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OSA Ochs Schmidhuber Architekten GmbH

Rindermarkt

Besonderes Fassadenkonzept im Herzen Münchens
Hiepler Brunier für OSA Ochs Schmidhuber Architekten
Hiepler Brunier für OSA Ochs Schmidhuber Architekten
Ort
München
Gebäudekategorie
Büro und Verwaltung
Bauvorhaben
Sanierung
Jahr der Fertigstellung
2018
Material Fassade
Keramik
Es ist unser zweites Haus am Rindermarkt in München. Für die 1A-Lage, für die der Rindermarkt innerhalb von Münchens Innenstadt steht, haben wir wieder ein besonderes Fassadenkonzept entwickelt, das Alt und Neu, Tradition und Innovation miteinander verbindet. Das Unternehmen, das hier Domizil bezogen hat, ist der renommierte spezialisierte Einzelhändler ‚Sport Schuster‘. Interessant ist der Aspekt, dass sich seine Geschäftsräume nicht nur in unserer Architektur, sondern auch im Nachbarhaus mit der Adresse Rindermarkt 13 befinden.
Münchens Rindermarkt
Der Rindermarkt ist nicht nur Standort der ältesten Pfarrkirche der Stadt, des ‚Alten Peter‘, sondern auch einer der geschichtsträchtigsten Straßenzüge in München. Die Baugeschichte dieses Terrains ist ab dem hohen Mittelalter dokumentiert. Bis ins 19. Jahrhundert hinein fand hier ein Viehmarkt statt, später ließen sich an diesem Ort reiche Patrizier mit ihren Stadtpalais nieder. Bis zum heutigen Tag gilt für diese Adresse: Jeder, der hier bauen darf, tritt ein großes Erbe an. Unsere Aufgabe bestand darin, einen Nachkriegsbau aus den 1950er Jahren abzu-reißen und durch eine neue Architektur zu ersetzen, die der Bedeutung dieses Ortes Ausdruck verleiht. Die ‚Parzelle Rindermarkt 99‘, so wird dieser Stadtraum in einem Plan von 1806 genannt, steht unter Ensembleschutz. Wir waren uns der Verantwortung, die die Neugestaltung dieser Adresse mit sich trägt, bewusst und arbeiteten daher eng mit der Lokalbaukommission, dem Denkmalschutz und dem Stadtheimatpfleger zusammen. Die Bilanz dieser Synergien und unserer Arbeit ist stattlich: Durch die Planung gewannen wir etwa ein Drittel mehr an Geschoss-fläche als der alte Baulinienplan es vorsah. Errichtet haben wir fünf Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss.

Außenhaut und Innenleben
In Anlehnung an die alte Front aus der Nachkriegsära bleibt die klassische Lochfassde plan, jedoch haben wir sie so gestaltet, dass sie dem Betrachter ein kleines Trompe d´oeil der beson-deren Art bietet. Es ist ein Spiel mit der Perspektive und der Wahrnehmung, die diese Architektur am Rindermarkt lebendig werden lässt und zu-gleich nobilitiert. Fassaden, die solchen Ideen verpflichtet sind, gab es in der Architekturge-schichte vor allem in der Renaissance und im Barock, also in der Zeit aufwendiger höfischer Architektur. Die Technik, die in diesen Epochen dafür eingesetzt wurde, war das sogenannte ‚Sgraffito‘. Dabei handelt es sich um eine Putztechnik, bei der Ritzen und Kratzen im Material zum Einsatz kam und so flache Reliefs mit geometrischen Mustern entstanden, die dazu auch Volumen vortäuschten. Wir ersetzten diese Technik durch eine Komposition aus weißen, hell- und dunkelgrauen Fliesen, die so gegeneinander gesetzt sind, dass sie auf der Schauseite je nach Standpunkt des Betrachters dreidimensional zur Geltung kommen können und eine Quaderstruktur vortäuschen.