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Ackermann + Renner

Generalsanierung und Erweiterung Stadttheater Landshut

Offener einphasiger Realisierungswettbewerb - 3. Preis
bloomimages GmbH
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Ort
Landshut
Gebäudekategorie
Theater, Opernhäuser, Konzertsäle, Kinos
Bauvorhaben
Erweiterung
Jahr der Fertigstellung
2019
Material Fassade
Werkstein
Architektenpreis
Offener einphasiger Realisierungswettbewerb - 3. Preis
Positioniert zwischen der Altstadt, dem Stadtpark und der Isar bildet der Erweiterungsbau des Stadttheaters Landshut gemeinsam mit dem bestehenden denkmalgeschützten Theater einen prägnanten Stadtbaustein. Der bestehende Baukörper wird durch den Neubau zu einem klar ablesbaren Solitär ergänzt, der sich wohltuend in die reizvolle Umgebung einfügt.

Während der Eingang zum bestehenden Theater durch eine schöne Außenraumgestaltung mit Bezug zur Isar gestärkt wird, öffnet sich der neue Haupteingang mit einladender Geste zu einem Vorplatz im Süden, der sich als verbindendes Element zwischen Isar, Altstadt und Stadtpark erstreckt.

Die Veranstaltungsfläche der „Landshuter Hochzeit“ begleitet den Vorplatz im Süden und verzahnt das Theater mit dem Stadtleben. Sorgfältig gesetzte Funktionen im Gebäudeinneren wie das Literaturcafè zur Isar, die Theaterkasse zum Stadtpark und das Künstlercafé zur Altstadt aktivieren den Außenraum zusätzlich außerhalb der Theaternutzung.

Auch wenn sich Alt- und Neubau zu einem Solitär zusammenfügen, ist die Anbindung an den Bestand auf der Außenseite an klar definierten Fugen erkennbar. Im Innenraum wird die alte Brauerei hervorgehoben: Durch die Ausbildung eines Innenhofes bleiben die Fassaden unverändert, der Innenraum kann als besondere Ausstellungsfläche genutzt werden.

Durch seine klare moderne Gestaltung unterstreicht der Neubau die Qualitäten des schönen Bestandsgebäudes und hebt diese stärker hervor. Einige wenige sorgfältig gesetzte Öffnungen gliedern das neue Gebäude und erlauben Ausblicke in die Umgebung. Dabei bilden transparente, halbtransparente und geschlossene Flächen einen ausgewogenen Rhythmus. Eine Besonderheit ist der Theaterbalkon über dem Haupteingang, der den Besuchern sogar Ausblicke auf die Burg Trausnitz verspricht.


Ein gemeinsames Foyer:
Zentrales Element des neuen Theaters ist ein gemeinsames Foyer im Erdgeschoss, das den Kleinen Saal mit dem Großen Saal verbindet. Theaterbesucher können das Gebäude sowohl über das bestehende Foyer zum Kleinen Saal als auch über das neue Foyer zum Großen Saal betreten und dann ihren Weg im Innenraum zum jeweils anderen Teil des Gebäudes fortsetzen.

Das Foyer ist als Abfolge verschiedener Zonen und Räume konzipiert, welche die unterschiedlichen Qualitäten von Alt- und Neubau erlebbar machen: Besucher, die das Theater vom neuen Vorplatz am Stadtpark / an der Isar betreten, gelangen zunächst in einen mehrgeschossigen Lichtraum, in dem der Große Saal als Holz-Skulptur klar ablesbar ist und mehrere Lufträume vielfältige Blicke auf die Galerien in den oberen Geschossen erlauben.

Als Herz des Foyers wird die Schnittstelle zwischen Alt- und Neubau besonders hervorgehoben: Ein Innenhof stellt die ehemalige Brauerei frei, im angrenzenden Lichtraum mit neuer Theatertreppe bleiben die Fassaden des denkmalgeschützten Theaters als prägende Elemente sichtbar.


Kleiner Saal, Großer Saal und Probebühnen:
Die Bühnen des Kleinen und der Großen Saals sind - wie auch die ihnen zugeordneten Probebühnen - im 1. Obergeschoss angeordnet. Die Bühnen liegen dabei grundsätzlich auf einer Ebene, damit ein schneller Umbau und Transport zwischen den Bühnen niveaugleich möglich ist.

Der Kleine Saal ist als Studiobühne konzipiert und soll soweit wie möglich auf sein ursprüngliches Aussehen zurückgeführt werden. Der Große Saal erstreckt sich über drei Ebenen, dabei werden 260 Sitze in einem Saal mit ansteigendem Gestühl und weitere 120 Sitze auf einem Rang untergebracht.

Team:
Landschaftsplanung: W + P Landschaften, Berlin