DBCO
Deutsches Bergbau-Museum
Patrick Johannsen
Der Umbau des Deutschen Bergbau-Museums Bochum verbindet die denkmalgerechte Sanierung mit einer neuen inhaltlichen Ausrichtung des Hauses. Gegründet wurde das Museum 1930. Seine architektonische Prägung geht wesentlich auf den Industriearchitekten Fritz Schupp zurück. Seit 1973 steht am Eingang das 71,4 Meter hohe Fördergerüst der ehemaligen Zeche Germania und bestimmt bis heute die Silhouette des Hauses.
Mit dem 2013 begonnenen Projekt DBM 2020 wurde das Museum grundlegend weiterentwickelt, inhaltlich wie baulich. Ziel war, das Deutsche Bergbau-Museum als international ausgerichtetes Forschungsmuseum für Georessourcen zu profilieren und es zugleich als Gedächtnis der deutschen Steinkohle zu bewahren. Modernisierung der Ausstellungen, bessere Besucherführung und die bauliche Ertüchtigung des Bestands gehörten dabei zusammen.
Die architektonische Strategie geht von den unterschiedlichen Bauphasen des Gebäudes aus. Die Bauteile der 1930er, 1970er und 1980er Jahre wurden in ihrem jeweiligen Charakter erhalten und behutsam an die neuen Dauerausstellungen angepasst. Die Eingriffe überformen den Bestand nicht. Sie schreiben ihn im historischen Kontext weiter.
Besonders deutlich wird das im Eingangsbereich. Die in den 1980er Jahren verschlossenen Oberlichter wurden wieder geöffnet, sodass die Eingangshalle ihre ursprüngliche räumliche Klarheit zurückgewinnt. Ein neues Glasdach bringt Tageslicht in den Empfangsbereich. Dort liegt ein rund sieben Tonnen schwerer Kohlebrocken der Zeche Prosper-Haniel und verweist unmittelbar auf das Thema des Hauses, die Gewinnung und Nutzung von Rohstoffen.
Die zuvor verstreuten Funktionen sind nun in der Eingangshalle zusammengeführt. Kasse, Information und Gastronomie sind klar ablesbar und erleichtern die Orientierung. Um die zentrale Halle liegen das Auditorium, die museumspädagogischen Bereiche und die Workshopräume. So entstand ein großzügiger Ankunftsort, der zugleich als Treffpunkt des Museums dient.
Die neu strukturierte Dauerausstellung machte eine vollständige Überarbeitung der Besucherführung nötig. Die Rundgänge wurden thematisch neu geordnet und barrierefrei verknüpft. Heute führen vier Ausstellungstouren durch die Themen Steinkohle, Bergbau, Georessourcen sowie Kunst und Kultur. Die räumliche Organisation lässt sowohl die eigenständige Erkundung als auch geführte Formate zu.
Barrierefreiheit war von Beginn an Teil der Gesamtplanung. Wege, Übergänge und Aufenthaltsbereiche sind so angelegt, dass sich die verschiedenen Ausstellungsteile ohne räumliche Hierarchien erschließen. Damit schafft die Architektur die Voraussetzung für ein inklusives Besuchserlebnis und eine flexible Nutzung durch unterschiedliche Zielgruppen.
Parallel zur inhaltlichen und räumlichen Neuordnung wurden Gebäudehülle und Tragwerk umfassend saniert. Die Arbeiten betrafen konstruktive, bauphysikalische und technische Aspekte des Bestands. Sämtliche Eingriffe innen wie außen entstanden in enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden.
Eine besondere Herausforderung war, all das im laufenden Museumsbetrieb umzusetzen.
Bauabschnitte, Ausstellungsumbau, Bestandsschutz und der tägliche Besucherverkehr mussten aufeinander abgestimmt werden. Durch die enge Beteiligung der Nutzerinnen und Nutzer flossen betriebliche Abläufe, wissenschaftliche Anforderungen und museumspädagogische Bedürfnisse früh in die Planung ein.
Die Umsetzung erfolgte in vier aufeinander aufbauenden Bauabschnitten. Unser Büro wurde mit der Objektplanung der ersten beiden beauftragt. Der erste Bauabschnitt umfasste die Generalsanierung der Nordhälfte des Haupthauses mit den Ausstellungen zum Erbe der deutschen Steinkohle und zur Kulturgeschichte des Bergbaus. Der zweite Bauabschnitt betraf die Südhälfte und die neue, forschungsorientierte Ausstellung zu den Georessourcen.
Die Architektur des erneuerten Museums bildet den Rahmen für eine zeitgemäße Wissensvermittlung, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Historische Raumproportionen, Materialien und Gebäudestrukturen bleiben ablesbar. Neue Elemente sind präzise eingefügt und unterstützen Orientierung und Ausstellung.
Das Museum bewahrt Objekte und Dokumente der Montangeschichte und macht zugleich die räumlichen und gesellschaftlichen Bedingungen sichtbar, unter denen diese Geschichte entstand. Als Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen blickt das DBM über den deutschen Steinkohlenbergbau hinaus auf die globalen Zusammenhänge der Rohstoffgewinnung und auf eine nachhaltige Nutzung von Ressourcen.
