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AHM Architekten

Gedenkraum ‚Spuren in Walbeck‘

Jahr der Fertigstellung
2007
Ein Ort der Stille, des Nachdenkens und der Andacht erinnert an die ehemaligen Häftlinge im Außenlager "Gazelle" des KZ Buchenwald, die in den letzten Kriegsjahren des Zweiten Weltkriegs in den Kalischächten bei Walbeck Zwangsarbeit für die Rüstungsindustrie leisten mussten.

Der Gedenkraum befindet sich seitlich unterhalb der Kirche und wird von Außen über eine Treppe erschlossen. Er diente ursprünglich der Unterbringung der Heizungsanlage und ist daher durch Wand- und Bodenschächte akustisch und visuell mit dem Kirchenschiff verbunden.

Der Entwurf sieht ein Beton-Inlet vor, das an der Wand eine Bankaufkantung und im Bereich des Bodenschachtes eine Lichtskulptur formuliert, die als Zylinder dem Kreisausschnitt im Boden folgt.
Mit ihrer Zylinderform erinnert die Lichtskulptur an den Stolleneingang im Wald und stellt dadurch den Bezug zum authentischen Ort her.

Im Bereich der Lichtskulptur wird der Beton mit eingelegten lichtleitenden Fasern ausgeführt und erhält dadurch ein transluzentes aus dem Innenraum (der Kirche) heraus leuchtendes Erscheinungsbild.

Der Beton steht als Sinnbild für Fragestellung und Widerspruch:
undurchlässiges ist durchlässig,
opakes ist transluzent,
schweres wirkt wie schwerelos.

Lage: Kirche St. Michael, 39356 Walbeck
Leistungsumfang: Künstlerisches Konzept, Planung und Realisierung
Entwicklung und Bau der Betonskulptur im Rahmen eines Forschungsprojektes an der Universität Kassel, FB 06 Prof. Brigitte Häntsch, Projektleitung Dipl.-Ing. Lukas Kasten
Fotos: Axel Saueressig, Kassel, Guido Erbring, Köln