Zurück zum Profil
Brückner & Brückner Architekten

Neue Wege - Sanierung, Umbau und Erweiterung Rathaus Waldsassen

mju-fotografie, Marie Luisa Jünger, Hümpfershausen
mju-fotografie, Marie Luisa Jünger, Hümpfershausen
Ort
Waldsassen
Gebäudekategorie
Büro und Verwaltung
Bauvorhaben
Sanierung
Jahr der Fertigstellung
2018
Material Fassade
Putz
Am prominentesten Platz, im Herzen der Stadt Waldsassen, vis-à-vis von Basilika und Kloster, liegt genau am richtigen Ort seit knapp 50 Jahren das Rathaus. Das Gebäude wurde 1893 als Schule erbaut und um 1910 im neubarocken Stil erweitert. In den Jahren 1972 und 1973 erfolgte der Umbau zum Rathaus. Dieses war – architektonisch stark geprägt durch den intensiven Umbau zu Beginn der 1970er Jahre – baulich, technisch und brandschutztechnisch in die Jahre gekommen und zeigte funktionale Defizite, die den Bedürfnissen einer modernen Verwaltung nicht gerecht wurden.

Im Dialog mit dem Bürgermeister und der Stadtverwaltung ist ein offenes und klar strukturiertes Haus für die Bürger entstanden, das die Menschen anzieht und Identität stiftet. Bürger, Mitarbeiter und Touristen betreten das Rathaus nun über einen »Stadtbalkon«, der steinern in den Dialog mit der barocken Basilika tritt. Dort können erste Informationen digital abgerufen werden – die schlanken Granitstützen und die gläserne Fassade erlauben Einblicke in das neue Foyer, machen neugierig, stiften Beziehungen zwischen der Stadt und dem Rathaus.
Innen ein multifunktionaler »Marktplatz«, ein Ort der Begegnung und des Empfangs mit hoher Aufenthaltsqualität und Ausblick auf die Basilika. Bei Tag und bei Nacht. Ein Katalysator für das ganze Haus. An der Stirnseite ein großer, vielfältig nutzbarer digitaler Screen. Rechter Hand befinden sich die Bürgerinfo und linker Hand die Touristinfo mit persönlichen Ansprechpartnern. Offene Türen, keine Schwellen, Zonen des Übergangs. Der neue Sitzungssaal – ein echter Sitzungssaal mit zeitgemäß interpretierten, handwerklich gefertigten, holzverkleideten Wänden, die an Vorhänge erinnern, wird von natürlichem und künstlichem Licht durchflutet. Ein großer, ellipsenförmiger, hölzerner Sitzungstisch mit integrierter Medientechnik ermöglicht modernstes Arbeiten.

Im ältesten Teil des restaurierten, historischen Daches befindet sich das Trauzimmer mit Blick auf Basilika, Kloster und Stadt.
Die warme, hölzerne, handwerkliche Materialität und Farbigkeit im Inneren ist eine Reminiszenz an die Ausstattung der Jahrhundertwende: steinerne und hölzerne Böden, weiß gekalkte Wände, nach historischem Vorbild gebaute Fenster mit mundgeblasenen Isoliergläsern aus der Region. Man geht neue Wege, spürt jedoch die Geschichte. Der Dialog der Jahrhunderte setzt sich fort …