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Staab Architekten

GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Marcus Ebener
Marcus Ebener
Ort
Kiel
Gebäudekategorie
Labor-, Forschungsgebäude
Bauvorhaben
Erweiterung
Jahr der Fertigstellung
2023
Material Fassade
Metall
Architektenpreis
Landespreis für Baukultur Schleswig-Holstein 2025 Deutscher Fassadenpreis 2024
An der Kieler Förde entstand direkt am Ufer der Schwentine neben dem Bestandbau des GEO-MAR ein Erweiterungsbau mit 14.500 m2 Nutzfläche. Der Neubau setzt die baulichen Kanten des bestehenden Gebäudes fort und integriert sich mit seinem Cortenstahl-verkleideten Sockel farblich in die von Ziegelbauten geprägte Umgebung. Der Sockel wird durch Patios gegliedert und nimmt Labore und Lager für Expeditionsgeräte auf, die durch die institutseigenen For-schungsschiffe auch von der Wasserseite angeliefert werden.
Auf dem Sockel sind fünf Kuben unterschiedlicher Proportion und Höhe angeordnet, die das beträchtliche Gebäudevolumen im Maßstab der Umgebung gliedern. Vier Kuben nehmen die Forschungsbereiche auf. Ihre gefaltete Metallfassade reflektiert die Farben des Himmels und lässt die Volumen so optisch zurücktreten. Zwischen diesen tritt der fünfte mit einer Cortenstahl-Fassade verkleidete Kubus hervor, der die Gemeinschafts- und Veranstaltungsbereiche und den Haupteingang aufnimmt. Besucher und Mitarbeiter gelangen vom Eingang in eine offene Treppenhalle, die sie zu den Konferenz- und Bibliotheksflächen auf der Wasserseite leitet. Weitere im Gebäude verteilte Aufenthalts- und Besprechungsbereiche mit Blick aufs Wasser fördern den für die Forschung wichtigen Austausch unter den Wissenschaftlern.
Die Erscheinung des Gebäudes verändert sich mit der wechselnden Lichtstimmung von hell-strahlend über grafisch abstrakt bis hin zu dezent schattiert. Die Dreiecksflächen der gefalteten Fassade lassen eine Verwandtschaft zu den Segeln der vorbeiziehenden Boote erkennen, dienen aber zugleich als langlebiger, feststehender Sonnenschutz. Fensterbänder und perforierte Bereiche gliedern die Metallfassade und ermöglichen die optimale Belichtung der Arbeitsflächen in den Forschungskuben.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurde zudem ein Probenlager mit Parkpalette er-richtet. Sockel und Parkpalette wurden mit einer abstrakt wirkenden, vertikal geschuppten Streckmetallfassade verkleidet, hinter der sich die offenen Parkebenen abzeichnen. Das hermetische, vor Umwelteinflüssen geschützte Probenlager erhielt eine großformatig gegliederte Betonfertigteilfassade im selben hellen Grauton.