Zurück zur Startseite
KNOWSPACE architecture + cities BDA

Multimedia Pavillon Jinhua Architecture Park

Ort
Jinhua
Gebäudekategorie
Kultur
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2007
Material Fassade
Keramik
Architektenpreis
AR Award 2010 (Commendation)
Bauwelt Preis 2009 (engere Wahl)
Contractworld Award 2009 (Shortlist)
Jinhua / China

Entwurf:         
Erhard An-He Kinzelbach

Projektart:         
Direktbeauftragung

Auftraggeber:         
Jindong New District Government

Fachplaner:         
Hou Xinhua (Statik), Ai Weiwei /FAKE Design (Bauleitung)

Fläche:         
67 m2 BGF

Planungs- / Bauzeit:     
2005-2007

Preise:             
AR Award 2010 (Commendation), Bauwelt Preis 2009 (engere Wahl), Contractworld Award 2009 (Shortlist)

Der Multimedia Pavillon ist Teil des Jinhua Architecture Park in China. Der Park ist ein gemeinschaftliches Projekt, geplant und kuratiert durch den chinesischen Künstler Ai Weiwei, der gemeinsam mit Herzog De Meuron 17 Architekten und Künstler aus 7 Ländern einlud, je einen individuellen Pavillon für den Park zu entwerfen. Der Park erstreckt sich bei einer Breite von maximal 80m über eine Länge von 2,2 km entlang des Yiwu-Flusses.

Der Multimedia Pavillon liegt am zentralen Hauptplatz des Parks. Sein Entwurf interpretiert Multimedia im grund¬legendsten Sinne - als die Projektion eines Filmes mit bewegtem Bild und Ton. Die voll verglaste Stirnfassade öffnet sich zum Park hin und dient zugleich als Eingang und als Projektionsfläche für den Innenraum. Während einer Filmvorfüh¬rung fungiert das gespiegelte Bild als Attraktion im Außenraum; außerhalb der Vorführungen erlaubt die öffenbare Fassade einen Blick in den Pavillon und lässt die innenräumliche Topographie mit der Parklandschaft verschmelzen. Komplementär lädt das Dach, das Sitzstufen für ein Freiluftkino formt, abends zu einer Filmprojektion oder tagsüber zum bloßen Verweilen ein.

Der virtuelle Raum der zwei Filmprojektionstrichter formt den physischen Raum. Dieser entsteht aus der linearen Abfolge von 20 Rahmen. Gemeinsam erzeugen sie durch kontinuierliche Veränderungen in Wand, Boden und De¬cke eine ergonomische und operative Landschaft, die Oberfläche, Konstruktion und Programm in einer Struktur vereint. Die Primärkonstruktion dieser Landschaft ist aus Stahlbeton. Sie schließt nach außen hin mit Edelstahl-Miniaturkacheln ab, während die Innenoberfläche aus Bambus-Sperrholz besteht. Letztere nimmt zugleich Sitzge¬legenheiten, mediale Oberflächen, Stauraum, Lautsprecher und Beleuchtung auf. Der so entstehende polyvalente Raum bedient nicht nur das multimediale Raumprogramm, sondern ermöglicht auch einen Ort der Versammlung und Ruhe inmitten des Parks, an dem sich virtuelle und physische Räume überlagern.