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Trapez Architektur

Vom „Pferdestall“ zur modernen Bibliothek

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12.12.2013
Äußerlich traditionalistisch, im Inneren für seine Zeit ein hochmoderner Bau: Der im Jahr 1908 als Betriebsstätte für ein großes privates Luxusfuhrunternemen errichtete Bau am Allendeplatz . Bevor der Hamburger Senat 1928 das Gebäude erwarb und für Universitäts-Institute herrichten ließ, beheimatete es Büros und Werkstätten aber auch Stallungen für über 200 Pferde und Remisen für Fuhrwerke der Firma J.A. Schlüter Söhne.

Heute beherbergt der sogenannte „Pferdestall“ im dritten Obergeschoss die Bibliothek der sozialwissenschaften der Universität Hamburg.

Die Umstellung von einer reinen, platzintensiven Freihandbibliothek zu einer Magazinbibliothek, die die Freihandexemplare nur noch auf circa 1.800 Regalmetern zur direkten Verfügung stellt, ermöglichte eine komplett neue räumliche Organisation der Bibliothek. Eine offene Studierlandschaft ersetzt die ehemals kleinteiligen

Raumstrukturen. Mit einer Durchmischung von Freihandregalen und Arbeitsplätzen ist eine differenzierte Bibliotheksstruktur entstanden.

Freistehende Regale dienen als raumbildende Elemente und formen so unterschiedliche Nischen für individuelle Arbeitsplätze. Um verschiedenen

Lerntypen gerecht zu werden, gibt es drei unterschiedliche Lernwelten: die „Mönchswelt“ im Kreuzgang für stilles und konzentriertes Arbeiten an Einzeltischen, die „gemütliche Welt“ für lockere Lesehaltung in gemütlicher Atmosphäre und die sogenannte „Panton‘sche Welt“ für das entspannte

Arbeiten mit typisch panton‘schen Sitzlandschaften. Letzteren beiden sind zudem Gruppenräume zugeordnet, in denen Teamarbeit oder interdisziplinäres Arbeiten möglich ist.

Ein mit dem Denkmalschutz abgestimmtes Farbkonzept nimmt Bezug auf die vielfältige Geschichte des Hauses. Bis auf einige erhaltenswerte Innenwände ist das dritte

Geschoss zugunsten einer zeitgemäßen Bibliothek größtenteils entkernt worden. Es kommt so seiner ursprünglichen Grundrissform, wie sie als Domizil für Pferde und Fuhrwerk diente, wieder ein Stückchen näher.

Viele Elemente wie Türen, Fenster und Fußleisten sind in Ihrer Originalform erhalten oder wieder hergestellt worden. Dank der Unterstützung des Denkmalschutzamtes gilt dieses auch für die gusseisernen Stützen. Diese wurden freigelegt,

mit einer entsprechenden Brandschutzbeschichtung versehen und sind nun wieder in ihrer ursprünglichen Gestalt zu sehen.