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STUDIO SF

Neubau eines Büroensembles, Mannheim-Neuostheim

Ben Van Skyhawk
Ben Van Skyhawk
Ort
Mannheim
Gebäudekategorie
Büros, Banken
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2024
Material Fassade
Beton
Gemeinsam mit Adler Immobilien aus Viernheim entwickelte STUDIO SF das neue Büroquartier Connect4 in Mannheim-Neuostheim. Auf einem rund 10.000 m² großen Grundstück in der Hans-Thoma-Straße, in unmittelbarer Nähe zum Mannheimer Flughafen, entstand ein modernes Büroensemble mit vier miteinander verbundenen Gebäuderiegeln, einem Parkhaus für die Beschäftigten sowie großzügigen, naturnah gestalteten Freiflächen.
Mit rund 12.000 m² Büromietfläche bietet Connect4 Raum für unterschiedliche Arbeits- und Nutzungskonzepte. Flexible Büro- und Co-Working-Flächen werden durch Konferenz- und Schulungsbereiche sowie ein Betriebsrestaurant ergänzt. Das Gebäude ist als Multi-Tenant-Objekt konzipiert und ermöglicht sowohl die Nutzung durch größere Unternehmen als auch die Aufteilung in kleinere, voneinander unabhängige Mieteinheiten.
Die städtebauliche Setzung wird durch vier parallel angeordnete Gebäuderiegel bestimmt, die eine klare Kammstruktur bilden. Ein zentraler, gläserner „Connector“ verbindet die einzelnen Baukörper miteinander und wird zum prägenden gestalterischen und funktionalen Element des Ensembles. Er organisiert die Wege innerhalb des Gebäudes, schafft vielfältige Blickbeziehungen und unterstützt den kommunikativen Austausch zwischen den unterschiedlichen Nutzungsbereichen.
 
Die vier Gebäuderiegel bilden trotz ihrer funktionalen Eigenständigkeit eine zusammenhängende architektonische Einheit. Ihre klare Ausrichtung strukturiert das Grundstück und schafft gut proportionierte Zwischenräume mit hoher Aufenthaltsqualität. Die Kammstruktur ermöglicht zugleich eine optimale Belichtung der Büroflächen und eine enge Verzahnung von Architektur und Freiraum.
Im Erdgeschoss befinden sich die zentralen gemeinschaftlichen Nutzungen. Zwei großzügige Eingangsbereiche bilden die Adressen des Büroquartiers und führen in den verbindenden Erschließungsbereich. Ergänzt werden sie durch das Betriebsrestaurant sowie Konferenz- und Schulungsflächen. Die Obergeschosse sind überwiegend den flexibel nutzbaren Büroflächen vorbehalten und bieten Raum für unterschiedliche Arbeitswelten – von klassischen Einzel- und Gruppenbüros bis zu offenen, kommunikationsorientierten Arbeitslandschaften.
In jedem Gebäuderiegel ist ein eigener Erschließungskern mit den zugehörigen Technik- und Sanitärbereichen angeordnet. Diese dezentrale Organisation ermöglicht eine klare Aufteilung der Mietflächen und kurze Wege innerhalb der einzelnen Gebäudeteile. Die statische Struktur wurde so entwickelt, dass nur wenige Stützen innerhalb der Nutzflächen erforderlich sind. Dadurch bleiben die Grundrisse weitgehend frei bespielbar und können entsprechend den individuellen Anforderungen der jeweiligen Nutzer gegliedert werden.
 
