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Trapez Architektur

Drei Holzbauten für die Schule an der Wakenitz in Lübeck

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Die neuen Anbauten sind reine Holzbauten ...
Die neuen Anbauten sind reine Holzbauten ...
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19.07.2016
Die "Schule an der Wakenitz" ist um drei neue Holzbauten erweitert worden. Zwei zweigeschossige und ein eingeschossiger Anbau ergänzen seit März 2016 den Lübecker Schulbau in der Dieselstraße aus dem Jahr 1952. Zusammen mit einigen Umbauten im Bestand verschaffen sie der Schule Raum für zusätzliche Unterrichtsräume, Fachräume, einen neuen Ganztagesbereich, eine Mensa und einen Musikraum.

Grund für die Erweiterung war der erhöhte Platzbedarf, der mit der Zusammenlegung zweier Schulstandorte einherging. Bereits 2009 ist aus der ehemaligen Hauptschule Anna-Siemsen und der Joseph-Keppler-Schule die „Schule an der Wakenitz“ geworden. Nach Abschluss des ersten Bauabschnitts im März 2016 hat die Lübecker Gemeinschaftsschule in der Dieselstraße ihren gemeinsamen Standort bezogen.

Die bestehenden Schulgebäude aus dem Jahr 1952 sind kammartig angeordnet und liegen in einer überwiegend durch zweigeschossige Zeilenbauten, kleinteilige Bebauung und viele Grünflächen geprägten Umgebung. Die drei Anbauten sind komplett in Holzbauweise errichtet. Sie befinden sich längsseits der drei langestreckten Bestandsbauten und erweitern diese jeweils an ihren Enden. So bleiben die Grundstruktur und die durchgrünten Außenräume des Schulgeländes erhalten.  Ihre Lage nutzt die einhüftige Gebäudeform des Schulhäuser aus, bei der die Räume auf einer Seite des Flurs angeordnet sind, und nutzt deren Erschließungsfläche mit.

Die beiden zweigeschossigen Erweiterungsbauten geben sechs neuen Unterrichtsräumen,  den beiden Fachräumen und dem Ganztagsbereich Platz. Zusätzlich erweitern sie die Häuser um ein außenliegendes, witterungsgeschütztes Treppenhaus. Eine Besonderheit in jedem Unterrichtsraum ist ein großformatiges, als Nische ausgebildetes Fenster. Durch den extra tiefen Leibungsrahmen, eine knietiefe Brüstung und die Farbgebung wird dieses zum Sonderelement der Klasse. Es bietet den Schülern einen besonderen Bezug zum Außenraum und bietet zusätzlich eine kleine differenzierte Fläche innerhalb des Klassenraums -  zum Lernen, Spielen, Ausruhen oder einfach nur Schauen.

Der eingeschossige Anbau an den nördlichen Riegel beinhaltet die Mensa und den Musikraum, die im Schulalltag separat genutzt, für Großveranstaltungen aber zusammengelegt werden können. Durch seine Positionierung direkt am Eingang nimmt er eine Sonderstellung ein. Der Rücksprung in der Fassade betont dieses und bildet einen Rahmen für den Vorplatz und den Eingangsbereich.

Zusätzlich konnte durch Umstrukturierungen innerhalb der Bestandsgebäude ein weiterer Fachraum für den naturwissenschaftlichen Unterricht untergebracht werden.

Die gemeinsame Flurnutzung spart Erschließungsfläche in den Anbauten und verzahnt beide Teile miteinander. Die vormaligen Fensteröffnungen des Bestands bleiben nach den Umbauten sichtbar - in Form von Nischen oder innenliegenden Fenstern, die Blickbeziehungen zwischen den neuen und bestehenden Räumen zulassen.
Die so entstandenen Schnittstellen, ebenso wie die Einschnitte im Bereich der Eingänge sind jeweils durch Farben betont. Dabei wurde jedem Haus eine eigene Farbe zugeordnet, die sich auch innenräumlich fortsetzt.

Alle Anbauten wurden komplett in Holzrahmenbauweise errichtet.

Im Jahr 2017 beginnen die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt. Diese umfassen eine umfangreiche energetische Sanierung der bestehenden Gebäudeteile.

Fotos:
archimage Hamburg, Meike Hansen