DBCO
Lighthouse Erlebniszentrum
Patrick Johannsen
Das Lighthouse Erlebniszentrum am European XFEL in Schenefeld steht exemplarisch für eine Architektur der Wissenschaftskommunikation, die Grundlagenforschung, Bildung und Öffentlichkeit an einem Ort zusammenführt. Auf dem Forschungscampus des European XFEL, auf dem in unterirdischen Tunneln ein 3,4 Kilometer langer Röntgen-Freie-Elektronen-Laser Bilder bis in atomare Details erzeugt, übernimmt der Neubau die Rolle des sichtbaren, zugänglichen Gegenübers. Der zweigeschossige, nahezu quadratische Baukörper markiert den Auftakt des Campus, wie ein Leuchtturm, dessen Fassade in den Morgen- und Abendstunden eine eigene Lichtatmosphäre erzeugt und dem Motto Vorhang auf für die Wissenschaft ein Bild gibt.
Konzeptioneller Leitgedanke ist das Bild eines Vorhangs, der aufgezogen wird und den Blick freigibt: Der metallene Fassadenvorhang öffnet sich über Eck zum nördlichen Zugang des Campus und zum östlichen Platz. Im Inneren nimmt der Grundriss den diagonalen Verlauf der Zufahrt auf und gibt so die Sichtachse zum Hauptgebäude XHQ frei. Die Forschung, die sonst hinter unterirdischen Tunneln verborgen bleibt, wird hier sichtbar gemacht: in einer Dauerausstellung, Schülerlaboren und einem Auditorium, das sich über mobile Trennwände bis auf rund 300 Personen zusammenschalten lässt.
Im Erdgeschoss empfangen ein helles, doppelgeschossiges Foyer mit Infotheke, ein Kinoraum und die diagonal in den Baukörper gelegte Dauerausstellung die Besucherinnen und Besucher. Im Foyer beginnend können die Besucher:innen zwei Rundgängen folgen.
Der erste führt im Erdgeschoss durch die als veredelter Rohbau ganz in Schwarz gehaltene Dauerausstellung und transportiert die sonst auf über 3 km Länge im Untergrund verborgene Forschung an die Oberfläche. Der zweite Rundgang führt über eine Freitreppe ins Obergeschoss, das mit Sonderausstellung, Auditorium, Schülerlaboren für Biochemie und Physik, Seminarräumen und Verwaltung die Wissenschaft transparent werden lässt.
Konstruktiv folgt der Bau einer klaren Zweiteilung: Das Erdgeschoss ist als Stahlbetonmassivbau gefasst, das Obergeschoss und das gestaffelte Dachtragwerk aus Brettschichtholzbindern sind als Holzkonstruktion ausgeführt. Eine aussteifende Sichtbeton-Wandscheibe verbindet beide Ebenen. Charakteristisch ist die lichtdurchflutete Metallfassade aus gefaltetem Aluminium-Trapezblech sowie stranggepressten Lamellen im 25-Zentimeter-Raster: Die geknickten Elemente sind vom physikalischen Prinzip der Diffraktion inspiriert, jener mehrfachen Brechung von Laserstrahlen, die den Kern der XFEL-Forschung ausmacht. Weiß grundiert und mit scharf gefassten schwarzen Fensterausschnitten übersetzt die Fassade den Inhalt der Forschung auf Grundlage des Corporate Design des XFEL in Architektur.
Die technische Versorgung ordnet sich diesem Prinzip von Sichtbarkeit und Reduktion unter: Eine zentrale RLT-Anlage in einem abgesenkten Technikbereich versorgt Foyer, Galerie, Auditorium, Kino, Ausstellung und Schülerlabore; die Verwaltung wird ausschließlich über Fenster natürlich belüftet. Heiz- und Kühlpaneele in den öffentlichen Räumen und Fußbodenheizung in den Laboren teilen die Konditionierung auf. Dreizehn motorisch öffenbare Oberlichter im Ostdach entrauchen und kühlen nachts aus.
Städtebaulich und inhaltlich übernimmt der Bau eine Vermittlungsrolle.
