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Renner Architekten

Kulturhaus Lehrter Straße

Von der Justizvollzugsanstalt zum Ort der freien Kunstszene Berlins
Stefan Müller
Stefan Müller
Ort
Berlin
Gebäudekategorie
Ateliers, Studios
Bauvorhaben
Umbau
Jahr der Fertigstellung
2026
Material Fassade
Mauerwerk
Vom Gefängnis zum Produktionsort für Kunst und Musik: In der ehemaligen Justizvollzugsanstalt an der Lehrter Straße in Berlin-Moabit haben Renner Architekten ein neues Atelier- und Musikhaus geschaffen. Das denkmalgeschützte Gebäudeensemble wird zu einem Arbeitsort für die freie Kunstszene Berlins.

Zwischen 1898 und 1902 als „Nördliche Militär-Arrestanstalt" errichtet, war das backsteinrote Ensemble über mehr als ein Jahrhundert Ort der Strafjustiz. Renner Architekten entwickelten im Auftrag des Landes Berlin ein Konzept, das die einstige Enge der Zellen in produktive Freiräume verwandelt.

Die Transformation einer ehemals geschlossenen Justizvollzugsanstalt in einen offenen Ort der Kunst war dabei nie nur eine Frage der Nutzung, sondern auch eine Frage von Identität und Geschichte. Das Kulturhaus Lehrter Straße steht damit exemplarisch für einen sensiblen Umgang mit historischer Bausubstanz und für eine Stadt, die Räume für ihre Kreativszene schafft, statt sie verschwinden zu lassen.

Im ehemaligen Verwaltungsgebäude entstanden 32 Ateliers für die bildende Kunst. Im benachbarten Zellentrakt entstanden 49 Musikproberäume: Jeweils zwei ehemalige Hafträume wurden zu einem Proberaum zusammengelegt, die historischen Zellentüren mit ihrer ikonischen Farbgestaltung blieben dabei erhalten. Drei Zellen im ersten Obergeschoss blieben bewusst im Ursprungszustand und bilden als Dokumentationsbereich einen Ort, an dem die bewegte Geschichte des Hauses erzählt wird.

Damit 49 Musikproberäume gleichzeitig genutzt werden können entstand ein Haus-im-Haus-Prinzip: Jeder Proberaum erhielt dreiseitig eine akustisch entkoppelte Innenschale, die für optimale Raumakustik und Schallschutz sorgt.

Das Team der Renner Architekten hat bereits den zweiten Bauabschnitt in Planung: Ab 2027 verwandelt sich das ehemalige Gerichtsgebäude in ein Probezentrum für Tanz, Theater und Musik. Sieben große Studios und sieben weitere Proberäume entstehen über drei Geschosse.