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Ippolito Fleitz Group

Wienerwald: Interior Concept for Restaurants

Foto: Zooey Braun
Foto: Zooey Braun
Ort
München
Gebäudekategorie
Cafés, Bars, Restaurants
Bauvorhaben
Umbau
Jahr der Fertigstellung
2010
Architektenpreis
2012 / German Design Award
2011 / Restaurant & Bar Design Awards
2011 / DDC Award Gute Gestaltung
2011 / iF communication design award
2011 / Best of Year Awards – Interior Design Magazine
2011 / Inside Barcelona – World Festival of Interiors
2011 / red dot award communication design
2011 / Designpreis der Bundesrepublik Deutschland
2011 / The Ring – [email protected] international design
1955 gründete Friedrich Jahn in München sein Wienerwald-Restaurant, aus dem in den folgenden Jahrzehnten die gleichnamige Kette mit Filialen in 18 Ländern entstand. Das Unternehmen wurde in Folge des Zusammenbruchs des Konzerns durch verschiedene Eigentümer geführt, bis 2007 die Enkel der Gründerfamilie die Rechte an der Marke zurückerwarben. Ihr Ziel ist es, die lange Tradition des Unternehmens, die Stärke der Marke und Einmaligkeit des systemgastronomischen Konzepts weiter auszubauen. Unser Studio erhielt den Auftrag, eine neue Corporate Architecture zu entwickeln, die bereits in zwei Münchner Filialen umgesetzt wurde. Wienerwald überarbeitet neben der räumlichen Darstellung auch das kulinarische Angebot. Zentrales Element in der Küche bleibt das Hendl mit seinem von Natur aus fettarmen Fleisch. Um sich stärker im Bereich gesunder Frischeküche zu positionieren werden Chopped Salads als zweites zentrales Angebot eingeführt.  Das neue Restaurantdesign unterstreicht die Neuausrichtung der Marke und übersetzt traditionelle Kompetenzen wie Gemütlichkeit, Qualität und deutsche Küche in eine zeitgemäße Formen- und Materialsprache. Material- und Farbauswahl greifen die Aspekte Frische und Natürlichkeit auf, die ihren Ausdruck in Materialien wie Holz, Leder und Textil sowie den, neben dem Weiß, dominierenden Grüntönen finden. Als Akzentfarbe kommt Gold zum Einsatz, das Wertigkeit assoziiert und natürlich in der goldfarbenen Kruste des Hauptprodukts dem Grillhendl, seine Entsprechung findet.

Die Raumorganisation berücksichtigt sowohl die für ein Self-Service-Restaurant wichtige Besucherführung, als auch den Wunsch nach einem differenzierten Angebot an Aufenthaltsmöglichkeiten. Beim Betreten des Restaurants wird der Gast direkt zum frontal dazu angeordneten Tresen geleitet, der sich als klar strukturierte, monolithische Einheit präsentiert. Über dem Tresen visualisieren Menuboards die Speiseauswahl. Das Angebot ist parallel dazu auch real erlebbar: Eine indirekt ausgeleuchtete Nische in der rückwärtigen Wand zum Tresen präsentiert die Salatauswahl, während sich daneben die Grill-Hendl drehen. Die Wand ist mit anthrazitfarbenen Mosaiksteinen verkleidet, in die Edelstahl-Einbauten präzise und rahmenlos eingelassen sind und so Wertigkeit und Qualität der Produkte unterstreichen. Dazwischen markiert ein grüner Leuchtpfeil die Durchreiche zur Küche, in der Bratgerichte zubereitet werden. Bestell- und Bezahlterminal markieren die beiden Enden des aus weißem Mineralwerkstoff gefertigten Tresens. In der Mitte befindet sich die sogenannte Chopping-Station. Hier werden nach dem Bestellen vor den Augen der Gäste Salate zerkleinert, die Hähnchen portioniert und Toppings aus den daneben eingelassenen Behältern zugegeben. Neben dem Bezahlterminal werden in einer Kühlvitrine Getränke und Nachtisch angeboten. Durch eine im Tresenbereich integrierte Zu- und Abluft bleibt das Restaurant geruchsfrei. Vor dem Tresen offeriert eine Servicestation aus weißem Mineralwerkstoff Soßen, Gewürze und Besteck. Diese steht auf goldenen Hühnerbeinen und schaut wartend in Richtung Eingang. Im durchgehenden Boden in rustikaler Holzoptik weisen in Wienerwaldgrün eingelassene Hähnchen und Hinweise dem Kunden den Weg durch den Bestellprozess.

