DBCO
Nationalpark-Tor Keltenpark
Patrick Johannsen
Das Nationalpark-Tor Keltenpark in Otzenhausen ist als zentraler Informationspunkt für den Nationalpark Hunsrück-Hochwald auf deutliche Signalwirkung angelegt. Von der Ringwallstraße im Nordosten empfängt der zweigeschossige Baukörper des Neubaus die Besucher markant, während er sich in Richtung des Keltendorfes im Südwesten über die abgeschleppte Dachkontur in die Topografie einschreibt und den Blick auf den jüngsten Nationalpark Deutschlands, den Hunsrück-Hochwald, freihält.
Konzeptioneller Ausgangspunkt ist die Figur des Keltenkreuzes: Die Kreuzform fasst im Außenraum vier thematische Freiräume, die den Nutzungsschwerpunkten des Hauses folgen: Tourismus (Vorplatz mit Eingang, Shop, Gastronomie), Park-Ranger (Wirtschaftshof mit Verwaltung und Service), Natur (Blickachse Keltenpark, Amphitheater, Keltendorf) und Bildung (Lehrwiese mit Ausstellung und Veranstaltungsräumlichkeiten). Typologisch bilden zwei stark gekrümmte, 1- bis 2-geschossige Riegel eine Grundform, in deren Berührungspunkt ein großzügiges Foyer entsteht. Von diesem werden die vier Balkenenden des Kreuzes auf kurzem Wege erschlossen, der Versprung im Geländeniveau zwischen Haupteingang und Keltendorf wird nach dem Prinzip der gleichen Wege für alle selbstverständlich über Freitreppe und Aufzug überwunden. Park-Verwaltung, Ausstellung, Veranstaltung und Gastronomie können unabhängig voneinander betrieben werden.
Die Räume sind robust und wandlungsfähig angelegt. Die Dauerausstellung wird als veredelter Rohbau betreten, ein großer zusammenhängender Raum mit Empore, offen sichtbarer Technikdecke und eigenem Aufzug, über den die zweite Ebene barrierefrei erschlossen ist. Die Veranstaltungsräume lassen sich über Faltschiebewände zu einem großen Saal zusammenschalten oder als Einzelräume für pädagogische Angebote, Sonder- und Wechselausstellungen oder Feierlichkeiten gleichermaßen nutzen. Die Gastronomie kann sowohl Lehrwiese und Veranstaltungsräume als auch die Außenterrasse vor dem Haupteingang bedienen.
Konstruktiv folgt das Gebäude einer klaren Zweiteilung: massiver Sockel und Kernstruktur in Stahlbeton, darüber ein leichtes, gegliedertes Kleid aus Holz. Im Erdgeschoss von Foyer und Gastronomie öffnen Pfosten-Riegel-Fassaden in Holz-Aluminium den Bau zur Landschaft, darüber schichten sich Holzständer und eine vorgehängte hinterlüftete Holzfassade aus Lärche mit Boden-Deckel-Schalung und schmalen Dekorleisten. Markantes Herzstück ist das Dachtragwerk des Foyers, das als Dreieckstragwerk die unterschiedlichen Höhen der beiden Riegel und die Geometrie der gebogenen Riegel geschickt räumlich verbindet: Doppelträger aus Buchenfurnierschichtholz als Primärtragwerk erlauben eine Reduktion der Trägerhöhe um rund 60 Prozent auf das Niveau der Nadelholz-Nebenträger: Der Bau konnte so kleiner, wirtschaftlicher und ressourcenschonender werden.
Die technische Versorgung nimmt Bezug auf die Waldregion, in die sich der Bau einschreibt: Ein Holzpelletkessel mit angeschlossenem Bunker erzeugt die Wärme, ein Bodenkanal unter dem Foyer verbindet die beiden Technikzentralen über und unter dem Bau. Verteilt wird die Wärme über Niedertemperatursysteme in Form von Fußbodenheizung und Deckenstrahlplatten. Das Regenwasser wird entlang des Hangs abgeführt und in einem Retentionsteich gesammelt, extensive Dachbegrünungen dienen als Zwischenpuffer und setzen die topografische Bewegung des Grundstücks auf den Dächern fort.
Kulturell verankert ist der Bau in der Nachbarschaft des keltischen Ringwalls von Otzenhausen, einer der bedeutendsten historischen Festungsanlagen der Region: Die runden Formen und die Kreuzfigur des Neubaus zitieren dieses Erbe. Das gemeinsam mit dem Bauherrn entwickelte Oberflächen- und Materialkonzept setzt die landschaftliche Verankerung konsequent fort, mit sägerau geschaltem Sichtbeton, geschichteter Holzfassade und extensiver Dachbegrünung.
Barrierefreiheit ist dabei nicht Zusatz, sondern strukturelles Prinzip: Zwei Aufzüge, taktiles Leitsystem, kontrastreiche Materialien und ein zusätzliches Behinderten-WC im Windfang der Gastronomie sichern eine gleichberechtigte Erschließung, abgestimmt mit den Behindertenbeauftragten von Saarland und Rheinland-Pfalz.
Entstanden ist das Nationalpark-Tor Keltenpark im Auftrag eines eigens gegründeten Zweckverbands, aus einem einstufigen Realisierungswettbewerb mit anschließendem Verhandlungsverfahren, den DBCO für sich entscheiden konnte. Der Wettbewerb suchte ein Haus, das Bildungsort, Werkstatt, Museum, Parkverwaltung, Gastronomie und Empfangsgebäude für den Urwald von morgen zugleich sein sollte. Die Funktionen verzahnen sich zu einem einzigen Bau, der die Landschaft rahmt, und der, wenn Dach- und Landschaftsbegrünung aufgewachsen sind, mit ihr verschmelzen wird.
