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Rohdecan

Amtsgericht Riesa

©Foto: Erik Wittbusch
©Foto: Erik Wittbusch
Ort
Riesa
Gebäudekategorie
Behörden, Regierungsgebäude
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2003
Material Fassade
Werkstein
Architektenpreis
BDA Preis Sachsen
BAUHERR
Freistaat Sachsen vertreten durch Staatsbetrieb SIB NL Dresden ll

PROGRAMM
Büroräume, Archiv

GBK 697.000 € brutto
BGF 517 qm

LEISTUNG
LPH 2-8 HOAI
Direktauftrag

AUSZEICHNUNG
Architekturpreis 2004 des BDA Sachsen

2001-2003
Seit 1998 residiert das Riesaer Amtsgericht in einem prominent am Elbhang gelegenen ehemaligen Verwaltungsgebäude des örtlichen Stahlwerks. Für die Vormundschafts- und Nachlassabteilung wurde ein zusätzlicher Erweiterungsbau unmittelbar an der Elbe errichtet. Dieser gibt sich eindeutig zeitgenössisch, entspricht aber in Volumen und Kubatur (zwei Geschosse plus Satteldach) einem Vorgängerbau. Der konventionell in Stahlbeton errichtete Neubau ist auf die archetypische Grundform eines Hauses reduziert, flächig in den Fassaden und ohne Dachüberstände. Durchlaufende schmale Stahlblechstreifen gliedern die aus großformatigen asphaltgrauen Faserzementplatten bestehende Fassade horizontal. Eine spannungsreiche Lebendigkeit erhält sie durch ihren je nach Lichteinfall changierenden Farbton.

Das monolithische Aussehen des recht kleinen Baus wird durch lang gezogene Fensterbänder an den Längsseiten gebrochen. Die Eingangstür ist in ein 3,50 m hohes mit integrierter Beleuchtung ausgestattetes Aluminium-Element eingelassen und wird dadurch zu einem eindrucksvollen Portal aufgewertet.

Die Grundrisse sind klar strukturiert. Auf rund 500 Quadratmetern befinden sich 13 Büroarbeitsplätze mit den dazugehörigen Wartebereichen, im Keller das Archiv. Die abstrahierte Formensprache der Innenräume sowie einfach wirkende, aber überaus sorgfältig geplante und ausgeführte Details zeigen die gestalterische Qualität des Gebäudes. Durch unterschiedliche Farben und Materialien erscheinen Wände, Böden und Decken als eigenständige Elemente. Die senkrechten Flächen sind weiß gehalten, Decken und Fußböden wurden dagegen farbig akzentuiert. Die filigrane Treppenkonstruktion erinnert an eine in das Gebäude eingestellte gefaltete Skulptur.

Das Gebäude wirkt trotz überschaubarem Volumen innen sehr geräumig. Spiegelwände erweitert die Wartebereiche optisch. Die darauf in Brusthöhe angebrachten aus horizontalen Streifen bestehenden Bilder von Peter Krauskopf („Kunst am Bau“) steigern diesen Effekt noch zusätzlich. Denn sie
assoziieren den Blick auf die weite Landschaft durch die durchgehenden Fensterbänder.