Ein durchgängiges Ausbauraster von 1,35 Metern bildet die Grundlage der inneren Organisation. Bürotrennwände können flexibel an die Fassadenkonstruktion angeschlossen und bei veränderten Anforderungen wieder versetzt werden. Diese strukturelle Offenheit gewährleistet eine langfristige Anpassungsfähigkeit der Mietflächen und unterstützt wechselnde Arbeitsplatzkonzepte, Unternehmensgrößen und Organisationsformen.
Die Fassaden verleihen dem Ensemble seine prägnante und hochwertige Erscheinung. Sie wurden als vorgefertigte Sandwichkonstruktion aus Architekturbeton ausgeführt. Unterschiedlich bearbeitete Sichtbetonoberflächen aus Weißzement – glatt geschalt oder sandgestrahlt – erzeugen ein differenziertes Fassadenbild und unterstreichen den Anspruch an Dauerhaftigkeit und Materialqualität.
Eine feine, klassische Linienführung gliedert die Baukörper und verleiht ihnen trotz ihrer Größe eine ruhige und präzise Maßstäblichkeit. Raumhohe Fensterelemente sorgen im Inneren für eine gleichmäßige natürliche Belichtung und ein offenes Raumgefühl. Fensterrahmen und Fensterbänke aus hellbronze eloxiertem Aluminium setzen zurückhaltende Akzente und ergänzen die hellen Betonoberflächen zu einem abgestimmten Materialkonzept.
Um die hohen gestalterischen und technischen Anforderungen innerhalb einer kurzen Planungs- und Bauzeit umzusetzen, wurden ausführende Unternehmen bereits frühzeitig in den Planungsprozess eingebunden. Die Abstimmung zwischen Planung, Konstruktion, Fassade und Gebäudetechnik begann bereits während der Vorentwurfsphase. Diese kooperative Vorgehensweise ermöglichte es, Ausführungsdetails frühzeitig zu prüfen, Schnittstellen zu koordinieren und die Bauabläufe effizient vorzubereiten.
 
Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts liegt auf einem energieeffizienten und möglichst CO₂-neutralen Gebäudebetrieb. Die Wärme- und Kälteversorgung erfolgt über moderne Wärmepumpentechnik. Ergänzt wird das Energiekonzept durch eine möglichst großflächig ausgelegte Photovoltaikanlage, die einen erheblichen Anteil des benötigten Stroms direkt am Standort erzeugt.
Innerhalb der Mietflächen sorgt eine hocheffiziente Hybridlösung aus recycelbaren Metalldecken und integrierten Heiz- und Kühlregistern für ein gleichmäßiges und angenehmes Raumklima. Die Systeme verbinden die Funktionen Heizen, Kühlen und Akustik in einer technisch und gestalterisch integrierten Lösung.
 
Die Nutzflächen verfügen darüber hinaus über eine kontrollierte Be- und Entlüftung mit integrierter Wärmerückgewinnung. Präsenzmelder und Sensortechnik steuern Heizung, Kühlung, Lüftung und Beleuchtung bedarfsgerecht. Die technischen Anlagen werden nur dann aktiviert, wenn Räume tatsächlich genutzt werden. Dadurch werden Energieverbräuche reduziert und gleichzeitig ein hoher Komfort für die Beschäftigten gewährleistet.
Das Freiraumkonzept ist integraler Bestandteil des Quartiers. Neben den Erschließungs- und Aufenthaltsflächen wurde ein naturnaher Grünraum geschaffen, der als ökologische Ausgleichsfläche dient und Lebensraum für heimische Tier- und Pflanzenarten bietet. Die landschaftliche Gestaltung ergänzt die klare Architektur um einen bewusst natürlichen Gegenpol und verbessert sowohl die Aufenthaltsqualität als auch das Mikroklima des Standorts.
 
Mit Connect4 entstand ein flexibel nutzbares und langfristig anpassungsfähiges Büroquartier, das Architektur, Funktion, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit miteinander verbindet. Die prägnante Kammstruktur, der gläserne Connector, die hochwertigen Architekturbetonfassaden und das integrale Energiekonzept verleihen dem Ensemble eine eigenständige Identität.
Als Multi-Tenant-Objekt reagiert Connect4 auf die Anforderungen einer sich wandelnden Arbeitswelt. Das Projekt schafft differenzierte Räume für konzentriertes Arbeiten, Kommunikation, Austausch und gemeinschaftliche Nutzung und setzt zugleich einen neuen architektonischen Maßstab für die Weiterentwicklung des Gewerbegebiets Mannheim-Neuostheim.