Konzeptioneller Ausgangspunkt ist die Figur des Keltenkreuzes: Die Kreuzform fasst im Außenraum vier thematische Freiräume, die den Nutzungsschwerpunkten des Hauses folgen: Tourismus (Vorplatz mit Eingang, Shop, Gastronomie), Park-Ranger (Wirtschaftshof mit Verwaltung und Service), Natur (Blickachse Keltenpark, Amphitheater, Keltendorf) und Bildung (Lehrwiese mit Ausstellung und Veranstaltungsräumlichkeiten). Typologisch bilden zwei stark gekrümmte, 1- bis 2-geschossige Riegel eine Grundform, in deren Berührungspunkt ein großzügiges Foyer entsteht. Von diesem werden die vier Balkenenden des Kreuzes auf kurzem Wege erschlossen, der Versprung im Geländeniveau zwischen Haupteingang und Keltendorf wird nach dem Prinzip der gleichen Wege für alle selbstverständlich über Freitreppe und Aufzug überwunden. Park-Verwaltung, Ausstellung, Veranstaltung und Gastronomie können unabhängig voneinander betrieben werden.
Die Räume sind robust und wandlungsfähig angelegt. Die Dauerausstellung wird als veredelter Rohbau betreten, ein großer zusammenhängender Raum mit Empore, offen sichtbarer Technikdecke und eigenem Aufzug, über den die zweite Ebene barrierefrei erschlossen ist. Die Veranstaltungsräume lassen sich über Faltschiebewände zu einem großen Saal zusammenschalten oder als Einzelräume für pädagogische Angebote, Sonder- und Wechselausstellungen oder Feierlichkeiten gleichermaßen nutzen. Die Gastronomie kann sowohl Lehrwiese und Veranstaltungsräume als auch die Außenterrasse vor dem Haupteingang bedienen.
Konstruktiv folgt das Gebäude einer klaren Zweiteilung: massiver Sockel und Kernstruktur in Stahlbeton, darüber ein leichtes, gegliedertes Kleid aus Holz. Im Erdgeschoss von Foyer und Gastronomie öffnen Pfosten-Riegel-Fassaden in Holz-Aluminium den Bau zur Landschaft, darüber schichten sich Holzständer und eine vorgehängte hinterlüftete Holzfassade aus Lärche mit Boden-Deckel-Schalung und schmalen Dekorleisten. Markantes Herzstück ist das Dachtragwerk des Foyers, das als Dreieckstragwerk die unterschiedlichen Höhen der beiden Riegel und die Geometrie der gebogenen Riegel geschickt räumlich verbindet: Doppelträger aus Buchenfurnierschichtholz als Primärtragwerk erlauben eine Reduktion der Trägerhöhe um rund 60 Prozent auf das Niveau der Nadelholz-Nebenträger: Der Bau konnte so kleiner, wirtschaftlicher und ressourcenschonender werden.
Die technische Versorgung nimmt Bezug auf die Waldregion, in die sich der Bau einschreibt: Ein Holzpelletkessel mit angeschlossenem Bunker erzeugt die Wärme, ein Bodenkanal unter dem Foyer verbindet die beiden Technikzentralen über und unter dem Bau. Verteilt wird die Wärme über Niedertemperatursysteme in Form von Fußbodenheizung und Deckenstrahlplatten. Das Regenwasser wird entlang des Hangs abgeführt und in einem Retentionsteich gesammelt, extensive Dachbegrünungen dienen als Zwischenpuffer und setzen die topografische Bewegung des Grundstücks auf den Dächern fort.
Kulturell verankert ist der Bau in der Nachbarschaft des keltischen Ringwalls von Otzenhausen, einer der bedeutendsten historischen Festungsanlagen der Region: Die runden Formen und die Kreuzfigur des Neubaus zitieren dieses Erbe. Das gemeinsam mit dem Bauherrn entwickelte Oberflächen- und Materialkonzept setzt die landschaftliche Verankerung konsequent fort, mit sägerau geschaltem Sichtbeton, geschichteter Holzfassade und extensiver Dachbegrünung.
Barrierefreiheit ist dabei nicht Zusatz, sondern strukturelles Prinzip: Zwei Aufzüge, taktiles Leitsystem, kontrastreiche Materialien und ein zusätzliches Behinderten-WC im Windfang der Gastronomie sichern eine gleichberechtigte Erschließung, abgestimmt mit den Behindertenbeauftragten von Saarland und Rheinland-Pfalz.
Entstanden ist das Nationalpark-Tor Keltenpark im Auftrag eines eigens gegründeten Zweckverbands, aus einem einstufigen Realisierungswettbewerb mit anschließendem Verhandlungsverfahren, den DBCO für sich entscheiden konnte. Der Wettbewerb suchte ein Haus, das Bildungsort, Werkstatt, Museum, Parkverwaltung, Gastronomie und Empfangsgebäude für den Urwald von morgen zugleich sein sollte. Die Funktionen verzahnen sich zu einem einzigen Bau, der die Landschaft rahmt, und der, wenn Dach- und Landschaftsbegrünung aufgewachsen sind, mit ihr verschmelzen wird.









