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Gut Angerhof Pferdestall

Neubau einer Reitsportanlage
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Ort
Landsberg am Lech
Gebäudekategorie
Sport, Schwimmen, Wellness
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2026
Material Fassade
Holz, Metall
Ein ehemaliger Milchviehbetrieb im oberbayerischen Reichling wird in eine Reitsportanlage mit landwirtschaftlichem Betrieb umstrukturiert. Im Mittelpunkt des Entwurfs steht die Frage, wie sich die natürliche Lebensweise der Pferde mit den Anforderungen eines funktionierenden Betriebs vereinen lässt. Die Antwort ist radikal reduziert: Architektur auf ein Minimum, lediglich Dächer, die sich frei in die Landschaft legen und Schutz vor Niederschlag und Sonne bieten.
Das Raumprogramm ist dicht: 42 Paddockboxen mit direktem Außenbereich, ein Gruppenstall, eine Reithalle von 20 × 60 Metern, ein Außenreitplatz (30 × 70 m), eine Longierhalle mit 18 Metern Durchmesser, Solarium, Laufband, Sattelkammern, Putz- und Waschplätze sowie ein Café mit vollständig öffenbarer Fassade. Die Gesamtfläche der Neubauten beträgt rund 5.800 Quadratmeter.
Die Ställe im Süden sind in einer Hofsequenz angeordnet, die die Anlage gliedert und beim Durchqueren einzeln wahrnehmbar macht. Der erste Hof, gefasst von Wohnhaus, Café und Reithalle, ist der Ankunftsbereich. Durch das Café gelangt man in den Reiterhof, geprägt von der langen offenen Längsfassade der Reithalle und dem ersten Stalltrakt; ein kleiner Garten lädt zum Verweilen ein. Es folgt der Zentralbereich für die Vor- und Nachbereitung der Pferde, dann der größte Hof, um den sich die Paddockboxen gruppieren. Entlang der nördlichen Grundstücksgrenze stehen die landwirtschaftlichen Gebäude: eine große Maschinenhalle mit Fahrsilo und Dunglager, eine Heutrocknungshalle mit separatem Futterlager sowie ein umgenutzter Bestandsstadel, der heute Werkstatt und Heizzentrale mit Hackschnitzelheizung beherbergt.
Ein massiver Betonsockel hebt die Gebäude aus dem Gelände heraus und folgt der Topografie. Darüber liegt ein leichter Holzbau mit Holzdeckelschalung. Das Dach der Stalltrakte ruht auf einer mittigen Stahlbetonscheibe und außenliegenden Holzstützen; der Aufbau bleibt offen für maximale Luftzirkulation. Die Boxen bestehen aus verzinkten Metallrahmen, ausgefacht mit Bambusholz. Die Entmistung läuft vollautomatisch: Eine Vakuumanlage saugt den Mist über Bodenleitungen aus jeder Box ab und transportiert ihn direkt zum zentralen Dunglager. Die geschwungenen, extensiv begrünten Flachdächer speichern Regenwasser und regulieren das Mikroklima. Die Longierhalle entstand aus einer stillgelegten Gülletonne, die mit einem Einschnitt für den Eingang und einem Dach versehen wurde.