Zurück zum Profil
AFF Architekten

Grundschule Krampnitz

Tjark Spille
Tjark Spille
Ort
Potsdam
Gebäudekategorie
Schulen
Bauvorhaben
Erweiterung
Jahr der Fertigstellung
2025
Material Fassade
Mauerwerk
Die Grundschule Krampnitz befindet sich auf dem gleichnamigen ehemaligen Kasernenareal im Norden der Landeshauptstadt Potsdam. Um der prognostizierten Bevölkerungsentwicklung der Stadt und dem damit steigenden Bedarf an Wohnraum Rechnung zu tragen, wird am Rande des Naturparks Döberitzer Heide zwischen dem Fahrländer See und dem Krampnitzsee ein Stadtquartier für etwa 10.000 Einwohner:innen entstehen. Die Gesamtanlage, der seit den 1990er Jahren ungenutzten Heeres-Reit- und Fahrschule ist ein bedeutendes kulturgeschichtliches Ensemble, dessen denkmalgeschützter Bestand im Zuge der Entwicklungsmaßnahme gesichert und ergänzt werden soll. Mit Bezug der ersten Wohnungen in Krampnitz werden auch erste Infrastruktureinrichtungen das öffentliche Leben ermöglichen. Unter Einbeziehung zweier denkmalgeschützter Bestandsgebäude entstand so eine 3-zügige Grundschule (mit der Option der Erweiterung auf 4 Züge) für 600 Kinder mit Hort und Zweifach-Sporthalle und eine Kita für 166 Kinder sowie Außensport-, Spiel- und Freiflächen.

Das ehemalige Kasernenareal entfaltet seine Ambivalenz vor allem durch seine Position zwischen einer homogenen, denkmalgeschützten Riegel- und Satteldachtypologie, der großmaßstäblichen Gesamtanlage und einem zu schützenden, gewachsenen Naturraum. Die Grundschule Krampnitz trägt dazu bei, das sich im Wandel befindliche Quartier zu strukturieren und zu stärken und die rurale Qualität zwischen Natur und Urbanität mit einer neuen Adresse im Zentrum zu definieren. Die äußere Erscheinung des Schulensembles greift die giebelständige, kleinmaßstäbliche Baustruktur der Umgebung auf und referenziert historische Elemente wie das Ziegelmauerwerk oder das Thema des Daches, um diese mit den gewachsenen Anforderungen einer Schule neu zu interpretieren.

Die Ausformulierung des Baukörpers mit seinem stringenten, effizienten Konstruktionsraster sieht die Schule als gebauten Organismus: Landschaft und Gebäude verzahnen sich, attraktive und atmosphärische Lern- und Spielflächen entstehen, Grenzen zwischen Innen und Außen verschwimmen. Räume werden für die geforderten Funktionen bereitgestellt, bieten den Schüler:innen auch abwechslungsreiche Freiräume für Erholung und Sport als Teil des pädagogischen Konzepts. Der Eingangsplatz – Agora – bildet den zentralen Ankunfts- und Begegnungsort der Schulgemeinschaft. Als offener Platz mit direkter Anbindung an die Mensa/Aula fungiert er als lebendiger Mittelpunkt des Ensembles. Die angrenzenden Sportanlagen und der Schulgarten ergänzen das Lernumfeld um wichtige Räume der Bewegung und Regeneration. Die Außenräume der jüngeren Lernbereiche sind differenziert gestaltet und auf die jeweiligen Altersgruppen abgestimmt. Sie bieten geschützte, sichere Zonen für freies Spiel, Bewegung und kreative Entfaltung.