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meck architekten

Mensa Campus Garching

© Michael Heinrich
© Michael Heinrich
Ort
Gemarkung Garching b. München
Gebäudekategorie
Hochschulen
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2019
Material Fassade
Holz
Architektenpreis
1. Preis Wettbewerb 2012
Komplexe Gewöhnlichkeit

Die städtebauliche Konzeption ist als Antwort auf die vorhandenen Strukturen des Campus Garching zu verstehen: so wie die Baumasse, die unter Bezugnahme auf die bestehende Rasterstruktur und die umgebenden Bestandsbauten gesetzt ist, verknüpft sich der  Neubau mit seinem direkten Umfeld und verortet ihn in diesem unverrückbar. Mit dem Rückbau des bestehenden Plateaus der alten Mensa bauen wir die zentrale Mitte nach Norden hin weiter und führen sie fort. Diese Maßnahme führt zu einer selbstverständlichen Positionierung des Solitärbaukörpers, der nach Abriss der alten Mensa gut sichtbar und prägnant von der zentralen Mitte aus erlebbar wird.

Auf dem neu entstehenden Vorbereich, als räumliche Erweiterung der zentralen Mitte, werden die bestehenden Wegeverbindungen zusammengeführt. Über die Nachverdichtung auf dem Areal der alten Mensa wird dem Vorbereich weitere Qualität verliehen werden. Unser Wettbewerbskonzept aus dem Jahr 2012 sieht hierfür einen städtebaulichen Hochpunkt in Form eines „Institute for Advanced Study des 22. Jahrhunderts“ vor.
Die Durchwegung des Neubaus von Süd nach Nord reagiert auf die neu geschaffene Freifläche im Vorfeld des Katalyszentrums. Auf diese Weise werden auch die bestehenden Institutsbauten sowie mögliche Neubauten und Nachverdichtungen, die sich im Norden der neuen Mensa befinden, sehr gut angebunden.

Die Organisationsform des Quadrats dient der inneren Funktion und ist der Vorstellung von einem richtungslosen Solitärbaukörper entlehnt, der sowohl von außen als auch in sich zentriert die „Mitte“ darstellt und verkörpert. Die Ausbildung von unattraktiven „Rückseiten“ haben wir bewusst vermieden.
Mensa als das neue Herz des Campus. Als einen Lichtkörper, ein durch einen Filter umhülltes Gefäß, das im Wechselspiel Mensch und Materie aufnimmt und wieder loslässt.

Über einen Hof, einen zentralen Treffpunkt als funktionsverbindende ‚Agora‘ werden die einzelnen Bereiche erschlossen. Sie dient als Freifläche für die Cafeteria und ist Ort der Begegnung und der Kommunikation. Die ‚Agora‘ wird von schattenspendenden Kiefern überstanden.
Das Foyer als räumliche Erweiterung der ‚Agora‘ be-herbergt die Vertikalerschließ-ung, die Basis (Sockel) und Raum (Speisesaal) verbindet.

In der Basis sind die öffentlich zugänglichen Bereiche um die ‚Agora‘ gruppiert: Foyer, Cafeteria und CampusCneipe sorgen für pulsierendes, kommunikatives und studentisch-attraktives Leben.

Für das Obergeschoss gilt: Vorbereiten, Kochen, Ausgeben, Essen, Rückgeben und Spülen, gemeinschaftlich auf einer Ebene, der ‚großen Tafel‘. Die Funktionsverteilung gehorcht dem Personen- und Warenfluss, wobei sich der Speisesaal in die Mitte öffnet. Blickbeziehungen über die ‚Agora‘ zur Cafeteria und zum Foyer lassen die räumliche Komplexität spürbar werden und sorgen für gute Orientierbarkeit innerhalb des Organismus.

Die konstruktive Struktur des tragenden Gerüstes aus Stahlbeton reagiert auf die Schichtung der unterschiedlichen Nutzungen und räumlichen Strukturen: der Sockel eng und dicht, der Raum (Speisesaal) licht und weit. Ein Tragrost aus Stahlbeton bildet das Dachtragwerk des Speisesaals und verleiht dem Raum in Verbindung mit dem seitlichen Lichteinfall eine einzigartige Atmosphäre.

Der den Körper umhüllende Filter der Fassade weist großflächige Verglasungen auf, die eine hervorragende Ausleuchtung, Blickbeziehungen, Ein- und Ausblicke ermöglichen.
In Übergangszeiten leuchtet die Neue Mensa von innen heraus. Die hohe Speichermasse der Konstruktion reguliert ausgleichend die klimatischen Schwankungen.


Architekt
meck architekten gmbh
Andreas Meck, Axel Frühau

Mitarbeiter
Nikolija Stamenkovic, Nanjana Sterzik, Wolfgang Amann, Daniel Sommer, Ana Sammeck, Tobias Jahn, Stefan Mittermaier, Isabel Protschky, Stefan Zöls

Bauleitung
Sebastian Kruppa

Bauherr
Freistaat Bayern vertreten durch das Staatliche Bauamt München 2 Ludwigstraße 18 80539 München

Leistungen
Objektplanung Gebäude, HOAI

Leistungsphasen
LP 1-9

Bruttorauminhalt
69.525 m3

Bruttogeschossfläche
12.636 m2

Nutzfläche
5 279 m2

Projektkosten
44,5 Mio.€