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ACMS Architekten

Passivhausschule im Schulzentrum Nordhorn

Foto: André W. Sobott, Nordhorn
Foto: André W. Sobott, Nordhorn
Ort
Nordhorn
Gebäudekategorie
Schulen
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2008
Die bestehende Realschule soll mit einem Erweiterungsneubau der Hauptschule zum Schulzentrum Mitte ergänzt werden. Mit dieser Fusion soll über die gemeinschaftliche Nutzung der Fach-, Versorgungs- und Verwaltungsbereiche ein optimierter Betrieb ermöglicht werden, gleichzeitig jedoch auch die Eigenständigkeit der beiden Schulformen erhalten bleiben.

Des weiteren war die Kubatur des Neubaus derart zu gliedern, dass sie sich in die umliegende sehr kleinteilige Siedlungsstruktur eingliedert. So wurde am Westrand des Grundstücks der Erweiterungsbau der Hauptschule als Ensemble von vier Baukörpern um ein Erschließungssystem gruppiert, welches die im Bestand vorhandene Hauptsachse aufnimmt und weiterführt. Diese mündet in die zentrale Eingangshalle des Neubaus. Es entsteht ein zusammenhängendes Schulzentrum mit zwei eigenständigen Polen. Die gemeinsamen Einrichtungen in den Gebäuden der ehemaligen Gastronomie und des Westflügels werden über die Querachse bzw. die Ausrichtung der Erweiterung mit einbezogen.

Qualitätssicherung bei geringem Budget wird über die Verwendung von vorgefertigten Bauteilen aus dem Industriebau, die damit einhergehende Reduzierung der Ausbaumaterialien und den gezielten optimierten Einsatz von Gebäudetechnik ermöglicht.

Eine ausreichende Lufthygiene in hoch wärmegedämmten und luftdichten Sondergebäuden, wie z. B. Schulen ist nicht mehr ausschließlich über Fensterlüftung sicher zu stellen. Hier gilt es, ressourceneffiziente, unterstützende Anlagen zu entwickeln. Sollen diese nicht kontraproduktiv zur angestrebten Energiebedarfseinsparung sein, müssen sie insbesondere hinsichtlich der notwendigen Anlagenreduzierung und der Betriebskosten optimierend geplant werden.

In diesem Zusammenhang zeichnete sich wegen der nicht ausreichend vorliegenden Erfahrungswerte eine Fehlentwicklung im Schulbau auf dem Hintergrund der EnEV ab. Heizwärmebedarfseinsparungen gingen oft zu Lasten der Raumlufthygiene und/oder der Gesamtenergiebedarf von Schulen erhöhte sich auf Grund aufwändiger Technik in den Lüftungsanlagen.

Das Schulzentrum Nordhorn war im Rahmen eines Forschungsprojektes der DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) eines der ersten Pilotprojekte, an denen der Passivhausstandard hinsichtlich der Übertragbarkeit auf Schulgebäude untersucht wurde. Die Luftmengen wurden nach AMEV Empfehlung ausgelegt und entsprechen mit 22 m³/h/Schüler den Anforderungen. Der Indikator CO2 - Konzentration bestätigt eine gute Luftqualität; 1200 ppm werden als Spitzenwert nicht überschritten. Hier konnte aufgezeigt werden wie energieeffiziente Schulgebäude ohne Einbußen in der Behaglichkeit funktionieren können.