Mit seinem markanten Baukörper und dem weithin sichtbaren Fördergerüst ist das Deutsche Bergbau-Museum fest im Stadtraum Bochums verankert. Die Generalsanierung stärkt diese Präsenz und überführt sie in ein zeitgemäßes Museumskonzept. So wird der Bau zu einer Würdigung der Bergleute und zu einem Ort des kulturellen Gedächtnisses, der auch dem Ruhrgebiet neue Impulse gibt.
Mit dem 2013 begonnenen Projekt DBM 2020 wurde das Museum grundlegend weiterentwickelt, inhaltlich wie baulich. Ziel war, das Deutsche Bergbau-Museum als international ausgerichtetes Forschungsmuseum für Georessourcen zu profilieren und es zugleich als Gedächtnis der deutschen Steinkohle zu bewahren. Modernisierung der Ausstellungen, bessere Besucherführung und die bauliche Ertüchtigung des Bestands gehörten dabei zusammen.
Die architektonische Strategie geht von den unterschiedlichen Bauphasen des Gebäudes aus. Die Bauteile der 1930er, 1970er und 1980er Jahre wurden in ihrem jeweiligen Charakter erhalten und behutsam an die neuen Dauerausstellungen angepasst. Die Eingriffe überformen den Bestand nicht. Sie schreiben ihn im historischen Kontext weiter.
Besonders deutlich wird das im Eingangsbereich. Die in den 1980er Jahren verschlossenen Oberlichter wurden wieder geöffnet, sodass die Eingangshalle ihre ursprüngliche räumliche Klarheit zurückgewinnt. Ein neues Glasdach bringt Tageslicht in den Empfangsbereich. Dort liegt ein rund sieben Tonnen schwerer Kohlebrocken der Zeche Prosper-Haniel und verweist unmittelbar auf das Thema des Hauses, die Gewinnung und Nutzung von Rohstoffen.
Die zuvor verstreuten Funktionen sind nun in der Eingangshalle zusammengeführt. Kasse, Information und Gastronomie sind klar ablesbar und erleichtern die Orientierung. Um die zentrale Halle liegen das Auditorium, die museumspädagogischen Bereiche und die Workshopräume. So entstand ein großzügiger Ankunftsort, der zugleich als Treffpunkt des Museums dient.
Die neu strukturierte Dauerausstellung machte eine vollständige Überarbeitung der Besucherführung nötig. Die Rundgänge wurden thematisch neu geordnet und barrierefrei verknüpft. Heute führen vier Ausstellungstouren durch die Themen Steinkohle, Bergbau, Georessourcen sowie Kunst und Kultur. Die räumliche Organisation lässt sowohl die eigenständige Erkundung als auch geführte Formate zu.
Barrierefreiheit war von Beginn an Teil der Gesamtplanung. Wege, Übergänge und Aufenthaltsbereiche sind so angelegt, dass sich die verschiedenen Ausstellungsteile ohne räumliche Hierarchien erschließen. Damit schafft die Architektur die Voraussetzung für ein inklusives Besuchserlebnis und eine flexible Nutzung durch unterschiedliche Zielgruppen.
Parallel zur inhaltlichen und räumlichen Neuordnung wurden Gebäudehülle und Tragwerk umfassend saniert. Die Arbeiten betrafen konstruktive, bauphysikalische und technische Aspekte des Bestands. Sämtliche Eingriffe innen wie außen entstanden in enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden.
Eine besondere Herausforderung war, all das im laufenden Museumsbetrieb umzusetzen.
Bauabschnitte, Ausstellungsumbau, Bestandsschutz und der tägliche Besucherverkehr mussten aufeinander abgestimmt werden. Durch die enge Beteiligung der Nutzerinnen und Nutzer flossen betriebliche Abläufe, wissenschaftliche Anforderungen und museumspädagogische Bedürfnisse früh in die Planung ein.
Die Umsetzung erfolgte in vier aufeinander aufbauenden Bauabschnitten. Unser Büro wurde mit der Objektplanung der ersten beiden beauftragt. Der erste Bauabschnitt umfasste die Generalsanierung der Nordhälfte des Haupthauses mit den Ausstellungen zum Erbe der deutschen Steinkohle und zur Kulturgeschichte des Bergbaus. Der zweite Bauabschnitt betraf die Südhälfte und die neue, forschungsorientierte Ausstellung zu den Georessourcen.
Die Architektur des erneuerten Museums bildet den Rahmen für eine zeitgemäße Wissensvermittlung, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Historische Raumproportionen, Materialien und Gebäudestrukturen bleiben ablesbar. Neue Elemente sind präzise eingefügt und unterstützen Orientierung und Ausstellung.
Das Museum bewahrt Objekte und Dokumente der Montangeschichte und macht zugleich die räumlichen und gesellschaftlichen Bedingungen sichtbar, unter denen diese Geschichte entstand. Als Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen blickt das DBM über den deutschen Steinkohlenbergbau hinaus auf die globalen Zusammenhänge der Rohstoffgewinnung und auf eine nachhaltige Nutzung von Ressourcen.
Mit seinem markanten Baukörper und dem weithin sichtbaren Fördergerüst ist das Deutsche Bergbau-Museum fest im Stadtraum Bochums verankert. Die Generalsanierung stärkt diese Präsenz und überführt sie in ein zeitgemäßes Museumskonzept. So wird der Bau zu einer Würdigung der Bergleute und zu einem Ort des kulturellen Gedächtnisses, der auch dem Ruhrgebiet neue Impulse gibt.









