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GRUBER + POPP ARCHITEKTEN

Betonoase

Fotograf: Alexander Blumhoff
Fotograf: Alexander Blumhoff
Ort
Berlin
Gebäudekategorie
Kitas /Kindergärten
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2018
Material Fassade
Beton
Architektenpreis
Wettbewerb 1. Preis
Inmitten von zehn- bis zwanziggeschossigen Wohnhochhäusern haben die Architekten Doris Gruber und Bernhard Popp einen Pavillon mit dem wundersamen Namen „Betonoase“ errichtet. Den Namen hatte der Jugendclub schon vorher an seinem alten Standort in Berlin-Lichtenberg, nur hundert Meter entfernt. Jetzt hat er auch den richtigen Ort und ein sinnliches Haus, das diesem Namen gerecht wird: Das erste öffentliche Gebäude mit warmen Wänden aus Infraleichtbeton, mit einem grünen Dach und einem großen Garten.
 
Siebzig Jugendliche treffen sich hier im Jugendclub und nebenan junge Mütter und Väter mit kleinen Kindern im Familienzentrum. Der Neubau wurde nötig, weil das Dolgensee-Center, der aus den 1970er Jahren stammende Mittelpunkt des Wohngebiets, abgerissen und die Fläche städtebaulich neu geordnet wird. Die Berliner Architekten Doris Gruber und Bernhard Popp nahmen den Namen des Jugendclubs wörtlich und konzipierten im wahrsten Sinne des Wortes eine „Betonoase“. In unmittelbarer Nachbarschaft zu Wohnhochhäusern und Plattenbauten der 1960er und 70er Jahre platzierten sie einen Sichtbetonpavillon in einem grünen Garten. Hier sollen sich Jugendliche zwischen sechs und 18 Jahren aus unterschiedlichsten Ländern treffen, zusammen feiern, spielen, arbeiten, lernen – oder einfach nur gepflegt abhängen.

Der Schutz der Privatsphäre der Nutzer wird zu einem wichtigen Aspekt. Die beiden Einrichtungen sind durch unterschiedliche Eingänge getrennt und verfügen über eindeutig zugeordnete Freibereiche mit jeweils eigenen Qualitäten. Eine Verbindung der Einrichtungen ist jederzeit möglich, ohne die unterschiedlichen Bedürfnisse der einzelnen Jahrgangsstufen zu stören. Der Kerngedanke des Entwurfs beinhaltet den stufenweisen Übergang von öffentlichen zu halböffentlichen und dann zu privaten Bereichen. Diese Abfolge spiegelt auch der Weg: von der Promenade in den Vorgarten (öffentlich) zu den überdachten Zugangsbereichen (halböffentlich) bis in das Gebäude. Innerhalb der Gebäude spiegelt sich diese Abfolge nochmals: von den großen Eingangsbereichen zum Veranstaltungsraum als Verteiler, zu den Räumen mit individueller Nutzung und deutlich privaterem Charakter.

INFRALEICHTBETON

Die Außenwände der Gebäude werden vor Ort monolithisch aus Infraleichtbeton gegossen, einem innovativen Baustoff, der bei Außenwänden eine einschalige Betonkonstruktion erlaubt. Aufgrund der guten Dämmeigenschaften wird bei circa 50 Zentimeter Wandstärke der Passivhausstandard erreicht.