Im Gastraum gibt es ein differenziertes Platzangebote für unterschiedliche Bedürfnisse. Für Gäste mit wenig Zeit stehen Steh- und Hochtische aus weißem Mineralwerkstoff zur Verfügung. Den Fuß dieser Tischelemente bildet ein konisch zulaufender Zylinder, eine Reminiszenz an den traditionell gedrechselten Tischfuß. Alternativ dazu bietet sich eine lange, mit braunem Kunstleder gepolsterte Sitzgruppe an, die aus den Wienerwald-typischen Sitznischen abgeleitet ist.  Der Gast wird hier tatsächlich in den „Wienerwald“ entführt. An der Rückwand zitieren sägeraue, reliefartig angeordnete Eichenholz-Paneele das Thema Wald. In diese eingelassen sind kreisrunde Spiegel, auf denen Outline-Grafiken von Baum- und Waldmotiven aufgedruckt sind. Über den Tischen schweben vertikal versetzte, unterschiedlich große Pendelleuchten. Diese sind mit einem grobgewebtem Textil in drei verschiedenen Grüntönen bespannt und sorgen für eine angenehme Atmosphäre. Waldgrafiken finden sich auch auf einer Seitenwand, hier als Tapete in verschiedenen Grüntonen ausgeführt, und als Folie auf der Fensterfront. Der Blick von außen in das Restaurant wird so zu einer vielschichtigen Inszenierung, in der sich die einzelnen Elemente auf den Spiegel- und Glasoberflächen reflektieren und überlagern und das Eintauchen in die Welt der Marke zum Erlebnis wird.

Dem Unternehmen Wienerwald und seiner Tradition widmet sich eine Inszenierung aus Wandtellern die in 14 Motiven die  Geschichte der Marke in Erinnerung rufen. So würdigt sie den Gründervater Friedrich oder zeigt ein Foto des ersten Restaurants. Das neue Restaurantdesign repositioniert Wienerwald als zeitgemäße Systemgastronomie. Traditionelle Elemente der Marke werden dabei aufgegriffen, in moderne Raumelemente übersetzt und durch spannende Brüche mit einem Augenzwinkern inszeniert.


Friedrich Jahn opened the very first Wienerwald restaurant in Munich in 1955. The synonymous fast-food chain expanded over the following decades until it was operating branches in 18 countries. Following the collapse of the group, the company was under varying ownership until the grandchildren of the founding family bought back the rights to the brand in 2007. Their goal is now to build on the long tradition of the company, exploiting both the strength of the brand and the uniqueness of their gastronomic concept. Our studio was commissioned to develop new corporate architecture for the chain, which has already been rolled out in two Wienerwald branches in Munich. Wienerwald has not only relaunched its visual presence, but also its culinary offering. Chicken, with its naturally low-fat, healthy meat, remains the main staple of the menu. However a second focus on fresh chopped salads has been introduced to move the food chain into the sector of fresh and healthy foods.  The new interior design underscores the realignment of the brand, while translating the chain’s traditional strengths of high quality, comfort and German cuisine into a contemporary design idiom. Materials and colours reflect the principles of freshness and naturalness, which find their expression in materials such as wood, leather and textiles, as well as in the dominant green tones that complement the fresh white. Gold is used as an accent colour, conjuring up associations of quality and the crisp, gold-coloured skin of the main product, the Wienerwald grilled chicken.

The space has been organised to ensure good visitor guidance, crucial in a self-service restaurant, as well as respecting the need for a differentiated selection of seating. Upon entering the restaurant, the guest is guided towards a frontally positioned counter, which presents itself as a clearly structured, monolithic unit. Menu boards suspended above the counter visualise the range of food on offer. The food itself is also visible: An indirectly lit niche in the rear wall of the service area presents a selection of salads adjacent to grilled chickens turning on a spit. The wall is covered in anthracite mosaic stones, into which frameless, stainless steel units have been precisely inserted, thereby underscoring the high standard of the products. A neon green arrow in the centre of the rear wall indicates a hatch to the kitchen where fried chicken dishes are prepared. Order and payment terminals occupy the far ends of the white, solid surface counter. The chopping station is in the middle. After ordering, this is where salads are chopped, chicken is portioned and toppings are added from containers set into the counter under the guests’ watchful eyes. In the wall adjacent to the payment terminal, a display refrigerator stocks drinks and desserts. The restaurant remains odourless thanks to a ventilation and extraction system integrated into the counter area. In front of the service counter is a service station made of white solid surface, offering sauces, condiments and cutlery. It stands on golden chicken legs and looks expectantly towards the entrance. Green instructions  and Wienerwald chickens set into the rustic wood floor show the customer how to navigate the ordering process.

The dining area offers a range of seating options catering toward different requirements. White solid surface high bar tables are available for guests with little time on their hands. These are supported by a single leg with a tapering cylinder at its foot, recalling the traditional turned table leg. Alternative seating is available in an elongated seating group upholstered in brown, artificial leather, a reflection of the traditional Wienerwald seating niches. Guests are really spirited away into the ‘Wienerwald’ (English: Vienna Woods) here. Overlapping, rough-sawn oak panels on the rear wall quote the forest theme. Round mirrors printed with the outlines of tree and forest motifs are set into this wall. Different-sized pendant luminaires at varying heights hang over the tables. These are sheathed in a roughly woven fabric in three shades of green and ensure a pleasant atmosphere. Forest images in different shades of green on wallpaper occupy one side wall, as well as transparencies on the windows. The view into the restaurant from the outside thus becomes a multi-faceted experience in which the individual elements on the mirror and glass surfaces reflect and overlap one another, making the brand world a truly holistic experience.

A display of dining plates on the wall is dedicated to the Wienerwald company and its long tradition, reminiscing on the history of the brand in 14 motifs. They pay tribute to Friedrich Jahn, the brand’s founding father, and show a photograph of the first Wienerwald restaurant. The new restaurant design repositions Wienerwald as a contemporary fast-food chain. Traditional elements of the brand have been incorporated and translated into modern spatial elements with an exciting twist.