Wissenschaftskommunikation ist nicht erst seit der Corona-Pandemie als tragender Bestandteil von Forschung anerkannt. Das Lighthouse macht diesen Anspruch als eigenständiges Haus sichtbar. Das Angebot ist niedrigschwellig und kostenlos angelegt: Familien, Schulklassen und Fachbesucher begegnen der Grundlagenforschung im gleichen Bau, in dem Konferenzen, Fortbildungen und Fachvorträge stattfinden. Vor den öffentlich einsehbaren Verglasungen im Norden und Osten filtern individuell entworfene Aluminium-Vertikallamellen den Blick. So zeigt der Bau, wie ein einzelnes Gebäude Grundlagenforschung, Bildung und Öffentlichkeit auf einem hochspezialisierten Campus zusammenführen kann: als Vorhang, der aufgeht und einen Blick freigibt.
Konzeptioneller Leitgedanke ist das Bild eines Vorhangs, der aufgezogen wird und den Blick freigibt: Der metallene Fassadenvorhang öffnet sich über Eck zum nördlichen Zugang des Campus und zum östlichen Platz. Im Inneren nimmt der Grundriss den diagonalen Verlauf der Zufahrt auf und gibt so die Sichtachse zum Hauptgebäude XHQ frei. Die Forschung, die sonst hinter unterirdischen Tunneln verborgen bleibt, wird hier sichtbar gemacht: in einer Dauerausstellung, Schülerlaboren und einem Auditorium, das sich über mobile Trennwände bis auf rund 300 Personen zusammenschalten lässt.
Im Erdgeschoss empfangen ein helles, doppelgeschossiges Foyer mit Infotheke, ein Kinoraum und die diagonal in den Baukörper gelegte Dauerausstellung die Besucherinnen und Besucher. Im Foyer beginnend können die Besucher:innen zwei Rundgängen folgen.
Der erste führt im Erdgeschoss durch die als veredelter Rohbau ganz in Schwarz gehaltene Dauerausstellung und transportiert die sonst auf über 3 km Länge im Untergrund verborgene Forschung an die Oberfläche. Der zweite Rundgang führt über eine Freitreppe ins Obergeschoss, das mit Sonderausstellung, Auditorium, Schülerlaboren für Biochemie und Physik, Seminarräumen und Verwaltung die Wissenschaft transparent werden lässt.
Konstruktiv folgt der Bau einer klaren Zweiteilung: Das Erdgeschoss ist als Stahlbetonmassivbau gefasst, das Obergeschoss und das gestaffelte Dachtragwerk aus Brettschichtholzbindern sind als Holzkonstruktion ausgeführt. Eine aussteifende Sichtbeton-Wandscheibe verbindet beide Ebenen. Charakteristisch ist die lichtdurchflutete Metallfassade aus gefaltetem Aluminium-Trapezblech sowie stranggepressten Lamellen im 25-Zentimeter-Raster: Die geknickten Elemente sind vom physikalischen Prinzip der Diffraktion inspiriert, jener mehrfachen Brechung von Laserstrahlen, die den Kern der XFEL-Forschung ausmacht. Weiß grundiert und mit scharf gefassten schwarzen Fensterausschnitten übersetzt die Fassade den Inhalt der Forschung auf Grundlage des Corporate Design des XFEL in Architektur.
Die technische Versorgung ordnet sich diesem Prinzip von Sichtbarkeit und Reduktion unter: Eine zentrale RLT-Anlage in einem abgesenkten Technikbereich versorgt Foyer, Galerie, Auditorium, Kino, Ausstellung und Schülerlabore; die Verwaltung wird ausschließlich über Fenster natürlich belüftet. Heiz- und Kühlpaneele in den öffentlichen Räumen und Fußbodenheizung in den Laboren teilen die Konditionierung auf. Dreizehn motorisch öffenbare Oberlichter im Ostdach entrauchen und kühlen nachts aus.
Städtebaulich und inhaltlich übernimmt der Bau eine Vermittlungsrolle.
Wissenschaftskommunikation ist nicht erst seit der Corona-Pandemie als tragender Bestandteil von Forschung anerkannt. Das Lighthouse macht diesen Anspruch als eigenständiges Haus sichtbar. Das Angebot ist niedrigschwellig und kostenlos angelegt: Familien, Schulklassen und Fachbesucher begegnen der Grundlagenforschung im gleichen Bau, in dem Konferenzen, Fortbildungen und Fachvorträge stattfinden. Vor den öffentlich einsehbaren Verglasungen im Norden und Osten filtern individuell entworfene Aluminium-Vertikallamellen den Blick. So zeigt der Bau, wie ein einzelnes Gebäude Grundlagenforschung, Bildung und Öffentlichkeit auf einem hochspezialisierten Campus zusammenführen kann: als Vorhang, der aufgeht und einen Blick freigibt.









