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Trapez Architektur

Der "Pferdestall" - Umbau der Fachbibliothek Sozialwissenschaften

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15.07.2014
Der sogenannte „Pferdestall“ am Allende-Platz 1 ist das älteste Gebäude auf dem Campus der Universität Hamburg am Von-Melle-Park. Gebaut wurde es im Jahr 1908 als Betriebsstätte für ein großes privates Luxusfuhrunternehmen mit Büros, Werkstätten, Remisen für Fuhrwerke und Stallungen für über 200 Pferde. Zwei Jahrzehnte war das Unternehmen in dem äußerlich traditionalistischen, im Inneren jedoch für seine Zeit hochmodernen Bau beheimatet, bevor der Hamburger Senat 1928 das Gebäude erwarb und für Universitätsinstitute herrichten ließ.

Heute ist der „Pferdestall“ ein anerkanntes Denkmal und beherbergt im dritten Obergeschoss die Bibliothek der Sozialwissenschaften und Journalistik. 2013 wurde die bis dahin als reine Freihandbibliothek betriebene Bibliothek wird nach den umfänglichen Umbauarbeiten zu einer Magazinbibliothek umstrukturiert.  Nur noch eine beschränkte Auswahl an Büchern sind seit dem Umbau direkt aus den Regalen zu entnehmen. Das schaffte Platz für eine neue räumliche Organisation der Bibliothek, mehr Übersichtlichkeit und eine größere Anzahl an Arbeitsplätzen.

Die kleinteiligen Raumstrukturen wurden durch eine offene Studierlandschaft ersetzt. Mit der Durchmischung von Freihandregalen und Arbeitsplätzen ist eine dezentralisierte und differenzierte Bibliothekslandschaft entstanden. Kürzere Wege und die Nähe zum Arbeitsplatz verringert zudem die Lärmentwicklung. Die freistehenden Regale werden dabei zu raumbildenden Elementen und schaffen so unterschiedliche Situationen für individuelle Arbeitsplätze – von mönchsartigen Einzelplätzen in kreuzgangähnlicher Anordnung bis zu entspannten Leseplätzen in lockerer Atmosphäre. Für Teamarbeit oder interdisziplinäres Arbeiten stehen Gruppenräume zur Verfügung, die jeweils den unterschiedlichen Lernwelten zugeordnet sind.

Ein mit dem Denkmalschutz abgestimmtes Farbkonzept nimmt Bezug auf die vielfältige Geschichte des Hauses. Bis auf einige erhaltenswerte Innenwände wurde das dritte Geschoss zugunsten einer zeitgemäßen Bibliothek größtenteils entkernt und kommt so seiner ursprünglichen Grundrissform, wie sie als Domizil für Pferde und Fuhrwerk diente, wieder ein Stückchen näher. Viele Elemente wie Türen, Fenster und Fußleisten blieben in Ihrer Originalform erhalten oder wurden wieder hergestellt. Dank der Unterstützung des Denkmalschutzamtes gilt dieses auch für die gusseisernen Stützen. Diese wurden freigelegt, mit einer entsprechenden Brandschutzbeschichtung versehen und sind nun  wieder in ihrer ursprünglichen Gestalt zu sehen.