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JSWD Architekten

Schwarz-Digits-Campus

Bloomimages/JSWD
Bloomimages/JSWD
Ort
Bad Friedrichshall-Kochendorf
Gebäudekategorie
Büros, Banken
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2026
Material Fassade
Glas
Neuer Projekt-Campus der Schwarz Gruppe mit 7.000 Arbeitsplätze
1. Preis Wettbewerb 2018
Auftraggeber: Schwarz Immobilien Service GmbH & Co. KG
Generalplanung Gesamtprojekt: JSWD
Fassadenberatung und Statik: Werner Sobek
Inbetriebnahme 1. Bauabschnitt 2026
Visualisierungen: Bloomimages, Fotos: Franco Casassia, JSWD

Im Jahr 2009 beschloss die Stadt Bad Friedrichshall, ein überwiegend landwirtschaftlich genutztes, 25 Hektar großes Areal am südlichen Rand vom Ortsteil Kochendorf in ein Gewerbegebiet umzuwandeln. Das Grundstück des neuen Büroquartiers der Schwarz Gruppe grenzt an eine viel befahrene Bundesstraße. Im Norden schließt sich ein Wohngebiet an, im Süden blickt man auf das Gewerbegebiet der Nachbarstadt Neckarsulm. Im Jahr 2026 wurde der erste Bauabschnitt mit bis zu 5.000 Arbeitsplätzen in Betrieb genommen.

Wie große Blütenblätter liegen die polygonalen Gebäude mit ihren abgerundeten Ecken in der topografisch bewegten Landschaft. Sieben Baukörper, die sich in Richtung Kochendorf von sechs auf drei Geschosse abstufen, sind über ein umlaufendes, maximal transparentes Sockelbauwerk miteinander verbunden, das zugleich den zentralen Grünbereich des Campus abschirmt. Dieser ist den Mitarbeitern vorbehalten, die sich hier begegnen, austauschen und erholen können. In den Büroetagen wird sich dies im Kleinen auf den "Marktplätzen" abspielen, wie die internen Kommunikationsbereiche genannt werden.

Terrassenartig gestaffelt bilden die zum Tal offenen Parkhausebenen ein Plateau für die Hochbauten. Die Positionierung der Gebäude erzeugt nach außen regelrechte Empfangsbuchten - jede mit einer spezifischen Nutzung. Haupteingang, Servicezufahrt und Mitarbeitereingänge erhalten eindeutige und attraktive Vorfahrten. Über den Haupteingang erreicht man den Konferenzbereich und das Mitarbeiterrestaurant.
 
Das Bild der Architektur mit maximalem Bezug zur Landschaft wird über den Städtebau und die Gebäudeorganisation angestrebt, aber auch über die identitätsstiftende Glasfassade. Die vertikal geschuppte, metallgefasste Gebäudehülle fährt der Außenkontur der Baukörper nach. In Zusammenarbeit mit den Fachplanern von Werner Sobek reduzierte JSWD die Fassade auf ein einziges Element, das aus einer bodentiefen Festverglasung und einem schmalen Öffnungsflügel im Versatzbereich besteht. Die natürliche Belüftung der Innenräume erfolgt genau hier.

Über sanft abgetreppte Wege gelangt man in das weitläufige Hauptfoyer. Eine Fassade aus lokal gewonnenem Dolomit-Stein zieht sich von außen nach innen und verbindet Landschaft und Innenraum. Die Topografie wird durch eine forumartige Sitzstufenanlage fortgeführt, über die man in das Campus-Restaurant gelangt. Architektur und Interior greifen so sehr selbstverständlich ineinander. Eine üppige Bepflanzung zoniert den großzügigen Raum in intime Sitzgruppen und verbessert zudem das Raumklima. Materialien wie Eichenholz, eingefärbter Edelstahl und massiver Labradorit erzeugen einen lebendigen Farbkanon. Durch große Öffnungen in der gewölbten Decke strömt Tageslicht. Das kulinarische Angebot lässt sich im Innenraum und auf der Terrasse mit Blick ins Tal genießen.

Die offenen Bürozonen bieten eine Mischung aus Kollaboration und Fokus. Warme Farben lassen eine dezente und angenehme Atmosphäre entstehen. Sogenannte „Marktplätze“ dienen als zentrale Treffpunkte.
 
Ein großer Mediensaal ergänzt das Raumangebot des Standorts und fasst bis zu 400 Personen. Er korrespondiert über seine raumhohe, längsseitige Verglasung mit dem Campus, kann aber bei Bedarf komplett abgedunkelt werden.

Das Fitnessstudio für die Mitarbeitenden erhält mit einer in tiefem Schwarz gestrichenen Rohdecke und exponiert darunterliegenden technischen Elementen einen urbanen Charakter. Farbige Raumteiler lenken Blicke und den Bewegungsfluss.

Die betriebseigene Kita ermöglicht die Betreuung von ca. 280 Kindern. Die fantasievolle Abenteuerlandschaft erstrahlt in leuchtenden Farben, die die Kinder zum spielerischen Entdecken einlädt. Der zugeordnete Grünbereich ermöglicht ausgelassenes Spielen und Bewegung im Freien.

Die meisten Flachdächer sind intensiv begrünt und werden durch mehrere Regenwasserzisternen und den zentralen See bewässert. Andere Dachflächen tragen Photovoltaik-Elemente.