Zurück zur Startseite
Ferdinand Heide Architekt BDA

Seminarhaus Campus Westend, Goethe-Universität Frankfurt

News
News
27.06.2013
VOF-Verfahren 1. Preis

Mit dem neuen Seminargebäude wird ein weiterer – allein durch seine übergeordnete Nutzung herausragender – Baustein am Campus Westend gesetzt. Analog zur bisherigen Campusentwicklung, bei der die „öffentlichen“ Gebäude in ihrer Stellung und ihrer architektonischen Ausformulierung Individualität und Signifikanz, die Institutsbauten eine zurückhaltende Eleganz und Ruhe zeigen, soll das Seminargebäude als Teil der östlichen Parkkante eine kraftvolle Individualität demonstrieren: Eine architektonische Handschrift und eine eigene architektonische Haltung, die auf der Überzeugung beruht, dass die besondere Nutzung auch eine besondere Gestalt hervorrufen muss. Dem Innenleben – den universitätsübergreifenden Versammlungsräumen und dem luftigen, großzügigen Foyer – soll nach außen durch eine plastische, großmaßstäbliche Fassade Ausdruck verliehen werden. Das Thema der Fassade ist der Wechsel von ruhiger, kleinteiliger Gliederung, großflächigen Wänden und tiefen, weiten Öffnungen zwischen Foyer und Park. Die benachbarten Institutsbauten hingegen haben infolge eines kleinteiligen Bürorasters folgerichtig auch ein anderes Fassadenthema, meist das der gleichförmigen monotaktischen Reihung. Ähnlich wie beim Hörsaalzentrum erlaubt jedoch die andere Nutzung eine andere Haltung, mit der sich der Bogen schlagen lässt zu der plastischen Architektursprache Poelzigs. Das Gesamtensemble wird im Spannungsfeld zwischen Poelzigbau, HSZ, AC, G+E, R+W, EXNO und Max Planck-Institut um eine neue architektonische Ausformulierung eines Themas kontrastreich ergänzt. Hierzu gehört auch, dass als Material diesmal ein heller, ruhig strukturierter Stein zum Einsatz kommen soll.

Eine andere städtebauliche Qualität des Entwurfs liegt darin, dass der Baukörper trotz seiner Halle deutlich kompakter als das zur Verfügung stehende Baufeld ausgebildet werden konnte, wodurch vor allem Richtung Norden wertvolle Fläche für die qualitätvolle Entwicklung des Institutsclusters des 3. BA verbleibt. Ein repräsentativer Eingang, eine übersichtliche Erschließung und eine zentrale Anbindung im EG und KG an den 3. BA und ein hochwertiger Übergang zum EXNO sind weitere städtebauliche Qualitäten.