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E2A Piet Eckert und Wim Eckert Architekten

Heinrich Böll Stiftung

Ort
Berlin
Gebäudekategorie
Öffentliche Bauten, Regierungsgebäude, Behörden
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2008
Material Fassade
Metall
Wettbewerb 2005-2006, 1. Preis
Realisierung 2007-2008

Die Heinrich Böll-Stiftung ist der Partei Bündnis 90/Die Grünen eng verbunden und setzt sich weltweit für die Förderung der demokratischen Willensbildung, des gesellschaftspolitischen Engagements und der Völkerverständigung ein.

Der Hauptsitz entsteht in Berlin Mitte an zentralster Lage auf einem bislang unbebauten Grundstück. Das Gebäude steht im Park, von Bäumen umgeben, ist aber an den Rand geschoben und beansprucht wenig Grundfläche, damit eine möglichst grosse Freifläche erhalten bleibt.

Das Entwurfskonzept ist ebenso radikal wie pragmatisch: Ausgehend vom minimalen Budget setzt es klare Prioritäten, wo wieviel Geld investiert werden soll. Während die Bürogeschosse äusserst effizient organisiert und weitgehend im Rohbau belassen sind, werden die grosszügigen, frei unterteilbaren Konferenzräume in einem Geschoss als repräsentative Beletage zusammengefasst. Auf diese Weise wird die ökonomisch bedingte Polarisierung geschickt zu einem architektonischen Thema gemacht. Sie offenbart sich nicht nur in der aufeinander abgestimmten, aber deutlich unterschiedlichen Materialisierung der Bürogeschosse respektive des Konferenzgeschosses, sondern bestimmt auch den Ausdruck des Gebäudes: Die voll verglaste Beletage kragt auf drei Seiten aus, streckt sich in den Park, und verdeutlicht so ihre Funktion als repräsentative Mitte des Gebäudes.

Es wirkt so, als sei der unscheinbare Bürokubus oberhalb des Erdgeschosses entzwei geschnitten und ihm eine elegante eingeschossige Villa implantiert worden – eine Kombination, die das Gebäude partiell veredelt und als Ganzes, dem Leitbild der Stiftung entsprechend, doch zurückhaltend erscheinen lässt.

Text: Christoph Wieser in: 15 De aedibus E2A, Quart Verlag Luzern, 2006