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Deeken Architekten

Haus am Kanal

Neubau Wohnhaus mit Erweiterung
Jens Passoth, Berlin
Jens Passoth, Berlin
Ort
Lingen
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2016
Material Fassade
Werkstein
Das Baugrundstück befindet sich in ruhiger  Wohnlage westlich der Altstadt von Lingen. Zum Osten  schließt der Dortmund- Emskanal an. Er befindet sich direkt hinter dem Deich dessen Fuß- und Radweg ca. 2,00 m über dem Grundstück liegt. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Emslandstadion sowie ein Schwimm- und Freizeitbad.

Städtebaulich orientiert sich der Entwurf an seiner heterogenen Nachbarschaft. Auf der anderen Straßenseite ist eine kleinteilige Struktur mit eingeschossigen Satteldachhäusern zu finden. Die anschließenden Häuser zum Wasser sind eher großformatige Wohn- und Mehrfamilienhäuser. In direkter Nähe befindet sich außerdem ein zwölf geschossiges Wohnhochhaus. Aufgabenstellung bei diesem Entwurf war es, ein Gebäude zu konzipieren, welches flexibel auf unterschiedliche Lebenssituationen reagieren kann. So sollen es Wohnraum für ein Paar oder auch zwei Familien bieten.
  
Über dem Sockelgeschoss mit der Garage und Nebenräumen befindet sich der Hauptwohnraum mit Küche und Wohnzimmer. Darüber der private Rückzugsbereich. Durch einen Glasgang wird ein weiterer Baukörpern angeschlossen, der ebenfals auf dem Sockel liegt. 
Aufgrund der Lage hinter dem Deich wurden die Hauptwohnbereiche nach oben gelegt. So ist sowohl ein direkter Wasserblick gegeben. Die drei Geschosse sind über einen rollstuhlgerechten Aufzug miteinander verbunden. Die an das Wohnzimmer anschließende Dachterrasse nach Osten bietet windgeschützte Bereiche und den Blick auf das Wasser. Das Wohnzimmer, die Küche und das Esszimmer befinden sich im 1. Obergeschoss des Hauses. An den Essbereich schließt eine großzügige Terrasse über dem Schwimmbad nach Westen an. Durch die raumhohen Verglasungen mit Schiebetüren kann der Außenraum leicht zum Wohnbereich angeschlossen werden. 

Im Erdgeschoss sind neben der Haustechnik und Hauswirtschaftsräume, Gästezimmer und das behindertengerechten Bad mit anschließendem Schwimmbad angeordnet. Durch den hohe Wärme-Dämmstandard der Gebäudehülle (Dreischeibenverglasung, allseitige dicke Dämmschichten, keine Wärmebrücken) und die geplante Haustechnik wird der Energieverbrauch auf ein Minimum reduziert. Lediglich zur Beheizung des Schwimmbads musste eine Heizung installiert werden. Alle Räume des Gebäudes werden mit mechanischer Permanentlüftung mit einem 0,4-fachen Luftwechsel pro Stunde ausgestattet. Über einen Wärmetauscher wird die hereinströmende Zuluft von außen durch die verbrauchte Abluft erwärmt. Zusätzlich wird ein modernes Kühlgerät eingesetzt, welches im Sommerfall die warme Außenluft durch energiesparende Verdunstungtechnik abkühlen kann. Außerdem ist das Wohnhaus mit einem BUS- gesteuerten, außen liegenden Sonnenschutz versehen. Durch die Kombination von innovativer Haustechnik und Baustoffen entstand mit diesem Neubau hinter dem Deich ein Solitär, der Energiebewusstsein mit dynamischer Architektur verbindet.