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EM2N

Sportzentrum Heuried

Foto: Roger Frei
Foto: Roger Frei
Ort
Zürich
Gebäudekategorie
Sport- / Schwimmhallen
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2017
Material Fassade
Holz
Zürich, Schweiz
                                        
Die integrative Kraft einer starken Dachstruktur stellt für uns ein elementares typologisches Pattern dar, das wir für die Neukonzeption der Sportanlage Heuried aufgegriffen haben. Die bestehende Sport- und Freizeitanlage aus dem Jahr 1964 von Fritz Schwarz und Hans Litz mit dem Freibad und zwei Ausseneisfeldern musste aus betrieblichen und baulichen Gründen umfassend saniert und um eine neue Eishalle ergänzt werden. Das nun notwendig gewordene Volumen führt einen völlig neuen Massstab in das Quartier ein, den wir jedoch nicht herunterbrechen, sondern offensiv als neues städtebauliches Mass für diesen Ort forcieren wollten. Dabei wird das topografisch modulierte Dach zum zentralen Protagonisten, der die unterschiedlichen inneren und äusseren Nutzungen programmatisch zusammenführt. Durch die massive Auskragung von über 16 Meter wird die horizontale Dimension des Dachs zusätzlich gesteigert und der Kontrast zu den angrenzenden Wohnbauten gezielt weiter überdehnt, um das Sportzentrum Teil des landschaftlichen Massstabs der öffentlichen Anlage werden zu lassen. Im räumlich aufgeladenen Überlappungsbereich treffen schliesslich die unterschiedlichen Massstabsebenen des Ortes und der Nutzungen aufeinander und verdichten sich zu einem vielfach lesbaren Schnittstellenraum, in dem sich Innen und Aussen, Enge und Weite, Sommer und Winter zwanglos überlagern. Der Eingangsplatz vor dem Haus bildet den Auftakt zu einer topografisch inszenierten Erschliessungs- und Aufenthaltslandschaft. Diese verknüpft auf verschiedenen Ebenen die unterschiedlichen Gebäude- und Arealteile miteinander. Rampen, Treppen und Stege machen den Komplex im engen Zusammenspiel mit der Gartenanlage vielfältig erlebbar und suchen damit die reiche Tradition moderner Freibäder in der Stadt Zürich weiterzuschreiben. Die Freibadanlage selbst wird sanft umgestaltet, die Liegeflächen maximiert und um eine Wasserspiellandschaft ergänzt. Die Sportanlage ist als Mischbauweise konzipiert. Aus dem massiv ausformulierten Sockelgeschoss, mit dem sich die unterschiedlichen Geländeniveaus elegant überwinden lassen, entwickelt sich ein Raster aus massiven Betonstützen mit einer Betonzwischendecke, die im Inneren wie auch im Äusseren des Gebäudes ein komplexes Raumgefüge definiert und das Raumprogramm einfach zoniert. Das weitgespannte Dach und die Aussenfassade dagegen sind als Holzbau konstruiert. Ein umlaufendes Fensterband im Obergeschoss lässt das durch den Kräfteverlauf der Träger landschaftlich modulierte Dach dramatisch schweben, während die weitgehend geschlossene Fassade des Erdgeschosses mit einem Kleid aus weiss und grau gestrichenen Holzlatten umhüllt wird, das dem grossen Volumen durch seine feine Massstäblichkeit eine gewisse Leichtigkeit zu verleihen vermag.

Auftragsart
Wettbewerb, 1. Preis
 
Auftraggeber
Stadt Zürich
 
Bauherrschaft
Immobilien Stadt Zürich, Grün Stadt Zürich; vertreten durch Stadt Zürich Amt für Hochbauten
 
Daten
Wettbewerb: 2011–2012, 1. Preis
Planungsphase: 2012–2016
Baubeginn: 2015
Fertigstellung: 2017
 
Kosten
CHF 77.7 Mio.
 
Raumprogramm
Eishalle
Freibad
Gastronomie
Umkleiden
 
Grösse
9’187 m2