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Baumschlager Eberle Architekten

2226, ein Haus in Lustenau

Ort
Lustenau
Gebäudekategorie
Büros, Verwaltungsbauten, Banken
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2013
Material Fassade
Mauerwerk
Architektenpreis
Wienerberger Brick Award Special Prize: Grand solution
2016 - German Design Award 2015
Atmosphäre statt Maschine

Gebäude brauchen immer weniger Energie, der Aufwand für diese Reduktion wird durch Unterhalt und Wartung immer höher. Weniger Energie mit weniger Technik war dagegen die planerische Absicht von Baumschlager Eberle Architekten. Es geht konkret beim Haus 2226 in Lustenau darum, sinnvolle Zusammenhänge für den Nutzer zu finden, nicht aber die Natur durch eine technische Umwelt zu ersetzen. Nutzer neben den Fremdmietern sind Baumschlager Eberle Architekten, das Büro ist also Planer und „Planungsbetroffener“ (O.Uhl) selbst.

Das Gebäude 2226 kommt ohne Heizung, Lüftung und Kühlung aus. Kurzlebige Geräte-Hardware wird durch die Software einer Steuerung der Energieströme ersetzt. Ganz wesentlich: Das Haus bietet optimale Voraussetzungen für eben diesen Fluss der Energie. Die Grundidee ist eigentlich ganz einfach, erklärt dazu Dietmar Eberle: “Statt eines Gebäudes, das auf die Haustechnik reagiert, antwortet es auf den Eintrag des Menschen. Auf seine Körperwärme, auf seine Humidität, auf seine Umwandlung von Sauerstoff in CO2.“ Die Lenkung der Energieströme im Haus erfolgt über Sensoren, welche innen an den Fenstern angeschlagene Lüftungsflügel steuern. Einfache, massive Bauteile dienen als Speichermasse (z.B. Fassade mit 76 cm Ziegel), die kompakte Form verbessert den Energieeinsatz. Langlebige Kalkputzfassaden sorgen für die Diffusion nach außen hin. Sensoren machen etwas, das zur alltäglichen Tätigkeit in einem üblichen Haus zählt. Das neue 2226 soll aber auf Grund seines gesamtheitlichen Konzepts, der skulpturalen Form und dem Komfort im Gebrauch wesentlich länger gültig sein, weil die messbaren Qualitäten des Gebrauchs sich mit der Qualität eines kulturellen Mehrwertes verbinden. Der Name 2226 bezieht sich übrigens auf die weltweit akzeptierten Wohlfühltemperaturen von 22 bis 26 Grad Celsius. Seit Juli 2013 konnte dieses Temperaturspektrum eingehalten werden. Deutlich unterschritten konnten die Baukosten gegenüber herkömmlichen Bürohäusern werden: Nachhaltigkeit und Leistbarkeit sind – in Hinblick auf die gegenwärtige Diskussion - also kein Widerspruch.