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NKBAK

Integrierte Gesamtschule

Frankfurt Riedberg
(c) Thomas Mayer
(c) Thomas Mayer
Ort
Frankfurt am Main
Gebäudekategorie
Schulen
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2016
Material Fassade
Holz
Der Neubau der 2-zügigen Kooperativen Gesamtschule soll kurzfristig den ersten beiden Jahrgängen ein neues zu Hause geben. In den folgenden Jahren ist dann eine Erweiterung für weitere Jahrgänge angedacht.
Das beschriebene Konzept soll schnell, flexibel und zeitnah umgesetzt werden. Der Neubau wurde daher in modularer Bauweise entwickelt.

Aufbauend auf den Erfahrungen der Europäischen Schule Frankfurt, der ein ähnliches Prinzip zugrunde liegt, wurde das gegebene Raumprogramm in einen Gebäudeentwurf übertragen.
Zwei gegeneinander verschobene Gebäuderiegel werden über einen länglichen Flur miteinander verbunden. Durch die Verschiebung wird eine großzügige natürliche Belichtung der Flurbereiche erreicht, die gleichzeitig eine Verbindung zum Außenraum herstellen. Hier befinden sich auch die zwei Eingänge in das Gebäude.
Die Verschiebungen sind zudem so geplant, dass an einer Seite die angedachte Erweiterung für die kommenden Jahrgänge im 90°-Winkel zu den jetzigen Räumen angebaut werden kann.

Der Flur wird somit neben den Klassenräumen Begegnungsfläche für die Kinder und bietet unterschiedliche Ausblicke in die Umgebung. Die vertikale Erschließung im Gebäude erfolgt über zwei Treppenhäuser, die durch Farben betont sind und somit Orientierung für die Kinder bieten.

Alle Klassen- und Fachräume öffnen sich über großflächig verglaste Fassaden zur Umgebung. Dadurch wird eine größtmögliche natürliche Belichtung erreicht und den Kindern ein großzügiger und offener Bezug in den umliegenden Außenraum ermöglicht. Die natürliche Be- und Entlüftung erfolgt über jeweils neben den Fensterflächen angeordnete Dunkelklappen.

Die Außenwände sind der Umgebung angepasst mit rohen Brettern aus Douglasie verkleidet. Die Fenster- und Türelemente bestehen aus Holz-Profilen. Alle Klassen- und Fachräume erhalten einen außenliegenden Sonnenschutz. Der Flurbereich ist ebenfalls mit einem Sonnenschutz ausgestattet.



Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?

Eine Schule entwerfen und bauen ist immer etwas Besonderes: Sie will nicht zeigen, unter welchem finanziellen, bürokratischen und verwaltungstechnischen Bedingungen öffentliche Schulgebäude entstehen müssen. Und sie will den Schülern und Lehrern das Gefühl von Offenheit, Klarheit, souveräner Stabilität und gestalteter Klugheit vermitteln. Auch aus einem guten Schulgebäude nehmen die Kinder was in ihr Leben mit - wie aus einem guten Schulbuch.
Welche Inspirationen liegen diesem Projekt zugrunde?

Die drängende Not, rasch eine gute neue Schule zu bauen, verlangt von uns Architekten, dass wir uns an der Inspiration des technisch und materiell Möglichen orientieren. Das Klassenzimmerkonzept mag Module, das Material Holz bringt nicht nur augenscheinlich Wärme, das Praktische kann sich von seiner schönen Seite zeigen.

Wie reagiert der Entwurf auf den Ort? (kulturell, topografisch etc.)

Frankfurt-Riedberg ist ein noch junger Stadtbezirk, der 2020 etwa 16.000 Einwohner haben soll. Auf dem Campus Riedberg sind mehr als 10.000 Arbeits- und Studienplätze der Goethe-Universität Frankfurt geplant. Insofern ist die Aufgabe auch, nicht nur zu reagieren, sondern zu agieren - also einen neuen Blick auf die Chancen durch Architektur zu richten.

Inwiefern haben Bauherrschaft, Auftraggeber oder die späteren Nutzer den Entwurf beeinflusst?

Nachdem wir mit unserem Entwurfskonzept für den Neubau einer Vor- und Primarschule der Europäischen Schule Frankfurt zeigen konnten, dass sich alle Schwierigkeiten und Interessen gemeinsam mit allen Beteiligten anspruchsvoll lösen lassen, war dieses Verfahren Wegweiser für unseren Entwurf und seine Ausführung: Alle sind glücklich.

Wie hat sich das Projekt vom ersten Entwurf bis zum vollendeten Bauwerk verändert?

Ehrlich gesagt: kaum. Die Zusammenarbeit mit dem Stadtschulamt, dem Hochbauamt Frankfurt und allen anderen Beteiligten war einfach nur motivierend.

Beeinflussten aktuelle energetische, konstruktive oder gestalterische Tendenzen das Projekt?

Naja - das Thema Energie, die richtungsweisende Modulbauweise mit Holz und die schnörkellose Klarheit, die das Konzept vom Entwurf verlangt, waren wohl die wichtigen Einflussfaktoren.


Grundfläche 835 m²
Höhe 9,6 m
BGF 2.505 m²
Geschosse 3 Geschosse