosphärische Qualität entwickelt.

Bauherr: Stadtwerke Bad Dürkheim GmbH